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Fälle in Deutschland - So verbreitet sind die Corona-Mutanten

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Die Virus-Varianten B.1.1.7 aus Großbritannien und B.1.351 aus Südafrika breiten sich auch in Deutschland aus. Ein Überblick über die Fallzahlen, die dem RKI vorliegen.

Darstellung einer mutierten Version des Coronavirus
Die Daten zu Mutationen in Deutschland werden vom RKI gesammelt.
Quelle: Reuters

Wie stark sich die Virus-Mutanten in Deutschland ausbreiten, darüber können Wissenschaftler derzeit nur Vermutungen abgeben. Denn um festzustellen, ob sich ein positiv getesteter Patient mit den Varianten B.1.1.7 (aus Großbritannien) und B.1.351 (aus Südafrika) oder gar anderen neuen Formen des Virus infiziert hat, müssen die Viren in Laboren untersucht werden.

Flächendeckende Sequenzierung angeordnet

Diese sogenannte Sequenzierung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende Januar flächendeckend angeordnet, um ein genaueres Bild über die Verbreitung der Mutanten zu erhalten. Das Sequenzieren dient dazu, Veränderungen des neuartigen Coronavirus zu erkennen. Die Mutations-Fälle sollen von den Laboren und Gesundheitsämtern an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt werden - genauso, wie es bereits seit Beginn der Pandemie mit den Infektionszahlen geschieht.

Das RKI weist darauf hin, dass die gemeldeten Fallzahlen eine leichte zeitliche Verzögerung haben können und nur eine "Momentaufnahme" darstellen. Das Institut stehe jedoch in täglichem Kontakt mit den zuständigen Behörden auf Landesebene. Stand heute, 0 Uhr, meldet das RKI 168 Fälle der britischen und 27 Fälle der südafrikanischen Corona-Variante.

Flensburg ist ein Hotspot der Virusvariante B.1.1.7

In Flensburg sind inzwischen 39 Fälle der in Großbritannien verbreiteten Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte die Stadt am Freitagabend mit. Es gebe 53 Verdachtsfälle. "Während wir über Monate ein moderates Fallgeschehen hatten, registrieren wir nun einen deutlichen Anstieg", sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD).

"Ob der rasche Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Vorhandensein der Mutation steht, können wir nur mutmaßen." Auch wenn es nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Mutation gebe, so werde immer wieder darauf hingewiesen, dass sie mit einer höheren Infektiosität einhergehe, betonte Lange.

Zahlreiche Infektionen mit der Virus-Variante soll es unter Leiharbeitern in einer Fischfabrik gegeben haben, berichten dpa und NDR.

Ausbruch in Berliner Klinikum unter Kontrolle

Rund eine Woche nach dem Aufnahmestopp am Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin wegen einer Virusmutation ist die Corona-Lage nach Angaben des Krankenhauses unter Kontrolle. "Es ergibt sich kein Hinweis auf eine unkontrollierte Ausbreitung von Sars-CoV-2, insbesondere nicht von Virusvarianten", teilte die Klinik am Samstag mit. Es gebe keine aktive Infektionskette mehr.

Die Klinik verwies dabei auf umfangreiche Untersuchungen von Personal und Patienten sowie weitere Nachforschungen des Gesundheitsamts und des Robert-Koch-Instituts.

  • An der Klinik sind 30 Fälle der Virusmutante vom Typ B.1.1.7 nachgewiesen worden.

Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch gefährlicher als die bislang vorherrschenden Erreger. Wie das Humboldt-Klinikum erklärte, konnten alle aufgetretenen Fälle der Variante einer Infektionskette zugeordnet werden, die von der Kardiologie ausging.

Virusvariante wütet in Leverkusener Altenheim

In einer Senioreneinrichtung in Leverkusen sind 15 Bewohner gestorben, die sich mit dem Virus angesteckt hatten. Insgesamt hätten sich ...

  • 47 ältere Menschen und
  • 25 Mitarbeiter infiziert

... sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen am Sonntag. In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Das Virus sei durch das Personal in das Seniorenzentrum gekommen. Der erste Fall sei am 28. Dezember diagnostiziert worden, zwei Tage bevor dort 150 Menschen geimpft worden seien. Die zweite Impfdosis hätten am 20. Januar 110 Menschen erhalten, 40 konnten nicht geimpft werden, weil sie sich angesteckt hatten.

Freiburger Kita von Variante betroffen

Auch in einer Kita in Freiburg konnte sich eine mutierte Variante des Coronavirus verbreiten. Zur Frage, mit welcher mutierten Variante sich die Infizierten angesteckt haben, gibt es unterschiedliche Angaben. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald teilte am Freitag mit, 38 von 42 Proben mit mutierten Viren aus dem Zuständigkeitsbereich der Behörde - also mehr als nur jene aus der Kita - seien typisiert worden. Dabei handele es sich um die Corona-Variante, die zuerst in Großbritannien identifiert wurde. Ein Sprecher der Landesregierung sagte auf Nachfrage, um welche Mutante es sich handle, sei noch nicht abschließend geklärt.

Bei 18 Kindern und Erziehern aus der Freiburger Kita war eine mutierte Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Hinzu kamen nach Angaben des Landratsamts vom Donnerstag neun enge Kontaktpersonen.

Nach Bekanntwerden dieses Ausbruchs hatte die Landesregierung ihre Pläne für eine frühzeitige Öffnung von Kitas und Grundschulen gestoppt und sich schließlich dagegen entschieden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht während einer Pressekonferenz in Berlin.

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Die ersten Virusvarianten wurden in Deutschland im Dezember und Januar nachgewiesen.

B.1.1.7-Mutante aus Großbritannien:

  • am 8. Januar 2021 in Berlin
  • Person reiste zuvor aus Großbritannien ein

B.1.351-Mutante aus Südafrika:

  • am 13. Dezember 2020 in Baden-Württemberg
  • Familie reiste aus Südafrika nach Deutschland

Auch die brasilianische Mutante P.1 wurde nachgewiesen:

  • 21. Januar 2021 am Frankfurter Flughafen
  • Infizierter Reiserückkehrer aus Brasilien positiv getestet

Mit Material von AFP und dpa

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