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Corona-Maßnahmen in Deutschland - Was hat der Teil-Shutdown bisher gebracht?

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Zwei bis drei Wochen sollte es dauern, bis sich über die Wirkung der jüngsten Corona-Maßnahmen etwas sagen lässt. Tatsächlich ist ein klarer Trend aber noch nicht erkennbar.

Zusammengestellte Tische und Stühle stehen vor einem Straßencafé
Kontakte beschränken: Was bringen die verschärften Corona-Maßnahmen?
Quelle: dpa

Zwei Wochen nach dem Start des Teil-Shutdowns fehlt es weiter an deutlichen Anzeichen für eine Trendumkehr beim Infektionsgeschehen. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.824 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden.

Das sind zwar rund 6.100 Fälle weniger als am Sonntag, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgibt. Jedoch sind an Montagen die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Vor Bund-Länder-Treffen -
Zwischenbilanz - und neue Corona-Maßnahmen?
 

Vor zwei Wochen hatten Bund und Länder einen Teil-Shutdown beschlossen. An diesem Montag ziehen sie eine Zwischenbilanz. Klar ist: Lockerungen sind nicht in Sicht.

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Trend lässt sich nicht ablesen

Am vergangenen Montag hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 13.363 gelegen - also um 2.539 Fälle höher als an diesem Montag. Damit lag der Montagswert erstmals seit August nicht über dem der Woche zuvor.

Ein gesicherter Trend lässt sich daraus aber nicht ablesen - zumal andere Kennzahlen für das Infektionsgeschehen weiter bedenklich hoch sind. Im RKI-Lagebericht vom Sonntag heißt es:

Aktuell ist weiterhin eine große Anzahl an Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten
RKI-Lagebericht

Rechnerisch stecken 100 Infizierte weitere 100 Menschen an

Der R-Wert lag demnach bei 1,03 (Vortag: 1,05). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Die Zahl erfasster Neuinfektionen je 100.000 Einwohner über sieben Tage lag am Montag (Stand 00.00 Uhr) bei 143,3 (Vortag: 142,5). Vor vier Wochen (19. Oktober) hatte sie noch bei 45,4 gelegen.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Anzahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern nach Angaben von Risklayer/CEDIM (KIT).

Wirkung zeigt sich erst später

Eine hohe Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Kanzlerin Angela Merkel hatte als Ziel ausgegeben, wieder in eine Region von 50 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner kommen zu wollen.

Wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung sollte es nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen dauern, bis sich die Wirkung des jüngsten Teil-Shutdowns bei den Infektionszahlen zeigt.

Zahl an Neuinfektionen auf Intensivstationen steigt

Viele Menschen verhielten sich Analysen zufolge bereits zuvor wieder vorsichtiger. In den Zahlen der vergangenen Tage wurde dann auch zumindest ein Abflauen des Anstiegs der Neuinfektionen sichtbar. Immer stärker bemerkbar macht sich die Zahl an Neuinfektionen auf den Intensivstationen.

Laut RKI steigt diese seit Mitte Oktober stark an: von 655 Patienten vor etwa vier Wochen (15. Oktober) auf nun 3.385 (15. November). Die Lage wird sich erwartbar noch verschlechtern: Bis ein Neuinfizierter, der einen schweren Covid-19-Verlauf entwickelt, auf einer Intensivstation landet, vergehen im Schnitt zehn bis zwölf Tage - und häufig bleiben die Patienten lange in den Kliniken.

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