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Start von Wonder Woman 1984 - Kinobranche leidet unter "Horror-Jahr 2020"

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Am ersten Weihnachtsfeiertag kommt "Wonder Woman 1984" ins Kino und kann gleichzeitig gestreamt werden. Ein Rückschlag für die Kino-Branche, die vor gewaltigen Veränderungen steht.

Hygienevorschriften in einem Kinosaal. Archivbild
Corona hat die Kinobranche schwer getroffen, monatelang blieben die Leinwände dunkel.
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hollywood verschiebt seine Blockbuster-Starts im Wochentakt. "Wonder Woman 1984" sollte im Juni in die US-Kinos kommen. Nach weiteren Aufschüben läuft die Superheldinnengeschichte nun am 25. Dezember auf der großen Leinwand.

Die Überraschung: Der Film kann in den USA zeitgleich online gestreamt werden. Normalerweise liegen Wochen zwischen dem Kino-Erscheinen und der späteren Streaming-Verwertung.

Allianz aus Kinobetreibern und Studios beginnt zu bröckeln

Während sich Netflix, Apple und Amazon einen erbitterten Wettstreit um die Exklusiv-Streaming-Rechte für "James Bond: Keine Zeit zu sterben" nach dem Kinostart liefern, geht Warner Bros. einen Schritt weiter.

Im kommenden Jahr will das Unternehmen 17 seiner großen Filme direkt mit dem Kinostart auf der eigenen Plattform HBO Max veröffentlichen, darunter "Godzilla vs Kong" und "Matrix 4". Warner sprach zwar von einem "einzigartigen Einjahresplan". Insider bezweifeln jedoch, dass der Konzern tatsächlich zu seiner klassischen Strategie - erst Kino, dann Streaming - zurückkehren wird.

Die Exklusivität der Kinos wird damit ausgehebelt. Eine bedrohliche Lage, analysiert Medienexperte Gabriel Mohr. Der Schritt unterstreiche, welche Bedeutung Streaming habe, da der Aufbau eines eigenen Streamingservice mit hohen Kosten verbunden ist.

"Für Kinobetreiber, gerade in der aktuellen Situation, ist das Ringen der Streamingdienste eine massive Gefahr", so Mohr. Man könne schon jetzt klar sagen: "Die Allianz aus Kinobetreibern und Studios besteht nicht mehr wie noch vor fünf Jahren."

Ohne Kunst und Kultur verarmt das Publikum geistig – und die Künstler verarmen geistig und finanziell. Ein Rückblick auf das Kulturjahr 2020, das für sehr viele Kulturschaffenden ein schlimmes Jahr war.

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"Horror-Jahr 2020" für US-Kinobranche

Das Angebot der großen Plattformen werde die Bereitschaft senken, für mittelklassige Filme ins Kino zu gehen. US-Kinoketten blickten auf "ein Horror-Jahr 2020 zurück".

Die Pandemie hat die Betreiber eiskalt erwischt und eine massive finanzielle Schieflage verursacht.
Gabriel Mohr, Strategieberatung Arthur D. Little

Der massive Kostendruck gelte für die gesamte Industrie. So hatte etwa der mit Spannung erwartete Christopher-Nolan-Film "Tenet" nach Angaben des Branchenportals "Box Office Mojo" magere 57 Millionen eingespielt. Die 200-Millionen-Dollar-Produktion war als einziger Blockbuster im Pandemie-Sommer auf die Leinwand gekommen.

Umsatzeinbußen von 80 Prozent in Deutschland

Ähnliche Pleiten in Deutschland. Die mehr als 700 Kinos locken jährlich rund 120 Millionen Besucher*innen an. In diesem Jahr rechnet die Filmförderanstalt (FFA) mit Umsatzeinbußen von 80 Prozent, wie der Vorsitzende Peter Dinges bestätigt. "Von allen Kultur- und Freizeitangeboten sind es wohl die Kinos, die am stärksten leiden."

Erst mussten sie im Frühjahr komplett schließen, im Sommer konnten sie wegen der Abstandsregeln nur 20 bis 25 Prozent ihrer Sitzplätze belegen. Zudem fehlten zugkräftige Filme. Eine Studie, die die FFA in Auftrag gegeben hatte, ging von einer schrittweisen Verbesserung bis Jahresende aus.

Die Kinos hätten sich der Studie zufolge im Dezember auf immerhin die Hälfte der normalen Umsätze hochgearbeitet. Daraus wurde bekanntlich nichts. Seit Anfang November sind die Kinos wieder geschlossen.

2020 als Zäsur für Hollywood

Die Spanische Grippe 1918 führte zu einem gewaltigen Umbruch in Hollywood, große Studios wie Paramount oder Warner setzten sich durch. Das Jahr 2020 stelle insofern eine Zäsur dar, als dass weitere Giganten in den Streamingkampf gegen Netflix und Amazon eingestiegen sind.

Mit z.B. Disney+, HBO Max und Peacock TV haben in den letzten Monaten wichtige Wettbewerber den Schritt gewagt. Die Konkurrenz für den Platzhirsch nimmt zu.
Gabriel Mohr, Streaming-Experte

2021 wird zeigen, ob die Rechnung von Warner Bros. aufgeht - und ob die Kinos sich unter dem Druck des Streaming-Booms und der Corona-Krise über Wasser halten können. Christine Berg aus dem Vorstand des Hauptverbands Deutscher Filmtheater ist optimistisch.

"Für viele Gäste ist Kino eben nicht nur eine Filmabspielstätte, sondern gerade in Zeiten von sehr viel 'allein vor dem Bildschirm sitzen' ein sozialer Treffpunkt." Genau dieses Bedürfnis der Gäste wollen sie wieder bedienen, sobald sie es dürfen. Es sei "keine Zeit zu sterben".

Der Autorin auf Twitter folgen: kathi_diana7.

Die Corona Krise macht auch den Kinobetreibern in GB zu schaffen. Da der Kinostart vieler Blockbuster auf Grund der Pandemie auf 2021 verschoben wurden, sind nun viele große Lichtspielhäuser pleite. Während die kleinen Kinos mit kreativen Ideen überleben.

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