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Nach "Chaos"-Partys auf Mallorca - Ballermann-Lokale werden geschlossen

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Am Wochenende feierten Touristen noch ausgelassen auf der Partymeile und sorgten damit für Empörung: An die Corona-Regeln wurde sich nicht gehalten. Nun wird die Reißleine gezogen.

Touristen sitzen dicht an dicht auf einer Terrasse eines Lokals auf der so genannten Bierstraße am 12.07.2020 in Mallorca
Mallorca schließt Lokale am "Ballermann"
Quelle: dpa

Die wilden Partys Hunderter Touristen ohne Schutzmaske und Sicherheitsabstand haben auf Mallorca ein einschneidendes Nachspiel: Erstmals werden auf der spanischen Insel mitten im Sommer alle Vergnügungslokale im Herzstück des vor allem von deutschen Touristen gern besuchten Ballermanns an der Playa de Palma zwangsgeschlossen.

Die Bier- und Schinkenstraße werden ab sofort und vorerst für zwei Monate trockengelegt. Auch die Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich von Palma sei von den Zwangsschließungen betroffen, teilte die Regionalregierung am Mittwoch mit.

Partys ohne Corona-Regeln

Deutsche und Briten hatten am Wochenende für "Chaos" gesorgt, wie die Inselzeitung Última Hora titelte. Die Empörung war groß - auch in Deutschland. So sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU):

Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird.

Der balearische Tourismusminister Iago Negueruela hatte bei der Bekanntgabe der Maßnahmen jetzt eine klare Botschaft parat:

Wir wollen diese asozialen Touristen hier nicht haben. Sie sollen nicht kommen.

Man dürfe nicht zulassen, "dass einige wenige dem Image der Inseln Schaden zufügen" und die Erfolge der Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzten.

200.000 Arbeitsplätze seien gefährdet

Negueruela warnte, man werde nicht zögern, die Maßnahmen wenn nötig auch auf andere Gebiete der Insel auszuweiten. "Die Gesundheit geht vor. Und ohne Gesundheit gibt es auch keine Wirtschaft." 200.000 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Je nach Entwicklung sei sowohl eine Verlängerung als auch eine Verkürzung der Schließungen denkbar.

Kritisiert wurden nicht nur die Gäste, sondern auch Lokalbesitzer, die nicht für Ordnung sorgten. Verwaltungsministerin Isabel Castro erinnerte daran, dass seit Freitag ein Bußgeldkatalog gilt, wonach bei Verstößen gegen die Corona-Regeln bei Partys vor allem die Lokalbesitzer, aber auch Organisatoren von Feiern selbst in privaten Wohnungen mit Strafen von bis zu 600.000 Euro rechnen können.

Betreiber von Nachtlokalen protestieren

Vor der Pressekonferenz, protestierten rund 500 Betreiber auf den Straßen von Palma. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Ohne Tourismus sterben wir" und forderten die Wiedereröffnung. Betroffen sind auch die Lokale Megapark und Bierkönig.

Bewohner haben Angst vor dem Virus

Doch sie sind auf Mallorca in der Minderheit. Die 40.000 Bewohner des S'Arenal, wo der Ballermann liegt, haben Angst vor dem Coronavirus. "Natürlich habe ich Bammel. Die Deutschen leben einfach in einer anderen Welt", sagte eine Anwohnerin der Deutschen Presse-Agentur.

Die stellvertretende Präsidentin des Hotelierverbandes von Mallorca (FEHM), María José Aguiló, verurteilte die illegalen Partys "aufs Schärfste".

Dieses asoziale und unverantwortliche Verhalten gefährdet die Gesundheit aller Menschen.
María José Aguiló

Lockdown soll sich nicht wiederholen

Die Hoteliers kennen die wirtschaftlichen Folgen des langen Corona-Lockdowns in Spanien nur zu gut - und wollen nicht, dass sich das wiederholt. Und natürlich haben sie auch die kritischen Reaktionen aus Deutschland nicht überhört.

Der Ärzte-Topfunktionär Frank Ulrich Montgomery sprach auf NDR Info über die Möglichkeit einer Zwangsquarantäne für Mallorca-Touristen. Das wäre wie ein Todesstoß für eine Branche, die auf den Balearen für riesige Umsätze sorgt.

Von Emilio Rappold, dpa

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