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Brief an Kultusminister - "Kultur-Hunger": Museen wollen Perspektive

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Sie haben viel Platz, gute Klimaanlagen und Aufsichtspersonal - viele Museen in Deutschland sehen sich deswegen zu Unrecht im Shutdown. Nun preschen einige selbst vor.

Auch Museen mussten im Lockdown schließen. Archivbild
Auch Museen mussten im Shutdown schließen. (Archivbild, Berliner Museumsinsel)
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Kunstmuseen wollen schneller raus aus dem Shutdown. Mit einem Brief an die Kulturverantwortlichen von Bund und Ländern haben sich die Leitungen führender Häuser für eine Öffnung der Museen stark gemacht. "Unsere Sorge gilt der Eindämmung der Pandemie, zugleich aber auch einer dem jeweiligen Verlauf von Corona angepassten Wiedereröffnung der Museen", heißt es darin.

Museen seien sichere Orte, in denen Hygienemaßnahmen strikt befolgt und überwacht würden. Es gebe ausgefeilte Klimatechniken und Raumkapazitäten.

Museen bei Infektionsgeschehen unauffällig

"Die Museen haben schon nach der Phase des ersten Lockdowns ihre Häuser mit großer Sorgfalt der neuen Situation angepasst", heißt es in dem Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und ihre Länderkolleginnen und -kollegen. Die meisten Museen verfügten über eine ausgefeilte Klimatechnik und Raumkapazitäten, die Bewegungsabläufe nach Distanzgebot steuern und entzerren könnten.

Kultureinrichtungen sollten nicht die letzten sein, die wieder aufmachen, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Interview. Besonders Museen hätten gute Lüftungssysteme.

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Die Museen gehen in ihrer Einschätzung noch weiter: "Es ist Konsens, dass sie seit Beginn der Pandemie nicht als Orte eines Infektionsgeschehens aufgefallen sind." Beim Robert Koch-Institut heißt es zu den Infektionswegen: "Zusätzlich findet in zahlreichen Kreisen eine diffuse Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung statt, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln."

Museen hoffen auf "mehr Gerechtigkeit"

Die Schließung von Einrichtungen wie Museen wurde auch mit der generell nötigen Verringerung von Kontakten begründet, etwa bei der An- und Abfahrt mit öffentlichem Nahverkehr. Museen könnten nach Einschätzung der Schreiber "für den Hunger auf Kultur ein Angebot machen, ohne die gesellschaftliche Solidarität in Frage zu stellen". Dazu zählen aus Sicht der Leitungen etwa das schrittweise Herauffahren der Museen durch Bildungs- und Lernangebote für Schulen und zunehmend mögliche Individualbesuche in Museen bei Verzicht auf touristische Gruppenbesuche, Führungen oder Veranstaltungen.

Der Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern hat an Politiker des Landes appelliert die Museen zum 1. Dezember wieder zu öffnen. Durch die fehlenden Einnahmen droht einigen Einrichtungen Existenznot.

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Schulklassen sollten unabhängig von Individualbesuchern in die Museen kommen können. Die Museen versprechen sich so "mehr Gerechtigkeit" und "eine kulturelle Grundversorgung". Unterzeichnet ist das Schreiben "sicher auch im Sinne weiterer Direktorinnen und Direktoren deutscher Kunstmuseen" von mehr als 50 Museumsspitzen darunter Michael Eissenhauer (Staatliche Museen zu Berlin), Marion Ackermann (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) und Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig, Köln).

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