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Impfung mit Kochsalzlösung - Über 10.000 Menschen brauchen neue Impfung

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Im niedersächsischen Landkreis Friesland hat eine Krankenschwester Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff gespritzt. Die Zahl der Betroffenen hat sich nun erneut erhöht.

Eine Impfung gegen das Coronavirus.
Die DRK-Mitarbeiterin soll in mehreren Fällen Corona-Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht haben.
Quelle: Kay Nietfeld/dpa/Archiv

Was für eine große Verantwortung die Mitarbeitenden in Corona-Impfzentren haben, zeigt sich an einem Vorfall in Friesland: Eine Mitarbeiterin soll sechs Personen Kochsalzlösung anstelle von Biontech/Pfizer-Impfstoff gespritzt haben.

Da die Ermittlerinnen und Ermittler aber nicht ausschließen können, dass die Frau nicht bereits zuvor mehrfach ausschließlich Kochsalz verwendet hat, sollen sich nun Tausende Menschen erneut impfen lassen. Die Zahl erhöhte sich am Freitag auf 10.183 Betroffene.

Dienstzeiten der Krankenschwester wurden nochmal überprüft

Der zuständige Landrat Sven Ambrosy (SPD) sagte am Freitag, es seien noch einmal genau die Zeiten überprüft worden, in denen die beschuldigte Krankenschwester Dienst hatte. Bisher waren die Behörden von 8.557 Betroffenen ausgegangen. Die neuen Zahlen lägen seit Freitagmorgen vor.

Noch im Laufe des Tages sollten die weiteren Betroffenen informiert werden. Ambrosy bedauere zutiefst, dass so viele Menschen unter dem Fehlverhalten einer einzelnen Person leiden müssten.

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Impfskandal wurde im April öffentlich

Der etwa 40-jährigen ausgebildeten Krankenschwester wird vorgeworfen, im April in mindestens sechs Fällen im Impfzentrum Schortens-Roffhausen Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht zu haben.

Als Grund gab sie laut den Ermittlern an, dass ihr eine Ampulle mit dem Vakzin zerbrochen sei. Aus Furcht vor einer Entlassung habe sie dann die Spritzen lediglich mit Kochsalz aufgefüllt.

[Lesen Sie hier: Wovor schützt die Impfung? Und ab wann?]

Nachimpfungen verursachen hohe Kosten

Ambrosy betonte, dass die Behörden nun im Rahmen der Gefahrenabwehr alle Impflinge des fraglichen Zeitraums aufrufen, sich erneut impfen zu lassen. Bisher seien bereits 5.047 Termine für Nachimpfungen vergeben worden. Es seien zwischen 200 und 400 zusätzliche Impfungen pro Tag vorgesehen.

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Um die Nachimpfungen abzuarbeiten, soll das Impfzentrum des Landkreises auch nach der Schließung der anderen Impfzentren im Land weiterarbeiten. Auf die Kostenträger kämen erhebliche zusätzliche Summen zu. Eine Impfung schlägt laut Ambrosy mit rund 22 Euro zu Buche. Hinzu kämen die Kosten für die gesamte Logistik und Organisation.

Mischung aus Kochsalzlösung und Impfung möglich

Erst am Donnerstagnachmittag sei der Landkreis von der Polizei darüber informiert worden, dass die fristlos entlassene Krankenschwester behauptet, sie habe nicht nur Kochsalz in den Spritzen aufgezogen, sagte der Landrat. Laut ihrem Anwalt habe sie mit Impfstoffresten aus anderen Ampullen das fehlende Vakzin aus dem zerbrochenen Fläschchen ersetzt.

Diese neuen Informationen bekräftigten die Gefahreneinschätzung des Landkreises, unterstrich Ambrosy. Als examinierte Krankenschwester habe sie wissen müssen, dass das Vermischen des Impfstoffes mit Resten aus anderen Ampullen verboten sei. Außerdem sei das Gemisch zu sehr verdünnt, um einen Impferfolg zu gewährleisten.

Ob die Frau eine Impfgegnerin ist und möglicherweise aus politischen Gründen handelte, wollte Ambrosy nicht bewerten. Das sei die Aufgabe der Ermittlungsbehörde

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