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Kirche und Corona - Advent online, Heiligabend auf Abstand

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Corona fordert den Kirchen in der Advents- und Weihnachtszeit einiges an Kreativität ab. Sie sind gefragt und müssen doch umdenken.

Mit Gottesdiensten haben die katholische und evangelische Kirche am Sonntag ihre diesjährigen Spendenaktionen eröffnet. Vertreter von Kirchen riefen zu Solidarität auf.

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Vollbesetzte Kirchenbänke, in denen die Gottesdienstbesucher dicht an dicht "Wir sagen euch an den lieben Advent" oder "Stille Nacht, Heilige Nacht" singen: Diese Bilder wird man in diesem Jahr vergebens suchen. Durch Corona werden manche liebgewonnenen Traditionen und kirchlichen Bräuche zur Advents- und Weihnachtszeit nur ganz anders oder auch gar nicht möglich sein.

Die Kirchen müssen sich auf eine neue Situation einstellen. Die Abstands- und Hygiene-Regeln zwingen sie zur Kreativität. Gottesdienste im Freien sind genauso geplant wie Angebote im Internet oder über Apps.

Gottesdienste sind aktuell nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Die Evangelische Kirchengemeinde Roxheim hat darum eine mobile Kirche eingerichtet.

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Corona als Glücksfall für das Miteinander

Im oberbayrischen Ebersberg wollen Protestanten und Katholiken am Heiligabend gemeinsame Sache machen. Über das ganze Stadtgebiet verteilt sollen Kurzandachten stattfinden.

Für Edzard Everts ist Corona deshalb ein Glücksfall für das evangelisch-katholische Miteinander:

Trotz der tiefen Ökumene wären wir nie auf die Idee gekommen, Weihnachten zusammen zu feiern.
Edzard Everts, evangelischer Pfarrer in Ebersberg

Der Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ebersberg findet: "Weihnachten lebt von vertrauten Ritualen und Traditionen. Die Menschen wollen dieses Fest im eigenen Wohnzimmer feiern. Und in religiöser Hinsicht ist die eigene Kirche eben auch ein Wohnzimmer." Dieses Jahr müssen sie es verlassen.

Beispiele, wie Advent und Weihnachten gefeiert werden

Trotz Corona optimistisch Richtung Fest

Auch Bischof Franz-Josef Bode blickt trotz Corona optimistisch Richtung Adventszeit und Weihnachtsfest: "Die Vorweihnachtszeit steht dieses Jahr weniger unter dem Vorzeichen von Trubel und Geschenkeeinkauf."

Zurückhaltung entspricht dem Advent ohnehin mehr.
Franz-Josef Bode, Bischof in Osnabrück

Für den Vorsitzenden der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist das aber nicht gleichbedeutend mit einem traurigen Weihnachtsfest. Ganz im Gegenteil:

Die gegenwärtigen Einschränkungen durch das Coronavirus lassen uns womöglich besser, tiefer und ernsthaften auf Weihnachten zugehen und dabei erkennen, was wirklich wichtig ist für unser Leben, für unsere Beziehungen.
Franz-Josef Bode, Bischof Bistum Osnabrück

Die Kirchen müssen erfinderisch sein

Gleichzeitig sind die Kirchen gerade in der aktuellen Krise besonders gefragt. Bischof Bode betont: "Der Advent und Weihnachten berühren viele Menschen in ihren innersten Gefühlen, besonders wenn sie einsam und sozial ausgeschlossen sind. Die Situation der Pandemie verschärft diese Situation noch einmal."

Geht es nach dem katholischen Geistlichen, müssen die Kirchen sich deshalb gerade jetzt immer wieder neu anbieten und auf verschiedenen Wegen erfinderisch auf die Menschen zugehen: "Denn das ist ja die zentrale Botschaft von Weihnachten, dass Gott uns in den Ängsten und Bedrängnissen unserer Welt nahe sein will."

Bruder Paulus appelliert an die Christinnen und Christen: Sie sollen sich auch in Notlagen von der Gegenwart Gottes inspirieren lassen und nach Lösungen suchen.

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Die Menschen glauben - nur wie?

Tobias Sauer sieht darin eine große Chance. "Die Kirchen haben sich sehr versteift auf die Kanäle, die sie hatten: Gottesdienst, Gemeinde, Gruppenarbeit", sagt der katholische Theologe und Gründer des ökumenisch-christlichen Content-Netzwerks "ruach.jetzt".

Jetzt, wo das Gängige nicht mehr funktioniert, ist endlich wieder etwas Luft da für neue Ideen und für gute, bestehende Ideen, die endlich wachsen dürfen.
Tobias Sauer, katholischer Theologe

"Es braucht das Ausprobieren und Etablieren von neuen Formen, sowohl digital als auch analog", so Sauer. "Denn die Projekte, die jetzt schon Neues ausprobieren, merken: Menschen glauben. Nur wir bieten viel zu oft keine Form mehr an, in der der Glaube Ausdruck finden kann."

Margot Käßmann und Bruder Paulus

Margot Käßmann und Bruder Paulus -
"Stille Nacht darf stille Weihnachten werden"
 

Trotz hoher Infektionszahlen soll ein "klassisches" Weihnachtsfest möglich sein. Für Kirchenvertreter geht Weihnachten mit Lockerungen aber am Ursprungsgedanken des Festes vorbei.

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