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Niedersachsen - Kochsalz statt Vakzin: 2.000 Nachimpfungen

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In Niedersachsen sind Tausende Menschen ohne Impfschutz, weil sie statt des Vakzins eine Kochsalzlösung gespritzt bekamen. Mehr als 2.000 wollen sich nachimpfen lassen.

Impfung in Lettland
2.000 Menschen wollen sich nachimpfen lassen, weil sie vielleicht nur Kochsalzlösung bekommen haben.
Quelle: picture alliance / Russian Look

Nachdem im Kreis Friesland womöglich mehrere tausend Menschen Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff bekommen hatten, haben sich bereits mehr als 2.000 Menschen zu Nachimpfungen angemeldet. Das teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Erste Nachimpfungen soll es im Impfzentrum des Landkreises bereits an diesem Freitag geben, wie eine Kreissprecherin mitteilte. In Impfzentren der benachbarten Kreise Wittmund, Ammerland und der Stadt Wilhelmshaven könnte dies auch schon früher der Fall sein.

Tausende ohne Impfschutz

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Tausende Menschen - und damit weit mehr als zunächst angenommen - keinen Impfschutz gegen Covid-19 haben könnten, weil eine Krankenschwester im Frühjahr Spritzen mit einer Kochsalzlösung statt mit Impfstoff aufgezogen haben soll. Sie soll damit angeblich vertuscht haben wollen, dass ihr eine Ampulle zu Bruch gegangen war.


Möglicherweise betroffen sind nach Angaben des Kreises 8.557 Menschen, denen zwischen dem 5. März und dem 20. April eine Spritze verabreicht wurde. Sie sollten nun schnellstmöglich eine weitere Impfung erhalten. Wie groß das tatsächliche Ausmaß des Falles ist, ist noch unklar. An die womöglich Betroffenen versendete der Landkreis noch am Montag Info-Briefe und E-Mails, um über die Situation aufzuklären. Zudem wurde ein eigenes Info-Telefon eingerichtet. Bis zum Dienstagabend meldeten sich dort rund 1.000 ratsuchende Anruferinnen und Anrufer.


Krankenschwester widerspricht Vorwürfen

"Das Angebot wird sehr genutzt und wir stehen bereit, um alle Fragen zu beantworten", sagte die Kreissprecherin. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Hannover sagte: "Die Bürgerinnen und Bürger reagieren sehr besonnen." Es lägen keine Erkenntnisse darüber vor, ob es infolge von Kochsalz-Injektionen zu schweren Erkrankungen mit Covid-19 gekommen sei. "Das sind Meldedaten, die hier nicht übereinander gelegt werden - auch aus Datenschutzgründen", erklärte die Sprecherin.

Die beschuldigte Krankenschwester hatte den Anschuldigungen nach Bekanntwerden der weiteren Vorwürfe am Dienstag über ihre Anwälte widersprochen. "Insbesondere hat es keine weiteren Tage gegeben, an denen der Impfstoff nicht pflichtgemäß in der vorgesehenen Menge durch unsere Mandantin verabreicht wurde", hieß es in der Mitteilung.

An den geplanten Nachimpfungen ändert diese Aussage laut Kreisverwaltung aber nichts. "An dem Vorgehen hat sich nichts verändert", sagte die Kreissprecherin. Es könne weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Menschen von Kochsalz-Injektionen betroffen sein könnten, betonte sie und verwies auf Angaben der Polizei.

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