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Angst vor Corona-Mutanten - Mehrere Länder verhängen Einreisesperren

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Die Regierung plant laut Berichten die Einschränkung des Flugverkehrs, um die Verbreitung der Corona-Mutanten zu stoppen. Mehrere Länder haben ihre Grenzen bereits dicht gemacht.

Die Sorge um die Corona-Mutanten ist groß. Daher sollen drastische Reisebeschränkungen kommen, eine Vorlage soll bis zum Ende der Woche vorliegen.

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Weltweit greift die Angst vor der Ausbreitung neuer Corona-Mutanten um sich. Immer mehr Länder machen ihre Grenzen dicht. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, es müsse "das Nötigste getan werden", um eine weitere Ausbreitung der Mutanten auch hierzulande zu verhindern.

Das Bundeskabinett hat daher auch über eine drastische Einschränkung des Flugverkehrs aus Hochrisikogebieten diskutiert. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein entsprechender Beschluss derzeit abgestimmt wird.

Medien: Neue Reisebeschränkungen bis Freitag beschlossen

Deutsche Staatsbürger seien aber von den geplanten Einschränkungen nicht betroffen. Ausnahmen solle es zudem für Berufspendler und Diplomaten geben. Eine Ausreisesperre in die Hochrisikoländer sei nach Prüfung im Innenministerium rechtlich derzeit nicht umsetzbar.

Laut dem "Spiegel" ist eine weitgehende Stilllegung des Linienflugverkehrs derzeit nicht geplant. Eine Entscheidung des Bundeskabinetts über die Verbote soll laut übereinstimmenden Informationen von "Bild" und "Spiegel" bereits am Freitag fallen.

Geteilte Meinungen zu den Einschränkungen

Die Meinungen zu den Plänen fallen unterschiedlich aus. Der Unionsfraktionsvize im Bundestag, Andreas Jung, sagte der "Welt":

Wenn in einer Region das mutierte Virus grassiert, muss konsequent gegen die Ausbreitung vorgegangen werden - auch mit strikten Reisebeschränkungen.
Andreas Jung, Unionsfraktionsvize

Unterstützung kommt von Fachmedizinern. "Je niedriger wir (mit den Infektionszahlen) kommen, je mehr spielt es eine Rolle, dass wir nicht von außen zusätzliche Problem-Viren importiert bekommen", sagte der Vorstand des Intensivmediziner-Verbands, Uwe Janssens, den Sendern RTL und ntv.

Ein Verkehrsschild, das auf startende und landende Flugzeuge hinweis, steht am Flughafen Köln-Bonn am Straßenrand.

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Ifo-Chef Fuest: "Urlaubsreisen brauchen wir derzeit nicht"

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sagte im SWR, der Reiseverkehr müsse "auf das Notwendige reduziert" werden. "Urlaubsreisen brauchen wir derzeit nicht," so Fuest. Geschäftsreisen seien etwas anderes.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, warnte gegenüber dem "Handelsblatt" vor weiteren Einschränkungen des Flugverkehrs. Dies dürfe nicht zur Folge haben, dass Verbraucher im Ausland strandeten.

Strikte Beschränkungen in anderen Ländern

In anderen Ländern gelten bereits strikte Einreisebeschränkungen. Portugal stellte sämtliche Flugverbindungen mit Brasilien ein, wo vor kurzem eine neue Corona-Mutante entdeckt worden war.

Norwegen kündigte an, ab Donnerstag um Mitternacht seine Grenzen für fast alle Ausländer dicht zu machen. Finnland untersagte alle nicht notwendigen Reisen mit dem Flugzeug.

Israel schließt seine Nachbargrenzen

Israel kündigte derweil an, auch seine Landgrenzen zu Jordanien und Ägypten für Reisende zu schließen. Innenminister Arye Deri erklärte, die Übergänge an den Landgrenzen blieben sowohl für israelische Staatsbürger als auch für Ausländer gesperrt.

Die britische Innenministerin Priti Patel verkündete, dass sich britische Reiserückkehrer, die aus Hochrisikogebieten eintreffen, für zehn Tage in eine Hotel-Quarantäne begeben müssen.

Corona-Mutanten in über 100 Ländern

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die zunächst in Großbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante wurde demnach inzwischen in 31 Ländern festgestellt.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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