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Personalmangel, Stationen dicht : Wie ist die Corona-Lage in den Kliniken?

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Personal wegen Covid ausgefallen, Stationen dicht, OPs verschoben - die Lage in vielen Kliniken ist angespannt. Doch wie schlimm ist es wirklich? ZDFheute mit einem Überblick.

Die Corona-Sommerwelle ist zusehends auch in Krankenhäusern zu spüren - unter den Beschäftigten und bei belegten Betten. Einige Krankenhäuser mussten bereits Abteilungen schließen.

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Derzeit kommt alles zusammen: Die Corona-Sommerwelle mit hohen Inzidenzen, der sich ständig verschärfende Mangel von Pflegekräften und die Urlaubszeit - alles reißt immer größere Lücken in die Dienstpläne der Krankenhäuser.

Tenor: Angespannt bis verschärft - aber wenig Ausfälle

Die Warnung des Vorstandschefs der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, klingt entsprechend alarmierend: "Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zeitweise würden auch Notaufnahmen bei den Rettungsleitstellen abgemeldet, so Gaß.

Diese Situation besorgt uns erheblich mit Blick auf den bevorstehenden Herbst.
Gerald Gaß, DKG-Chef

Doch wie schlimm ist die Situation wirklich? ZDFheute hat die Betreiber von insgesamt rund 500 Kliniken in Deutschland und mehrere Krankenhausgesellschaften in den Bundesländern angefragt. Resultat: Die allermeisten Krankenhäuser haben zwar mit Personalausfällen zu kämpfen, können die Situation aber nach eigenen Angaben noch meistern. Vielfach sei die Lage auch nicht schlimmer geworden als sie in den vergangenen Monaten sowieso war, hieß es. In manchen Kliniken ist die Situation allerdings verschärft.

Uniklinik muss ganze Stationen schließen

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil an den Standorten Kiel und Lübeck ganze Stationen aus Personalmangel geschlossen wurden. Mit Stand Freitag waren am UKSH 479 Mitarbeitende in Isolation, wie ein Sprecher ZDFheute bestätigt.

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Ähnlich sieht es bei der Alexianer-Gruppe aus, einem der größten katholischen Gesundheits- und Sozialwirtschafts-Unternehmen. Ein Sprecher schreibt auf Anfrage von ZDFheute, dass Stationen teilweise geschlossen oder zusammengelegt werden müssen, beispielsweise in Berlin oder Sachsen-Anhalt. Mitunter würden auch Operationen verschoben oder ausfallen.

Die Ausfälle stehen nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit Covid-19, sondern sind in Teilen Folge eines Mangels an Pflegekräften. Dadurch kommt es mitunter zu Bettensperrungen, in Berlin ist das zum Beispiel traurige Realität.
Mitteilung der Alexiander GmbH

Solche Extremfälle, in denen ganze Stationen geschlossen werden, scheinen jedoch eher die Ausnahme zu sein, nicht die Regel. Viele Kliniken teilten mit, dass sie - wenn überhaupt - nur vereinzelt Operationen verschieben und Betten stilllegen müssen. So heißt es beispielsweise von der Uniklinik Bielefeld, dass zwar noch alle geplanten OPs stattfinden, aber: Es sei alles "ziemlich auf Kante genäht".

Viel passieren darf nicht mehr.
Aussage von der Uniklinik Bielefeld

Auch das Evangelische Klinikum Bethel, Universitätsklinikum in Bielefeld, und der Krankenhausbetreiber Barmherzige Brüder Trier teilt mit, dass wegen Personalmangels Betten gesperrt und der OP-Bereich nicht "in voller Last gefahren" werden kann.

Klinik betreibt ein Viertel weniger Betten verglichen mit Vor-Corona-Zeit

In den Krankenhäusern der Ravensburger Oberschwabenklinik GmbH können ebenfalls Betten und vereinzeilt OP-Säle nicht betrieben werden, weil Personal krank ist. Zumindest bei den OP-Sälen gebe es derzeit aber noch keine ständigen Schließungen, heißt es.

Im Klinikum St. Georg Leipzig werden im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit derzeit etwa ein Viertel weniger Betten betrieben. Auch hier nennt die Klinik als Grund nicht nur Personalmangel durch Covid-Ausfälle, sondern auch strukturelle Probleme - nämlich die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen. Besonders in den Intensivbereichen und bei Operationen wirke sich der Mangel auf die Handlungsfähigkeit aus. Noch habe man keine Stationen schließen müssen, "das versuchen wir zu vermeiden", sagte eine Sprecherin zur ZDFheute.

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Offenbar nicht in allen Bundesländern Stationsschließungen

Dass in allen Bundesländer Kliniken ganze Stationen und Abteilungen abgemeldet werden, wie Gaß sagte, ist nicht klar nachzuvollziehen: Die Krankenhausgesellschaften in Baden-Württemberg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen teilten mit, dass ihnen bisher keine Fälle von Stationsschließungen bekannt seien. Allerdings sind die Kliniken auch nicht verpflichtet, diese zu melden. Zumindest in Schleswig-Holstein sei die Situation "überall nennenswert bis schwierig", sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Patrick Reimund. Das betreffe vor allem die Notaufnahmen.

In Sachsen prüfen manche Kliniken "Leistungsreduzierungen und Bettensperrungen", heißt es von der sächsischen Krankenhausgesellschaft. "Sollte der Trend zu erhöhten Erkrankungszahlen bei den Beschäftigten anhalten, kann dies in der Urlaubszeit Leistungsreduzierungen der Krankenhäuser zur Folge haben. Manche Krankenhäuser melden bereits jetzt Personalausfälle in Höhe von 20 Prozent und mehr", schreibt Friedrich München, der stellvertretende Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft auf Anfrage von ZDFheute.

Mit Material von dpa

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