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Schauspiel, Corona, Frauentag - FilmFrauen: "Haben im Moment keine Kultur"

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Vier Schauspielerinnen, alle aus dem Osten Deutschlands, erzählen über die Corona-Herausforderung und den weiten Weg zur Gleichberechtigung.

Über Höhepunkte und Neuanfänge in Ost und West

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16 min
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Ist Kino systemrelevant? Sind Schauspielerinnen systemrelevant? In den aktuellen FilmFrauen-Gesprächen sind alle irgendwie mit diesen Fragen beschäftigt. "Ich muss mal da wegkommen von diesem 'uns braucht man nicht'", sagt beispielsweise die preisgekrönte Schauspielerin Katrin Sass.

Meine Ärztin meinte gestern: 'Nein, Katrin, wir brauchen Euch! Ich will im Moment mich abends hinsetzen und abschalten können'!
Katrin Sass, Schauspielerin

Katrin Sass verbindet damit die Hoffnung, dass in der Corona-Krise, in der für alle so viel wegfällt, ein neues, konstruktives Denken entsteht.

Leere Säle im Shutdown und die Streaming-Konkurrenz machen Kinobetreibern zu schaffen. Doch die Branche kämpft und hofft auf ein großes Comeback.

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Bedingungsloses Grundeinkommen für Freiberufler

Carmen-Maja Antoni, bekannt unter anderem aus der ZDF-Komödien-Serie "Merz gegen Merz", fragt: "Wo kommt die Einsicht, die Fürsorge des Staates um die kulturelle Entwicklung in diesem Land?"

Wir haben im Moment keine Kultur.
Carmen-Maja Antoni, Schauspielerin

Brecht habe mal gesagt: "Wenn die Kultur aufhört, gibt's Krieg ..." Das wolle sie nicht hoffen, so Antoni. "Aber ich sage: Ohne Kultur gehen diese Verrohung und dieser Egoismus natürlich ihren Weg."

Claudia Michelsen fordert "ein bedingungsloses Grundeinkommen für Freiberufler" und, dass "wir alle wieder mehr ins Wir kommen". Alle Sender sollten, so Michelsen, einfach mal eine Stunde am Tag nicht senden und sagen: "So, es gibt einfach jetzt nichts mehr, denn wir sind ja nicht existent für euch."

Claudia Michelsen über ihre Anfänge in der DDR, Kultur und Corona.

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FilmFrauen über Diskriminierung und Gender Pay Gap

Auch in den neuen FilmFrauen-Interviews reden sie Klartext: Wie erleben sie die Gender Pay Gap, wie die Rollenangebote in dieser Welt, die Annette Frier in der Webserie mal als "veraltete patriarchale Piss-Struktur" beschrieben hat?

"Vielfalt? ... Das hört so mit 50, 60 auf."
Claudia Michelsen, Schauspielerin

Katja Riemann und Désirée Nosbusch äußerten sich in früheren Interviews ähnlich. "Das ist, als ob das Leben da aufhört ...", sagt Michelsen weiter.

Die 28-jährige Maria Ehrich hat "auch schon Sachen gehört wie 'Wenn du jetzt diese 2, 3 Kilo nicht verlierst, dann machst du uns den Film kaputt' zum Beispiel". Das sei natürlich "völliger Bullshit", aber es werde einem gesagt.

Die FilmFrauen berichten auch, was sich hinter den Kulissen der Filmwelt abspielt. Ehrich, die seit ihrem neunten Lebensjahr vor der Kamera steht, erzählt:

Was ich manchmal tatsächlich hätte tun sollen, ist den Mund aufmachen und sagen, was eben nicht so cool ist.
Maria Ehrich, Schauspielerin

Inzwischen gebe es schriftliche Vereinbarungen, die das erleichtern. "Dann, wenn was aufkommt, schnappt man sich den- oder diejenige und es wird angesprochen. Das habe ich schon erlebt, und finde es gut so."

Maria Ehrich: Von den Anfängen als Kinderstar und vom Druck in der Filmwelt

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Ende der DDR: Schwieriger Neustart für Filmfrauen

Ihre drei älteren Kolleginnen, die in der DDR erfolgreich bei der DEFA oder im Theater waren, berichten, wie radikal die Wende für sie als Schauspielerinnen war. "Sollten wir jetzt etwa Unterhaltung machen", erinnert sich Claudia Michelsen an diese Zeit. Und Katrin Sass, die schon 1982 mit dem Silbernen Berlinale-Bären ausgezeichnet worden war, erzählt vom "Klinkenputzen" in einem fremden System. "Wir waren ja keine Stars, sondern Charakterdarstellerinnen", so Carmen-Maja Antoni.

Maria Ehrich spricht über ihre Rolle in der ZDF-Ku'Damm-Serie als älteste Schöllack-Tochter und zieht Vergleiche zur eigenen Familie in der Nachkriegszeit: "Meine Omas kommen ja beide aus dem Osten, und ich fand es zum Beispiel sehr interessant, dass Frauen im Westen, wenn sie heirateten, ihren Beruf nicht mehr ausüben durften."

Claudia Michelsen beobachtet zu diesem Thema: "Meine Mutter hat natürlich Vollzeit gearbeitet und meine Großmutter. Alle. Also, ich glaub auch tatsächlich, dass da ein Unterschied zwischen Ost- und Westfrauen ist, ist so."

Carmen-Maja Antoni: Vom Aufwachsen in der DDR und Frauenleben in Ost und West

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16 min
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Noch ein langer Weg bis zur Gender-Gerechtigkeit

Dass es noch ein weiter Weg bis zur Gender-Gerechtigkeit ist, darin sind sich alle FilmFrauen einig. "Frauen schaffen ganz viel und mehr als Männer unter Umständen, wenn sie Haushalt und Beruf schaffen, das ist doch was Tolles," resümiert Carmen-Maja Antoni. "Und man muss einfach mal toll finden, was Frauen tun."

Es gibt eigentlich viele starke Frauen. Es muss nur Männer geben, die zuhören.
Carmen-Maja Antoni, Schauspielerin
FilmFrauen. Die Interviews

Kultur - FilmFrauen. Die Interviews 

Frauen aus dem Filmbusiness reden Klartext.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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