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Coronavirus-Mutation - Wie gefährlich ist Lambda wirklich?

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In Südamerika grassiert die Lambda-Variante von Corona, eine neue Studie zeigt, dass sie gegen Impfstoffe resistent sein könnte. Doch Experten sehen keinen Grund zur Besorgnis.

Corona-Impfung in Lima am 17.04.2021
Corona-Impfung in Peru - ist die Lambda-Variante dagegen resistent?
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der Titel der Studie aus Japan klingt alarmierend: "Lambda-Variante weist eine höhere Infektiosität und Immunresistenz auf". Etliche Medien griffen die Publikation auf. Doch wie gefährlich ist die Corona-Variante C.37 - auch Lambda genannt - wirklich? ZDFheute klärt die wichtigsten Fragen:

Wie verbreitet ist Lambda?

Als Ursprungsland von Lambda - auch "C.37" genannt - gilt nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Peru, wo die Variante vor einem Jahr zum ersten Mal nachgewiesen wurde. In dem WHO-Report wird Lambda als "Variant of Interest" bezeichnet - als "Variante unter Beobachtung". Seitdem breitete sich Lambda vor allem in Südamerika, insbesondere in Peru, Chile, Ecuador und Argentinien. In Peru sind nach Behördenangaben über 80 Prozent der Corona-Infektionen durch Lambda ausgelöst.

Insgesamt wurde Lambda bislang in fast 30 Ländern nachgewiesen, seit Anfang April auch ganz vereinzelt in Deutschland: Laut den Wochenberichten des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt der Anteil von C.37 an den Stichproben hierzulande von Woche zu Woche zwischen 0,1 und 0,4 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das laut RKI-Bericht von Mitte Juli: Die Variante wurde pro Woche "gar nicht oder nur ein- bis dreimal nachgewiesen".

Die Infektionszahlen für Deutschland sehen derzeit gut aus, aber es gibt neue Sorgen um die Delta-Variante. Was haben wir bisher in der Pandemie gelernt? Risikoforscher sagen, wir müssen ein neues Verhältnis zu allgemeiner Unsicherheit entwickeln.

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Wie ansteckend ist Lambda?

Die japanischen Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Variante vermutlich ansteckender ist als der Wildtyp von Sars-CoV-2 - aber weniger ansteckend als die Variante Delta, die in vielen Ländern das Infektionsgeschehen dominiert. Bisher konnte sich Lambda offenbar außerhalb von Südamerika auch nirgends durchsetzen, und selbst dort scheint ihr Anteil in manchen Ländern auch wieder zugunsten anderer Varianten zu sinken.

Ein Vergleich: Auch der Anteil der Infektionen mit Delta lag in Deutschland Anfang April bei 0,1 Prozent - genau wie bei Lambda. Doch für Delta verzeichnete das RKI ein exponentielles Wachstum, inzwischen ist Delta die mit über 90 Prozent beherrschende Variante - während der Anteil von Lambda konstant niedrig blieb, zuletzt sogar gar nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

Auch der Physiker und Datenwissenschaftler Cornelius Römer bilanziert bei Twitter: "Gamma und Delta waren immer übertragbarer. Das ist der Punkt, wo man aufhören sollte sich Sorgen zu machen."

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Ist Lambda resistent gegen Impfungen?

Möglicherweise kann die Variante Antikörpern "ausweichen", so die japanischen Forscher. Verantwortlich dafür sind Mutationen im Spike-Protein, die dazu führen, dass Antikörper das Virus nicht so gut neutralisieren können - so könnte der Impfschutz durchbrochen werden.

Doch Forscher der NYU Grossman School of Medicine in New York kamen in einer anderen Studie zu einem eher beruhigenden Ergebnis: Demnach habe die Lambda-Variante nur eine unwesentlich höhere Resistenz gegen mRNA-Wirkstoffe. Beide Studien wurden bisher allerdings nur als Pre-Print veröffentlicht - was bedeutet, dass unabhängige Wissenschaftler sie noch begutachten müssen.

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Der Schutz gegen schwere Verläufe ist wahrscheinlich trotzdem da.
Christine Dahlke, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Klinische Infektionsimmunologie am UKE

Auch der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sieht keinen Grund zur Besorgnis: Er glaube, die Daten aus Japan würden derzeit überinterpretiert, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Lambda könnte demnach auch dem Immunschutz "etwas entkommen, aber nicht so stark wie Delta". Insofern beunruhige ihn diese Variante anhand der aktuell vorliegenden Daten noch nicht, erklärte Watzl.

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