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Nach Bundesnotbremse - Wo Schulen und Kitas schließen müssen

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Derzeit müssen - gemäß Notbremse - etwa 190 Kreise ihre Schulen und Kitas schließen. Ginge es nach den Infektionen bei Kindern, müssten aber noch deutlich mehr Kreise handeln.

Brandenburg: Schüler einer 4. Klasse an der Grundschule "Am Mühlenfließ" in Frankfurt (Oder).
Unterricht in der Klasse: Das wird gemäß der Bundesnotbremse in vielen Kreisen nicht mehr möglich sein.
Quelle: ZDF/dpa

Auch Kinder, Eltern und Lehrer werden deutlich spüren, wenn Deutschland die Notbremse zieht. Gemäß der Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes müssen derzeit mehr als 190 Landkreise und Städte ihre Schulen und Kitas dicht machen.

Denn werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen folgende Corona-Inzidenzwerte gemessen, gilt gemäß der Corona-Notbremse:

  • Ab 100: Wechselunterricht in Schulen, zweimal pro Woche testen.
  • Ab 165: kein Präsenzunterricht in Schulen, Regelbetreuung in Kitas untersagt.
  • Mögliche Ausnahmen: Abschlussklassen und Förderschulen.

Laut dem Robert-Koch-Institut reißen heute 194 der insgesamt 401 Kreise und Städte die 165er-Marke.

Präsenzunterricht in den Schulen dieser Kreise, bzw. Regelbetreuung in den Kitas ist somit gemäß Bundesnotbremse verboten.

Inzidenzen bei Schulkindern viel höher

Nach Meinung von Experten müssten allerdings noch viel mehr Schulen schließen. Denn die Bundesnotbremse fußt auf dem Gesamt-Inzidenzwert, also den Infektionen in allen Altersklassen.

Tatsächlich liegt die Inzidenz bei Kindern vielerorts aber viel höher. Das kritisierte Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bereits in der letzten Woche.

Für die 5- bis 14-Jährigen melden heute 252 Landkreise und Städte eine Inzidenz von über 165, so das RKI. In 107 Kreisen und Städten liegt sie zwischen 100 und 165.

Lauterbach: Rest des Schuljahrs in Distanzunterricht

Die Inzidenzen bei den Schulkindern (5- bis 14-Jährige) schwanken zwar stärker, außerdem führen Kritiker die hohen Inzidenzen bei ihnen auf vermehrte Tests an Schulen zurück.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) warnt angesichts dieser Zahlen trotzdem: Das Schuljahr ist "wahrscheinlich nur noch im Distanzunterricht zu retten."

  • Im Bundesdurchschnitt liegt die Inzidenz bei den 5- bis 14-Jährigen heute laut RKI bei rund 217.
  • Die Inzidenz über alle Altersklassen liegt bei rund 166.

Lehrer an weiterführenden Schulen kaum geimpft

Die hohe Inzidenz bei Schulkindern ist besonders an weiterführenden Schulen problematisch, wie Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, im ZDF-Morgenmagazin erklärte.

Dort sei man bei den Impfungen von Lehrpersonal erst am Anfang. In der Mehrzahl der Bundesländer sei noch nicht einmal mit den Impfungen weiterführender Schularten begonnen worden.

Seit Dezember kein Präsenzunterricht - für viele Schüler*innen ist das Corona-Realität. Die bundesweite starre Kopplung an Inzidenzwerte, die keinen Raum lässt, Schulöffnungen etwa durch breit angelegtes Testen zu ermöglichen, wird zunehmend kritisiert.

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3 min
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Lage bei Kindern bis 4 Jahren entspannter

Entspannter ist die Lage an den Kitas, was auch daran liegen könnte, dass an Kitas im Vergleich zu Schulen weniger getestet wird.

In der Gruppe der 0- bis 4-Jährigen, reißen heute 120 Landkreise und Städte die 165er-Marke. 124 Landkreise und Städte liegen bei einer Inzidenz zwischen 100 und 165.

Notbremse: Bei Schulen zu lasch, bei Kitas zu hart

Aus der jetzigen Situation betrachtet ist die Notbremse an Schulen somit zu lasch. Zumindest wenn man sich an der Inzidenz der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren orientiert, müssten viel mehr Schulen schließen.

An den Kitas ist das Gegenteil der Fall. Hier werden durch die Bundesnotbremse wesentlich mehr Kreise ihr Betreuungsangebot dicht machen müssen, als es nach Betrachtung der Inzidenz der Kita-Kinder notwendig wäre. Ob mehr Tests bei Kleinkindern das Vorgehen trotzdem rechtfertigen, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht sagen.

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