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Butanac und Abdala : Lateinamerika hofft auf eigenen Impfstoff

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Südamerikanische Länder arbeiten an eigenen Impfstoffen zur Immunisierung gegen Covid-19. Für die Region wäre ein Erfolg dringend notwendig.

Ein Wissenschaftler arbeitet im Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) an der Entwicklung von Abdala, einem Impfstoff gegen Covid-19.
Ein Wissenschaftler arbeitet im Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie in Kuba an der Entwicklung von Abdala, einem Impfstoff gegen Corona.
Quelle: dpa

Während in Deutschland der Eindruck die Oberhand gewinnt, die Corona-Pandemie könne schon bald besiegt sein, wütet das Virus in Lateinamerika nach wie vor mit voller Wucht. Besonders in Argentinien sind die Zahlen in die Höhe geschnellt.

In der vergangenen Woche meldete das Land, das in rund drei Wochen die Fußball-Südamerikameisterschaft austragen soll, mehr als 100.000 Neuinfektionen in drei Tagen. Damit hat Argentinien sogar das hart getroffene Brasilien - umgerechnet auf seine Bevölkerungszahl - übertroffen.

Mehr als eine Million Corona-Tote in Lateinamerika und der Karibik

"Traurig und erschreckend zugleich", nennt Pater Michael Heinz vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die aktuelle Zahl von mehr als einer Million offiziell gemeldeten Todesopfern der Corona-Pandemie in Lateinamerika und der Karibik.

Die Dunkelziffer der Todesopfer dürfte weitaus höher liegen.
Michael Heinz

"Mehr als 33 Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert - und kein Ende ist in Sicht. Es gilt daher, den Menschen in Lateinamerika, vor allem den Armen, in der dramatischen Notsituation beizustehen und sie möglichst schnell zu impfen."

Faire Impfstoffverteilung gefordert

Adveniat fordert daher einen gleichberechtigten globalen Zugang zu den Impfstoffen für alle Länder. "Die Impfpatente müssen jetzt freigegeben werden", fordert Pater Heinz. Ein kurzsichtiger und unsolidarischer Impfnationalismus von einigen wohlhabenderen Staaten, der die globalen Ausmaße und Zusammenhänge der Covid-19-Krise außer Acht lasse, biete keine Lösungsperspektiven und gefährde letztendlich die gesamte Menschheit.

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Brasilien und Kuba setzen auf eigene Impfstoffe

Während die Debatte um die Impfpatente noch im vollen Gange ist, arbeiten unter anderem Kuba und Brasilien mit Hochdruck an eigenen Impfstoffen, um die Krise aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen.

In Brasilien steht die chaotische Corona-Politik von Brasiliens rechtspopulistischem Präsident Jair Bolsonaro sogar im Zentrum eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses.

Impfstart mit "Butanac" in Brasilien noch unklar

"Es wäre sehr gut, einen Impfstoff zu haben, der hier in Brasilien produziert wird", sagt Epidemiologin Ethel Maciel von der Universität UFES in Espirito Santo im Gespräch mit ZDFheute.

Vor allem um eine Inklusion aller Bevölkerungsgruppen zu erreichen, wäre eine nationale Produktion fundamental,

sagt Maciel, die in der Vergangenheit immer wieder Bolsonaros Verharmlosungs-Kurs scharf kritisierte.

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, 40 Millionen Dosen des brasilianischen Impfstoff Butanac ab Juli zur Verfügung zu stellen, doch bislang lägen der zuständigen brasilianischen Behörde Anvisa noch nicht die notwendigen Daten vor, um die abschließende Testphase einzuläuten. Der Monat Juli wird so kaum zu halten sein.

Kuba startet eigene Impfkampagne mit Abdala

Kuba ist da schon ein großen Schritt weiter. Das kubanische Gesundheitsministerium gab vor wenigen Tagen den Startschuss für eine eigene Impfkampagne mit dem Impfstoff Abdala. Es ist aber nicht das einzige Mittel, auf das Kuba im Kampf gegen das Coronavirus setzt, insgesamt wurden sogar fünf Covid-19-Impfstoffe auf der Karibikinsel entwickelt.

Die Zielsetzung ist ambitioniert: In den nächsten 14 Wochen sollen 70 Prozent der Bevölkerung immunisiert werden. Gelingt Kuba dieser Impf-Coup, könnte der Impfstoff auch an andere Länder geliefert werden. Argentinien meldete bereits Interesse an.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Querdenke während einer Demonstration

Nachrichten | heute journal - Warnung vor Extremisten in Energiekrise  

Sicherheitsbehörden warnen davor, dass Extremisten die Energiekrise und Inflation ausnutzen könnten. Für den Herbst rechnen sie auch mit neuen Protesten der "Querdenker-Szene".

06.08.2022
von Astrid Randerath
Videolänge
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