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Steigende Fallzahlen - Warum Corona Europa so hart trifft

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Abgesehen von Nordamerika trifft die Pandemie Europa härter als andere Regionen der Welt. Warum ist das so und was erschwert den Europäern den Kampf gegen Corona?

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Auch wenige Tage vor dem Weihnachtsfest deutet sich in Europa keine Entspannung der Corona-Lage an - im Gegenteil. Kaum eine Region in der Welt kommt so schlecht durch die Corona-Pandemie wie Europa. Die Zahl der Neuinfektionen ist, abgesehen von Nordamerika, nirgendwo so hoch wie hier.

Corona in Europa: Gründe für Ausbreitung

Der Grund für die Entwicklung in Europa ist nicht allein die Corona-Politik in den europäischen Ländern, auch Unterschiede in der Bevölkerungsstruktur spielen eine Rolle - so ist in Europa die Lebenserwartung überdurchschnittlich hoch und damit die Bevölkerung älter als in vielen anderen Regionen der Welt.

"Wir wissen ja, dass wir vor allem in der älteren Bevölkerung schwere Verläufe haben und bei den jungen Patienten die Infektionen entweder gar nicht bemerkt werden oder sehr milde verlaufen", sagt Virologin Corinna Pietsch vom Universitätsklinikum Leipzig gegenüber ZDFheute.

Europa hat kaum Erfahrung mit Pandemien

Zur Bevölkerungsstruktur kommen noch andere Faktoren hinzu, die die Bevölkerung anfällig machen für das Coronavirus. Dazu gehören:

  • eine hohe Bevölkerungsdichte
  • viele Vorerkrankungen wie Diabetes
  • offene Grenzen

Auch habe Europa in der jüngeren Geschichte wenig Erfahrung im Umgang mit Pandemien. Ganz anders sei die Lage in Asien, betont Pietsch. Dort grassierte bereits im Jahr 2003 das Sars-Virus und führte zu einer Epidemie, die erfolgreich bekämpft worden sei. Auch Mers-Coronaviren hatten sich in der Region schon einmal verbreitet.

Die Lage ist europaweit angespannt, zu hoch sind die Zahlen: In Thüringen arbeiten Kliniken am Limit, Italien verhängt harten Lockdown, die Briten verhängen Ausgangssperren.

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Pietsch: Pandemie-Erfahrung hilft asiatischen Ländern

Daher sei die Bevölkerung in Asien "schon mehr damit vertraut", welche Maßnahmen sinnvoll sind. "Es fällt da vielleicht dann auch leichter, schnell und richtig darauf zu reagieren", so Pietsch. Maßnahmen wie die Maskenpflicht träfen in Asien auch auf eine andere Mentalität der Menschen:

Ich glaube, dass da mehr Altruismus am Start ist als bei uns manches Mal.
Corinna Pietsch, Virologin

Zudem gebe es auch in vielen asiatischen Ländern eine große Aufgeschlossenheit gegenüber Technologie - die Menschen seien sehr viel eher bereit, zum Beispiel Apps zu benutzen. Auch seien sehr schnell Test-Kapazitäten aufgebaut worden, um schnell viel testen zu können.

Virologin: Sich nicht allein auf Impfstoff verlassen

In Europa sei es nun von zentraler Bedeutung, die Corona-Infektionen auf ein kontrollierbares Maß zu reduzieren. Dabei dürften sich Politik und Bürger nicht auf den Impfstoff verlassen, warnte die Virologin. Denn bis eine Herdenimmunität erreicht sei, werde es dauern.

Das geht nicht von heute auf morgen, sondern das wird mehrere Monate dauern, ehe wir da richtig gute Effekte sehen.
Corinna Pietsch, Virologin

Daher müssten sich die Menschen weiterhin an die Corona-Regeln halten: Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstand halten, Kontakte einschränken. Auch dann, so schätzt Pietsch, werde uns das Virus noch das gesamte kommende Jahr beschäftigen.

Was Herdenimmunität bedeutet, erklärt dieses Video:

Ist ein bestimmter Anteil der Bevölkerung immun, kann sich eine Krankheit nicht mehr ausbreiten. Wir erklären, warum Herdenimmunität keine Alternative zu Corona-Maßnahmen ist.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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