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Studie: Impfschutz nimmt bald ab : Brauchen nun alle die dritte Impfung?

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Eine neue Studie sorgt für Aufsehen: Der Impfschutz gegen das Coronavirus nehme rasch ab. Doch es geht nur um den Schutz vor Ansteckung. Nicht um Schutz vor schwerem Covid-Verlauf.

Impfdurchbrüche - Covid trotz Impfung
Der Impfschutz gegen Ansteckungen sinkt mit der Zeit - brauchen wir flächendeckende Boosterimpfungen?

Eine neue, großangelegte Studie aus Großbritannien zeigt: Der Impfschutz gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus lässt bereits einige Monate nach der vollständigen Impfung etwas nach. Bei Biontech nahm die Schutzwirkung innerhalb von vier Monaten um 14 Prozentpunkte ab und sank auf 74 Prozent, bei Astrazeneca waren es 10 Prozentpunkte innerhalb von drei Monaten. Der Schutz vor einer Ansteckung lag dann bei 67 Prozent.

Der Studienleiter Tim Spector warnt, schlimmstenfalls könne die Schutzwirkung für Ältere und medizinische Angestellte, die bereits vor einigen Monaten geimpft worden sind, im Winter unter 50 Prozent fallen. 

Virologe gibt Entwarnung

Doch wie dramatisch sind diese Erkenntnisse tatsächlich? Müssen nun flächendeckend Menschen bereits nach wenigen Monaten Auffrischungsimpfungen bekommen, um den vollen Impfschutz aufrechtzuerhalten?

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer gibt Entwarnung - es bestehe kein Grund, in Panik zu verfallen und nach einer schnellen dritten Impfung zu rufen. Denn bei der abnehmenden Schutzwirkung geht es ausschließlich um das Risiko, sich zu infizieren.

Schutz gegen schweren Covid-Verlauf bleibt erhalten

"Bei der Studie geht es nicht darum, ob die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen schützt – sondern, wie gut sie Infektionen verhindert", erklärt Stürmer.

"Die Studie zeigt primär, dass der Schutz vor einer Infektion mit der Zeit etwas abnimmt. Aber einen Ansteckungsschutz von 74 Prozent bei Biontech/Pfizer und 67 Prozent bei Astrazeneca finde ich immer noch verdammt gut!
Martin Stürmer, Virologe im IMD Labor Frankfurt

Das sei immer noch ein hoher Prozentsatz, bei dem Infektionen komplett verhindert werden, so Stürmer. Und die Schutzwirkung der Impfung vor schweren Krankheitsverläufen bleibe weiterhin bestehen: "Auch die sinkt vermutlich mit der Zeit etwas ab - aber nach einem halben Jahr hat sich dieser Schutz noch nicht geändert", so Stürmer.

Studienautoren: Kein Grund, sich nicht impfen zu lassen

Die abnehmende Schutzwirkung sei deshalb ausdrücklich kein Grund, sich nicht impfen zu lassen, betonten auch die britischen Studien-Autoren. Die Impfstoffe seien für die Mehrheit der Bevölkerung noch immer ein hochwirksamer Schutz gegen Covid-19.

"Selbst wenn sich mit der Zeit mehr Menschen trotz Impfung infizieren sollten, ist die Übertragung an andere Geimpfte eher selten", erklärt Stürmer. Es sei zwar sinnvoll, vulnerable Gruppen ein drittes mal zu impfen. Doch flächendeckende Boosterimpfungen seien nicht nötig – zumindest nicht nach einem halben Jahr.

Wir werden wahrscheinlich einen jährlichen Impf-Rhythmus bekommen, ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung.
Martin Stürmer, Virologe im IMD Labor Frankfurt

Ähnlich sieht das auch der Virologe Christian Drosten. Für den Großteil der Geimpften werde im Herbst keine Auffrischungsimpfung gegen Sars-CoV-2 nötig sein. "Die Schutzwirkung der Corona-Vakzine ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen", sagte er in der vergangenen Woche.

Auffrischungsimpfungen laufen an

Vor allem bei älteren Menschen nehme jedoch nach einem halben Jahr das über die Impfung erworbene Antikörper-Level deutlich ab. In Seniorenheimen sei daher eine Auffrischung denkbar.

Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche können ab September eine Auffrischungsimpfung bekommen, in manchen Bundesländern bereits jetzt schon. Auch Krankenhäuser bereiten Auffrischungsimpfungen für die Beschäftigten vor.

Für die übrige Bevölkerung werde irgendwann vielleicht ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine Auffrischungsimpfung sinnvoll werde, so Drosten. "In diesem Herbst kommt es aber darauf an, überhaupt erst einmal die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen."

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