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Filmtheater leiden unter Corona - Kino-Krise zur Hochsaison

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Kino ist ein Saisongeschäft. Hochsaison ist von November bis März - nein: wäre. Und wir wären nun mittendrin. Stattdessen befindet sich die Branche mitten in der Krise.

Archiv, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Kino in der Innenstadt hat auf seiner Ankündigunstafel den Satz "Wieder geschlossen - The virus strikes back Pt. 2 - One of the worst movies ever made" stehen.
"Das Virus schlägt zurück - einer der schlechtesten Filme aller Zeiten"
Quelle: dpa

120 Millionen Zuschauer, wie normalerweise jährlich in Deutschland ins Kino gehen, sind nur noch eine Zahl vergangener Zeiten. Dabei sind die kein Jahr her.

Wie das damals doch besonders war in so einem Lichtspielhaus: magische zwei Stunden in einer anderen Welt, gemeinsam lachen, gruseln oder knutschen. Und wenn es gekonnt kitschig oder todtraurig wurde, konnte jeder für sich im Dunkeln eine Träne kullern lassen. Vorbei, das alles. Deutschlands Kinos sind und bleiben bis auf Weiteres dicht. Vom ersten Corona-Shutdown im März konnten sie sich kaum erholen in ihrem kurzen, leeren Hygienekonzept-Sommer. Seit November läuft nichts mehr - außer den Kosten für die Betreiber.

Kann das Kino Corona überleben?

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Kultur-Hilfen der Bundesregierung reichen nicht

Etliche Kinos werden wohl nie wieder öffnen, befürchtet unsere Film-Redakteurin Sabine Schultz, deren Bericht die Not der Roten Teppiche im heute journal zeigt. Dabei ist die Bundesregierung nicht untätig. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat angekündigt, zur Unterstützung kleinerer Kinos weitere drei Millionen Euro bereitstellen zu wollen.

Das sogenannte "Zukunftsprogramm Kino" soll in diesem Jahr auf 25 Millionen Euro aufgestockt werden, wie sie am vergangenen Donnerstag ankündigte. Filmtheater in kleineren Gemeinden oder mit besonderem Programm könnten das Geld beantragen, um etwa Technik zu erneuern oder in der Pandemie umzubauen. Bisher seien rund 300 Kinos unterstützt worden.

Aber das alles wird längst nicht reichen. Sabine Schultz fand heraus, dass die bisherigen Hilfspakete der Bundesregierung viele Kinos wohl nicht retten werden - "oft liegt es am Kleingedruckten", erfuhr sie von Kinobetreibern.

Von zugesagten Hilfen kommt kaum was an

Hans-Joachim Flebbe betreibt legendäre Kinos in acht Städten wie das Arri in München und den Zoo-Palast in Berlin. Also achtfache Miete, Gehälter - Verluste. Aber als "Einheitsgesellschaft" bekomme er nur einmal Überbrückungsgeld, klagt Flebbe:

Wir sind total frustriert und das ist der gesamte Kino-Mittelstand, dass von der zugesagten Hilfe so gut wie nichts angekommen ist.
Hans-Joachim Flebbe, Kinobetreiber

Ohne Kunst und Kultur verarmt das Publikum geistig - und die Künstler verarmen finanziell. Ein Rückblick auf das Kulturjahr 2020, das für viele ein schlimmes war.

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Streaming-Dienste gefährden Kinos

Die Pandemie verstärkt den Streaming-Trend. "Soul" - ein als witzig wie klug gefeiertes Filmabenteuer der Disney-Pixar-Animationsstudios, das für die große Leinwand gemacht worden war, können nun nur Kunden in Disneys hauseigenem Streamingdienst sehen.

Auch Hollywoods Branchenriese Warner Brothers sucht nach neuen Vertriebswegen: Ob "Wonder Woman 2" oder "Matrix 4" - alle Warner-Filme des ganzen Jahres sollen nun zeitgleich im Kino und als Stream starten - vorerst in den USA. Für die Kino-Branche ist das ein Schock. Denn wer soll da noch zusätzlich eine Kino-Karte kaufen, selbst wenn die Pandemie vorbei sein sollte?

Die Krise macht auch den Kinobetreibern in Großbritannien zu schaffen.Viele große Lichtspielhäuser sind schon pleite, während die kleinen Kinos mit kreativen Ideen überleben.

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Viele Filmverleiher gehen leer aus

Ganz übel trifft es Filmemacher, die keinen reichen Produzenten haben. Mohammad Rasoulof, der Berlinale-Gewinner aus Iran, hat es mit seinem Meisterwerk "Doch das Böse gibt es nicht" über Widerstand in einem autoritären Regime im Herbst nicht mehr ins Kino geschafft. Jetzt liegt der Film auf Halde und bedeutet für den kleinen Verleih Grandfilm, der den Film in Deutschland herausbringt, und damit auch für den Filmemacher herbe Einbußen.

"Denn kein Autor kann sein Buch direkt in die Buchhandlung tragen, sondern es braucht einen Verlag, der sein Sortiment zusammenstellt, der da auch eine inhaltliche Ausrichtung mittransportiert", sagt Mikosch Horn von Grandfilm-Verleih. "Ohne die Verleiher gäbe es kein Kino."

Die ganze Kulutr-Branche steht vor dem Nichts. Wir blicken auf das Horrorjahr 2020 zurück.

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Überbrückungsgeld, die berühmten 75 Prozent vom Vorjahr, könnten sie nur beantragen, wenn sie nachweisen, dass sie 80 Prozent ihres Einkommens aus der Kino-Auswertung beziehen und somit direkt vom Shutdown betroffen sind. Von den rund 40 unabhängigen deutschen Verleihern werden viele wohl nichts von den Corona-Hilfen bekommen.

Wie also können die gut 1.700 deutschen Kinos Corona überleben? Dazu müssten Politiker und Kino-Betreiber dringend miteinander reden, resümiert Sabine Schultz. Und es brauche Kassenknüller, wenn die Kinos wieder geöffnet werden. "Wenn die Besucher dann nach Monaten Netflix-Konsum wieder ins Kino gehen", sagt der achtfache Kinobetreiber Flebbe hoffnungsfroh, "werden sie feststellen, sie haben was vermisst."

Wulf Schmiese ist Leiter des heute journals. Auf Twitter: @wulfschmiese

Start von Wonder Woman 1984 - Kinobranche leidet unter "Horror-Jahr 2020" 

Am ersten Weihnachtsfeiertag kommt "Wonder Woman 1984" ins Kino und kann gleichzeitig gestreamt werden. Ein Rückschlag für die Kino-Branche, die vor gewaltigen Veränderungen steht.

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von Katharina Schuster

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Andreas Stamm bei ZDFheute live

Corona-Lage in England - Auswirkungen des „Freedom Day“ 

ZDF-Korrespondent Andreas Stamm erklärt, wie sich die Corona-Lage in England seit dem „Freedom Day“ entwickelt hat. Das Virus sei unberechenbar, auch für die Briten.

20.09.2021
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Martin Stürmer bei ZDFheute live

Corona-Lage in Deutschland - Virologe gegen "Freedom Day" 

Virologe Martin Stürmer blickt kritisch auf die Forderung nach einem "Freedom-Day" in Deutschland. Es gebe zu viele Unbekannte, um die Anti-Virus-Maßnahmen jetzt schon aufzuheben.

20.09.2021
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Niedersachsen, Hannover: Corona-Spürhündin Bea (Deutscher Schäferhund) schnüffelt in Probenbehältern in der Teststation. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie kommen bei einer vierteiligen Konzertreihe in Hannover erstmals ausgebildete Corona-Spürhunde zum Einsatz.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Einsatz von Corona-Spürhunden 

Spürhunde sind eine weitere Möglichkeit, um öffentliche Veranstaltungen in der Pandemie sicherer zu machen. In Hannover wurden sie jetzt erstmals bei einem Konzert eingesetzt.

20.09.2021
von Fabian Köhler
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