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Spätestens ab September - KBV-Chef: Corona-Regeln für Geimpfte aufheben

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Um den Impffortschritt in Deutschland zu sichern, werden nun Bußen für Terminschwänzer ins Gespräch gebracht. Kassenärzte-Chef Gassen setzt eher auf positive Anreize.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen. Archivbild
Kassenärzte-Chef Gassen will ein Ende der Corona-Maßnahmen für Geimpfte.
Quelle: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat das Ende aller Corona-Maßnahmen für vollständig durchgeimpfte Personen gefordert. Der Wegfall sei wichtig, auch um die Impfmoral der Bundesbürger hochzuhalten, sagte er der "Bild"-Zeitung.

Spätestens September wird für jeden Impf-Willigen ein Impfangebot verfügbar sein, dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg.
Andreas Gassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung

Gassen: Keine Maskenpflicht mehr für Geimpfte

Jeder könne dann immer noch individuell entscheiden, ob er oder sie weiter Maske tragen will. Pflicht solle es dann aber nicht mehr sein.

Laut Bundesgesundheitsministerium sind derzeit 37,9 Prozent der deutschen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mindestens 55,6 Prozent haben eine Impfdosis erhalten.

Debatte über Bußen für Impfschwänzer

Am Wochenende war eine Diskussion über Strafen für geschwänzte Impftermine aufgekommen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte der "Bild am Sonntag" gesagt:

Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

"Ich appelliere hier stark an unser aller Solidarität. Das ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe mit einem guten Schuss individueller Verantwortung", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der "Welt".

Sollten wir aber merken, dass diese Solidarität in Teilen der Gesellschaft nicht vorhanden ist, müssen wir uns schon überlegen, wie wir diese im Interesse aller, gegebenenfalls auch über Sanktionen, werden einfordern können.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek

FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki sprach sich gegen Bußgelder aus. Es sei zwar "ärgerlich und unsozial", einen vereinbarten Termin platzen zu lassen, sagte FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. "Trotzdem wäre es sinnvoller, zunächst an die Menschen zu appellieren, ihren Termin rechtzeitig abzusagen, damit andere den Impfstoff erhalten können."

Ähnlich sieht es der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager: "Die Landkreise lehnen Strafen für Menschen, die ihren zweiten Impftermin ohne Absage nicht wahrnehmen, ab", sagte er der "Welt". Das Verhalten sei zwar unsolidarisch, aber es wäre unangemessen, in diesen Fällen mit der "ordnungspolitischen Keule" zu kommen.

Städtetag fordert von Politik mehr Überzeugungsarbeit

Der Deutsche Städtetag forderte indes von der Politik ein stärkeres Engagement, um Impf-Unwillige zu überzeugen. "Wir müssen mehr Menschen ansprechen, die sich beim Impfen bisher zurückhalten. Wir müssen ihnen niedrigschwellig Angebote machen und Überzeugungsarbeit leisten", sagte der Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung (SPD), der "Rheinischen Post".

"Wir wollen stärker auf schwer erreichbare Menschen in benachteiligten Stadtteilen zugehen. Mobile Impfteams werden deshalb in nächster Zeit eine größere Rolle spielen." Das Impfen bleibe der Schlüssel, um die Pandemie zu bewältigen.

Datengrafik: Impfungen in Deutschland
Grafiken

Diese Länder liegen vorne - Wie viele wurden bisher gegen Corona geimpft? 

Wie erfolgreich ist die Impfkampagne in deutschen Bundesländern und anderen Staaten, wo gerät sie ins Stocken? Aktuelle Zahlen zeigen, wie viele Menschen bereits geimpft wurden.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
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