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Corona-Protokolle : So geht es Kita-Erziehern in der Pandemie

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Abstand halten ist schwer, die Maske kann auch nicht immer auf bleiben, manche haben sich in der Kita mit Corona infiziert. Vier Erzieherinnen und Erzieher über ihren Alltag.

Kita mit abgesperrten Bereichen
Hygienekonzept in Kitas: Der Spielplatz ist mit Absperrband in Bereiche aufgeteilt, um die Kinder aus unterschiedlichen Gruppen zu trennen.
Quelle: dpa

Tobias, 40, Frankfurt am Main

"Ich arbeite in einer integrativen Kita, in meiner Gruppe sind zehn Kinder ohne und fünf Kinder mit Behinderung. Unsere Einrichtung war kurz geschlossen, im Herbst und Winter hatten wir dann aber wieder 70 bis 80 Prozent Auslastung. Das liegt auch daran, dass die Regeln, welche Kinder kommen dürfen, weit gefasst sind.

Am Anfang der Pandemie habe ich mich gut geschützt gefühlt, unser Träger hatte früh Masken eingeführt. Doch Herbst und Winter waren zehrend. Ich hätte mir klare Ansagen und Planbarkeit gewünscht. Auch die Eltern haben uns gesagt: Besser drei Wochen die Kitas mit Ansage schließen statt diese Unsicherheit.

Vier Kinder und vier Kolleginnen aus meiner Gruppe hatten schon Corona, ich selbst wurde früh geimpft.

Wir haben nun Selbsttests, doch sie kommen zu spät: Entweder man ist schon erkrankt oder geimpft.
Tobias, Erzieher in einer integrativen Kita

Manche Kinder mit schweren körperlichen Behinderungen - etwa einer Herzschädigung - waren seit Anfang der Pandemie nicht mehr bei uns. Für ihre Eltern ist das Risiko einer Infektion zu groß. Wie sie das neben ihrem Job noch schaffen, bleibt mir ein Rätsel."

Viele Kinder waren fast die gesamte Corona Pandemie kaum in pädagogischen Einrichtungen. Die Isolation der Kinder hinterlässt Spuren.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Lisa Volk, 30, Schifferstadt

"Die Kinder in meiner Gruppe sind zwischen einem und drei Jahren alt. Für uns Erzieherinnen gilt die Maskenpflicht, aber wir dürfen in bestimmten Fällen Ausnahmen machen. So eine Ausnahme ist für mich das Wickeln.

Das ist ein so intimer Moment, die Kinder lesen in meinem Gesicht, in der Mimik. Einmal hat ein Junge fast geweint, als ich ihn mit Maske wickeln wollte.
Lisa Volk, Erzieherin in Gruppe mit Ein- bis Dreijährigen

Ich selbst hatte schon Corona, mir ging es auch nicht gut, ich habe aber keine Langzeitfolgen. Angesteckt habe ich mich vermutlich in der Kita. Zwei Drittel meiner Gruppe waren ebenfalls infiziert. Zum Glück hatten die meisten Kinder keine oder nur leichte Symptome.

Für mich ist die Pandemie belastend, ich denke oft: Ich muss funktionieren, ich muss für die Kinder präsent sein. Dann bekommt man ständig neue Regeln vor die Füße geklatscht, Eltern fragen daraufhin Dinge, die ich gar nicht beantworten kann, weil ich es selbst nicht weiß."

Das sind Momente, die mich wahnsinnig hilflos machen.
Lisa Volk, Erzieherin in Gruppe mit Ein- bis Dreijährigen

Jutta Loch, 54, Waldalgesheim

"Ich bin stellvertretende Leiterin unserer Kita und auch Erzieherin in unserer Nestgruppe mit den Kleinsten. Am Anfang der Pandemie gab es nur wenige Infos und Vorgaben vom Land, wir haben deshalb unser eigenes Hygienekonzept erarbeitet. Wir hatten bislang keinen einzigen Fall bei uns.

Ich war froh, als wir Erzieherinnen das Impfangebot bekommen haben, wenn auch nicht alle bei uns das wahrgenommen haben.

Wir haben niemanden versucht, von der Impfung zu überzeugen, denn diese Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen.
Jutta Loch, stellvertretende Kita-Leiterin

Ein toller Moment war für mich, als die Kinder nach der Notbetreuung wieder zu uns kommen durften. Wie sie sich gefreut haben, sich wiederzusehen. Die sozialen Kontakte haben ihnen gefehlt, Freunde hatten sich über Monate nicht gesehen."

Kein gewöhnlicher Lolli, sondern ein Wattestäbchen: Damit werden bei einem Modellversuch in Niedersachsen Kita-Kinder auf Corona getestet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Rosalie*, 51, Rheinland-Pfalz

"Ich betreue eine Wald- und Wiesen-Gruppe. Wir sind das ganze Jahr über draußen, es sei denn, es gewittert oder ist zu nass. Ich bin Fan davon - in einer Pandemie macht das viele Draußen-Sein eine Übertragung unwahrscheinlicher und auch außerhalb von Corona sind die Kinder weniger krank.

Ich habe lustige Situationen erlebt, wenn Kinder zum Beispiel Corona-Test nachspielen.

Sie tun dann mit einem Stöckchen so, als würden sie einen Abstrich nehmen, bei manchen muss ich dann aufpassen, dass sie ihn sich nicht in die Nase schieben.
Rosalie*, Erzieherin Wald- und Wiesen-Gruppe

Manche benutzen das Stöckchen auch als "Headset" am Ohr, da hat sie das Homeoffice ihrer Eltern beeinflusst.

Wir hatten einen Corona-Fall in einer anderen Gruppe, aber meine Gruppe blieb offen, dabei gab es Geschwisterkinder und dadurch Überschneidungen. Die Entscheidung des Gesundheitsamts hat mich geärgert, denn ich habe chronisches Asthma und deshalb Angst vor Corona. Jetzt, wo ich geimpft bin, sehe ich es etwas entspannter, aber das konnte ich nicht verstehen."

*Name von der Redaktion geändert

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