Sie sind hier:

Dem Virus auf der Spur - Wie gefährlich ist die Südafrika-Variante?

Datum:

In Südafrika wird mit Hochdruck an den aufkommenden Mutationen geforscht. Bei der Sequenzierung sind die Forscherteams deutlich weiter als ihre Kollegen in Deutschland.

Medizinisches Personal in einer Zelt-Krankenstation am 19.01.2021 in Pretoria
Ein Forscherteam in Durban untersucht wöchentlich Hunderte Virus-Proben.
Quelle: Reuters

Am Kwazulu-Natal Zentrum für Forschung, Innovation und Sequenzierung, kurz K.R.I.S.P., in Durban findet Forschung auf Weltklasse-Niveau statt. Die Wissenschaftler hier haben die südafrikanische Variante des Virus entdeckt.

Prof. Tulio de Oliveira und sein Team untersuchen jede Woche Hunderte Proben von Sars-Cov-2, die aus rund 100 Kliniken aus ganz Südafrika zu ihnen nach Durban kommen. Im Zentrum steht die sogenannte Sequenzierung. "Wir untersuchen in einem konstanten Prozess, wie die genetische Diversität des Virus aussieht", erklärt de Oliveira.

Die Sequenzierung erlaubt uns, die verschiedenen Varianten und ihre spezifischen Mutationen zu identifizieren.
Tulio de Oliveira, Leiter K.R.I.S.P. Forschungszentrum

In Südafrika haben viele Krankenhäuser ihre Belastungsgrenze erreicht.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Südafrika bei Sequenzierung weit voraus

Seit Ausbruch der Pandemie verfolgen sie genau, welche Varianten des Virus im Umlauf sind, welche spezifischen Mutationen sie kennzeichnen und wie sie sich ausbreiten. Was das betrifft, ist Südafrika Deutschland weit voraus, denn die Sequenzierung fand in Deutschland bislang kaum statt. [Was wir bisher über die Virus-Mutanten wissen, lesen Sie hier.]

Prof. Tulio de Oliveira und seine Kolleginnen und Kollegen entdeckten die neue Variante im November, sie tauchte zuerst am Ostkap auf. Von dort verbreitete sie sich entlang der Küste und ins Landesinnere. Was den Forschern außerdem auffiel, ist, dass die anderen Varianten, die bis dahin im Umlauf waren, plötzlich weitgehend verschwanden.

Wir wussten, dass wir anfangs viele verschiedene Linien hatten. 20, 30, 40 verschiedene Varianten. Aber gegen Ende November sahen wir, dass diese Variante dominiert.
Tulio de Oliveira

De Oliveira ergänzt: "Die anderen Linien verbreiteten sich nicht mehr und jetzt handelt es sich bei über 90 Prozent der Proben nur um eine Variante, die 501Y.V2."

Dass sich Viren verändern, ist normal. Dennoch sind die Varianten, die zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien auftauchten, besonders.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Forscher: Südafrikanische Mutation verbreitet sich deutlich schneller

Die Mutation an Position 501 des Spikeproteins wird bislang für die schnelle Ausbreitung verantwortlich gemacht. Die Forscher am K.R.I.S.P. schätzen, dass sich die südafrikanische Variante rund 50 bis 60 Prozent schneller ausbreitet als die ursprüngliche Variante. Sorgen bereitet den Wissenschaftlern aber auch eine Mutation an Position 484.

Die Variante in Südafrika hat - genau wie die, die in Japan und Brasilien entdeckt wurden - eine Schlüssel-Mutation, die vermutlich noch wichtiger ist: Das ist die 484K-Mutation.
Tulio de Oliveira

"Sie befindet sich im Andockungsbereich. Das ist die Hauptmutation, die dafür sorgt, dass die Antikörper diese Variante schlechter neutralisieren können", ergänzt de Oliveira.

Durban sucht nach Antworten auf Mutationen

Vor allem daran hängt die entscheidende Frage, ob die Impfstoffe auch gegen die neue, südafrikanische Variante wirken. Nach Antworten wird in Durban intensiv gesucht. Dafür setzen die Forscher Plasma von Menschen, die zuvor geimpft worden sind, dem Virus aus - so wollen sie feststellen, ob die Antikörper in der Lage sind, auch die neue Variante zu bekämpfen.

Im Moment gibt es Anzeichen dafür, dass die Impfstoffe zwar wirken, aber möglicherweise schwächer. Wieviel schwächer, ist von Impfstoff zu Impfstoff unterschiedlich.

Es gebe aber die Möglichkeit, die Impfstoffe jährlich anzupassen, sagt de Oliveira, so wie bei der Grippe. Für arme Länder wäre das finanziell und logistisch allerdings kaum zu stemmen.

In Südafrika haben sich Tausende Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, mit Covid-19 infiziert. Viele von ihnen sind gestorben.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Neue Corona-Mutation wohl nicht tödlicher

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Nach dem, was die Forscher bisher wissen, ist die neue Variante nicht tödlicher als die ursprüngliche.

Wir glauben, dass die neuen Varianten, die in Südafrika und die in Großbritannien, dieselbe Krankheit und dieselben Symptome auslösen.
Tulio de Oliveira

"Das Problem ist, dass wenn zu viele Menschen gleichzeitig ins Krankenhaus müssen, sind die Krankenhäuser überlastet. Dann gibt es eine höhere Sterblichkeit, nicht wegen der Krankheit, sondern weil nicht genug Betten für die Patienten da sind", so de Oliveira.

20.000 Neuinfektionen täglich um den Jahreswechsel

In Südafrika hat die neue Variante rund um den Jahreswechsel zu Infektionszahlen von mehr als 20.000 täglich geführt. Allerdings sind die Zahlen inzwischen drastisch gesunken - aufgrund von schärferen Lockdown-Regeln.

Die wurden vor Kurzem wieder aufgehoben, so niedrig ist derzeit die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Diese Entwicklung zeigt aber vor allem eines: Masken und Social Distancing sind auch im Kampf gegen die neue Variante wirksame Waffen.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Screenshot aus der Gruppe "Dresden Offlinevernetzung"
Exklusiv

Sachsens Ministerpräsident - Mordpläne gegen Kretschmer auf Telegram 

Radikalisierte Impfgegner planen, Michael Kretschmer (CDU) wegen dessen Corona-Politik umzubringen. Eine Gruppe aus Dresden will dafür bereits Waffen besorgt haben.

von Arndt Ginzel, Henrik Merker und Christian Rohde
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.