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Zu Hause bleiben - auch im Teil-Shutdown?

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Analyse von Mobilitätsdaten - Zu Hause bleiben - auch im Teil-Shutdown?

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Mobilfunkdaten zeigen: Während des ersten Corona-Shutdowns im Frühling waren die Menschen in Deutschland wenig unterwegs. Wie sieht es jetzt aus?

Zeichnung "Wir bleiben zu Hause" mit Straßenkreide
"Wir bleiben zu Hause" war das Motto des ersten Shutdowns.
Quelle: imago

"Wir bleiben zu Hause", dazu ein Regenbogen als Zeichen der Verbundenheit: Dieses Bild sah man im Frühling überall hinter Fensterscheiben und auf Bürgersteigen. Deutschland machte aus Angst vor Corona dicht. Mitte März, in der zwölften Kalenderwoche, schlossen Schulen und Kitas, eine Woche später wurden strenge Kontaktregeln erlassen. Das öffentliche Leben erlahmte. Laut Mobilfunkdaten waren die Menschen Ende März 39 Prozent weniger unterwegs als normalerweise. Dann nahm die Mobilität wieder zu und erreichte im Juli das Vorjahresniveau - also Normalität.

Zuhause bleiben, Kontakte reduzieren - so lautet auch jetzt wieder die Devise. Doch im Teil-Shutdown, der seit 2. November beziehungsweise der 45. Kalenderwoche gilt, ändern die Menschen ihr Leben deutlich weniger als im Frühling. Die Mobilität sank in der zweiten Novemberwoche nur zehn Prozent unter den üblichen Wert und verharrt nun nach Beobachtungen des Robert-Koch-Instituts auf diesem Niveau.

"Die Mobilität geht nicht so stark zurück wie im Frühjahr. Das liegt daran, dass die Maßnahmen nicht so strikt sind - Schulen und Kitas sind ja zum Beispiel in diesem Lockdown light offengeblieben", erklärt Frank Schlosser, Leiter des "Covid-19 Mobility Project" beim Robert-Koch-Institut (RKI). Zudem wüssten sich die Menschen mit Masken und AHA-Regeln besser vor dem Virus zu schützen.

Ein weiterer Grund: "Es sind weniger Leute im Homeoffice als im Frühjahr", sagt Professor Dirk Brockmann, der die Projektgruppe "Computational Epidemiology" am RKI leitet. Aktuell gehe die Mobilität vor allem in den Großstädten zurück, in manchen ländlichen Gebieten dagegen gar nicht. "Das war im Frühjahr ganz anders. Der erste Lockdown war ein richtiger Schock, da war sehr viel mehr Angst im Spiel."

In den Städten ist weniger los

Ein Grund für den Unterschied zwischen Stadt und Land dürfte sein, dass die Menschen wegen Corona zuerst auf das verzichten, was nicht unbedingt nötig ist - ein Stadtbummel zum Beispiel. In den Einkaufsstraßen der größten Städte waren nach Zählungen der Firma Hystreet in der zweiten Novemberwoche zwischen 15 und 50 Prozent weniger Menschen unterwegs als normalerweise:

Auffällig ist allerdings: Weniger los ist vor allem unter der Woche. Vergangenen Samstagnachmittag schlenderten sogar mehr Menschen als normalerweise durch die Fußgängerzonen von Essen, Dresden und Stuttgart.

Nur noch Kurzstrecke

Handy-Daten zeigen außerdem: Die Menschen bewegen sich nicht so weit von zu Hause weg wie sonst. Während das RKI am 10. November bei Fahrten innerhalb eines Landkreises ein Minus von 7 Prozent verzeichnete, waren es über Kreisgrenzen hinweg minus 19 Prozent. Und das Statistische Bundesamt hat ermittelt, wie mit steigenden Infektionszahlen der Fernverkehr zurückgeht. Ende Oktober - also schon vor dem Teil-Shutdown - lag die Zahl der Zugfahrten über 50 Kilometer 51 Prozent unter Vorjahresniveau, die der Inlandsflüge 89 Prozent. Tendenz: fallend.

Die Leute verzichten also vor allem auf weite Strecken - reicht das? "Es gibt keinen Zielwert, wie weit die Mobilität im Lockdown sinken soll", sagt Brockmann. "Das Problem ist ja nicht, dass das Virus durch reisende Menschen in andere Regionen getragen wird - es ist ja ohnehin schon überall. Die Mobilität ist nur ein Indikator, inwiefern die Menschen ihr Verhalten ändern, also zu Hause bleiben und Kontakte reduzieren."

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