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Minderjährige in der Corona-Krise mehr online

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Studie zur Mediensucht - Minderjährige in der Corona-Krise mehr online

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Die Nutzungsdauer von Onlinespielen ist in der Corona-Krise bei Kindern und Jugendlichen um 75 Prozent angestiegen. Die Drogenbeauftragte ruft Erzieher auf, achtsamer zu sein.

Aufgrund der Einschränkungen während der Corona-Pandemie nutzen Kinder und Jugendliche deutlich mehr Videospiele und soziale Netzwerke. Suchtforscher sind alarmiert.

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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, zeigt sich alarmiert vom massiven Anstieg des Medienkonsums von Kindern und Jugendlichen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Das sei "ein heftiger Anstieg, der so nicht weitergehen darf", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ludwig bezog sich auf eine Studie der Krankenkasse DAK zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zur Mediensucht, nach der die Nutzungsdauer von Onlinespielen in Zeiten von Corona um 75 Prozent angestiegen sein soll. Die durchschnittliche Verweilzeit in sozialen Netzwerken soll um rund 66 Prozent zugenommen haben.

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Drogenbeauftragte: Eltern und Lehrer sollten noch achtsamer sein

Die Zahlen seien ein Aufruf an Eltern, Lehrer und Politiker, beim Medienkonsum von Kindern noch achtsamer zu sein, sagte Ludwig weiter. Sie müssten wissen, "wie viel noch OK ist und ab wann es zu viel wird."

Was wir brauchen, ist eine bessere Medienkompetenz, gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen überall in Deutschland.
Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte

Der Studie zufolge stieg bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, die mindestens einmal pro Woche spielen, die Nutzungsdauer von digitalen Spielen auf Tablets, Smartphones, Spielkonsolen oder am PC deutlich an.

Medienkonsum: Rund 1.200 Familien befragt

Die Forscher hatten dafür rund 1.200 Familien befragen lassen. Neben Kindern wurden in der repräsentativen Untersuchung auch Erziehungsberechtigte befragt. Verglichen wurden dabei Erhebungsdaten von September 2019 und April 2020.

Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen.
Andreas Storm, DAK-Vorstandschef
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