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FAQ

Medikamenten-Studie der Uni Bonn : Kamel-Antikörper gegen Corona?

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Kamele, Dromedare, Lamas und Alpakas könnten uns ein Medikament gegen Corona bescheren. Sie produzieren spezielle Antikörper, die Sars-CoV-2-Viren unschädlich machen könnten.

Im Blut eines Alpakas-Männchens und eines Lamas haben Forschende Antikörperfragmente gegen das Coronavirus entdeckt. "Nanobodies" nennen Wissenschaftler diese Wirkstoffklasse.

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Ein Forschungsteam an der Universität Bonn verwendet spezielle Antikörper von Lamas und Alpakas, um das Coronavirus zu neutralisieren. Die Forscher haben Fragmente dieser Antikörper, sogenannte Nanobodies, zu einem möglichen Medikament kombiniert.

Schon Ende dieses Jahres sollen erste klinische Studien dazu beginnen.

Warum gerade diese Tiere?

Ein Zufall brachte die Wissenschaftler auf diese Fährte: Ende der achtziger Jahre weigerten sich belgische Biologiestudenten, Antikörper aus humanem Blut zu isolieren - aus Angst vor HIV. Im Kühlschrank befand sich zufällig eine Probe Dromedar-Blut, die stattdessen untersucht wurde.

Darin entdeckten die Studenten die ungewöhnlichen Antikörper. Später stellte sich heraus, dass alle Verwandten der Kamele diese speziellen Antikörper bilden.

An der Uniklinik Bonn wollen Forschende ein Medikament gegen Corona-Viren entwickeln. Alpakas und Lamas helfen ihnen dabei. Sie bilden Antikörper, die uns Menschen schützen.

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2 min
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Was sind Nanobodies?

Nanobodies sind Fragmente von einfachen Antikörpern, die seit Millionen Jahren in den B-Zellen von Lamas und Alpakas gebildet werden. Nanobodies sind zehnmal kleiner als klassische Antikörper.

Das Bonner Team um den Virologen Dr. Florian Schmidt und den Immunologen Dr. Paul-Albert König hat ein Lama und ein Alpaka mit einem harmlosen Oberflächenprotein des Coronavirus geimpft. Die Tiere erkrankten nicht, sondern bildeten diese speziellen Antikörper und sind nun immun.

Dr. Florian Schmidt vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn mit einem Lama
Dr. Florian Schmidt vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn mit einem Lama
Quelle: Volker Lannert/Uni Bonn

Wie funktioniert das?

Nanobodies funktionieren wie herkömmliche Antikörper. Sie docken an der Oberfläche des Virus an und verhindern damit, dass sich das Virus an die Oberfläche unserer Zellen anheftet und dann in die Zellen eindringen kann. Nanobodies verkleben sozusagen die Viruspartikel und machen sie unschädlich.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Das Gute an Nanobodies: Sie sind einfach aufgebaut, lassen sich also gut auch in großen Mengen produzieren, beispielsweise von Hefekulturen. Das Medikament soll inhaliert werden, ähnlich wie bei Asthma. Ohne Krankenhausaufenthalt, jeder kann sich das Mittel selbst zuhause verabreichen.

Früh nach einer Corona-Infektion soll es schwere Verläufe, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle verhindern. Es wäre auch als Prophylaxe denkbar - zum Beispiel, wenn man Kontakt zu einem Infizierten hatte. Und es soll auch Menschen helfen, die sich nicht impfen lassen können, zum Beispiel Organspendeempfänger oder Krebspatienten.

Wann könnte es ein Medikament geben?

Möglicherweise schon Ende 2022. Das ist zumindest das Ziel der Forscher. Die vorklinischen Studien haben gezeigt, so die Wissenschaftler, dass das Medikament gegen alle bisherigen Varianten des Virus helfe. In der bald beginnenden klinischen Studienphase wollen die Wissenschaftler unter anderem noch herausfinden, in welcher Dosierung das Mittel anzuwenden ist.

Den Forschungstieren an der Uni Bonn geht es übrigens gut, ihnen wird nur Blut abgenommen. Sie kommen bei Forschung und Medikamentenherstellung nicht zu Schaden.

jens spahn (l, cdu), bundesgesundheitsminister, und anja karliczek (cdu), bundesministerin fuer bildung und forschung, aeussern sich bei einer pressekonferenz im bundesministerium fuer bildung und forschung zu massnahmen gegen die ausbreitung des coronavirus.

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