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"Wäre eine Katastrophe" - Lauterbach warnt vor neuer Corona-Variante

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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnt vor der Corona-Mutation in Großbritannien. Er gehe nicht davon aus, dass sich eine Ausbreitung nach Deutschland stoppen lasse.

Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker, spricht im Bundestag zu Medienvertretern.
Lauterbach sagt, er hoffe aber, dass die Variante jetzt noch nicht in Deutschland angekommen sei.
Quelle: dpa (Archiv)

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich vor einem schnellen Vordringen der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante nach Deutschland gewarnt. Dies sei ein weiterer Grund, den harten Lockdown weiter rigoros durchzuführen.

"Wenn es jetzt käme, wo wir mitten in der zweiten Welle sind, wo wir so hohe Fallzahlen haben, wäre das eine Katastrophe", sagte Lauterbach am Sonntagabend im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen".

Lauterbach: Virus-Mutation unaufhaltsam

"Das ist so ähnlich, als wenn ich ein Feuer habe und gieße noch einmal Benzin nach." Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue, angeblich deutlich ansteckendere Corona-Variante über kurz oder lang nach Deutschland komme, bezifferte Lauterbach auf 100 Prozent.

Vor Kurzem war in Großbritannien eine Mutation des Virus entdeckt worden, die nach ersten Erkenntnissen von Wissenschaftlern um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein soll.

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Johnson setzt weiter auf Impfstoff

Premierminister Boris Johnson betonte, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Wegen der Coronavirus-Variante schotten sich zum Wochenbeginn Deutschland und weitere europäische Länder zunehmend vom Vereinigten Königreich ab.

Lauterbach sagte, er hoffe aber, dass die Variante jetzt noch nicht in Deutschland angekommen sei. "Dann müssen wir kämpfen, dass das möglichst lange so bleibt."

Lauterbach fordert rigorosen Lockdown

Dies sei "ein weiterer Grund, warum wir den harten Lockdown rigoros durchführen müssen", bis die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen deutlich unter 50 oder besser unter 25 lägen.

Dann könne man, "selbst wenn die neue Mutation da ist, jedes neue Cluster sofort entdecken und beenden und kommt wieder vor die Welle".

EU: Einreise wegen Virusvariante beschränkt

Aktuell liegen aber allein sechs Bundesländer über der Marke von 200, darunter Sachsen mit dem Höchstwert von 427 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Die von Deutschland und anderen EU-Staaten verfügten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien und dem ebenfalls von einer neuen Virusvariante betroffenen Südafrika sind nach Überzeugung Lauterbachs dringend notwendig und müssen möglicherweise lange aufrechterhalten werden.

Monatelange Einreisesperre?

"Wenn sich bestätigt, dass es so viel virulenter ist, dann würde ich mindestens von Wochen, wenn nicht von Monaten ausgehen." Und auch nach einer Aufhebung der Einreisesperren sollte weiter jeder getestet werden, der aus den Regionen kommt.

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