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Lockerung für Außenbereiche - Gastwirte zwischen Freude und Herausforderung

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Unter anderem in Teilen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens öffnet die Gastronomie wieder. Doch nicht überall ist die Freude groß: Gastronomen am Bodensee fürchten Chaos.

Im Biergarten ein erfrischendes Getränk genießen oder im Café ein Stück Kuchen essen: Einige Bundesländer lockern ihre Corona-Regeln, die Außengastronomie läuft an. Unter anderem in Nordrhein-Westfalen. Zum ersten Mal seit knapp drei Monaten liegt die Inzidenz hier mit 92,4 unter der kritischen 100-Marke.

Konkret bedeutet das: Fünf Kreise und zwei kreisfreie Städte machen an diesem Samstag den Anfang bei den Öffnungsschritten. Die Wirte dürfen ihre Gäste empfangen - im Freien und unter Auflagen. Zugang haben jedoch lediglich Getestete, Geimpfte und Genesene. Auch Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen den Betrieb wieder aufnehmen. Voraussetzung ist der Nachweis eines aktuellen negativen Testergebnisses.

Master Ko Chinwong (l) und Shirley Panitz aus Berlin und Leipzig haben im Freisitz des Restaurants «Spizz» am Barfußgässchen Platz genommen.
Auch in Leipzig ist die Rückkehr der Außengastronomie bereits angelaufen.
Quelle: dpa

Corona-Inzidenz in NRW unter 100

Ab Sonntag sollen die Lockerungen in den Bereichen Beherbergung und Gastronomie schließlich in fünf weiteren Kreisen des Landes gelten. Dann sind in 12 der insgesamt 53 Kreise und kreisfreien Städte Öffnungen möglich.

Lockerungen in Baden-Württemberg

Auch in Heidelberg und Freiburg ist ein Café oder Restaurant-Besuch ab diesem Wochenende wieder möglich. Anders als in anderen Bundesländern dürfen Wirte ihre Gäste hier von 6 bis 21 Uhr in Innenräumen empfangen.

Wegen sehr unterschiedlicher Inzidenzen innerhalb der verschiedenen Regionen warnt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband jedoch vor "Landkreis-Hopping". Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner spricht gleichzeitig von weiteren Schwierigkeiten.

"Riesige Herausforderung für Gastronomie"

Die Gastronomen müssten genügend Mitarbeiter für Küche und Service zurückholen, um überhaupt öffnen zu können. Auch die Warenbestellung sei wegen vieler Unwägbarkeiten nicht einfach, teilweise müsse mit abgespeckten Speisekarten gerechnet werden.

Hinzu kommt: Die Kontrolle der Nachweise über Schnelltest, Genesung oder Impfung sei schwierig. Denn als geimpft gelten nur Menschen, deren vollständige Impfung mindestens zwei Wochen zurück liegt. Jedoch haben viele erst die erste Dosis erhalten, nur beim Impfstoff Johnson & Johnson reicht eine Spritze aus.

[Wie die Impfungen in Deutschland laufen, lesen Sie hier.]

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die Außengastronomie bereits angelaufen. Doch "das ist nicht mal eben auf Knopfdruck getan", erklärt ein Gastronom.

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Wirte und Hoteliers am Bodensee befürchten Chaos

Während sich die Gastronomen in Nordhrein-Westfalen und Baden-Württemberg auf Öffnungen einstellen, ist rund um den Bodensee der Ärger groß - vor allem mit Blick über die Grenze. Angesichts unterschiedlicher Öffnungsschritte fürchten auch hier die Wirte ein "Landkreis-Hopping".

In der Vierländerregion seien die "derzeit bestehenden und voneinander abweichenden Regelungen immer besonders herausfordernd", erklärt der Geschäftsführer der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH, Jürgen Amman. Er fordert eine Harmonisierung der Regeln.

Archiv: Mutter und Tochter spazieren am Strand an der Ostsee am 05.02.2020.

Corona-Lockerungen - Das gilt für Urlauber in den Bundesländern 

Strandkorb oder Wandern - mancherorts ist die Wahl gar keine, Urlaubsmöglichkeiten im Inland bleiben begrenzt. Aber es gibt auch Lockerungen. Wo was geht.

Kritik an Öffnungsschritten

Entsprechende Forderungen kommen auch aus dem Allgäu. Während eine baldige Öffnung von Tourismus und Gastronomie in weiten Teilen des Allgäus und dem Bodenseekreis in Baden-Württemberg unwahrscheinlich scheint, seien Tagesausflüge beispielsweise nach Österreich möglich.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass man durch die derzeitigen Beschlüsse konzeptbasierte Öffnungen außerhalb Deutschlands akzeptiere, der Neustart hierzulande aber an die Inzidenz gebunden sei, so die Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH, Maria Rita Zinnecker.

Höchste Inzidenz in Coburg

In den Nachbarländern könnten Gäste urlauben, in Bayern aber nicht. Während die Sieben-Tage-Inzidenz beispielsweise in Flensburg mit 10 Fällen pro 100.000 Einwohner bundesweit am niedrigsten ist, verzeichnet Coburg in Bayern mit 255,6 die höchste Inzidenz.

"Es ist nicht einzusehen, warum bei der Entscheidung für mögliche Öffnungsschritte im Tourismus weiterhin und ausschließlich der Inzidenzwert das Maß der Dinge ist", so Zinnecker.

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