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Virologe über Omikron - "Können die neue Variante nicht aufhalten"

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Nun ist die Corona-Variante Omikron auch in Deutschland angekommen. Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer erklärt, was das für das Infektionsgeschehen bei uns bedeutet.

Omikron
Die neue Corona-Variante Omikron hat Deutschland erreicht.
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Jetzt also auch bei uns: In München sind die ersten beiden Fälle der neuen Corona-Variante Omikron in Deutschland festgestellt worden. Die beiden Reisenden seien am Mittwoch, 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Auch bei einem Reiserückkehrer in Hessen gibt es einen dringenden Verdachtsfall.

Auch in anderen Ländern sorgt Omikron für Aufregung: In den Niederlanden wurden 61 von rund 600 Flugpassagieren aus Südafrika positiv auf Corona getestet und in einem Hotel in Isolation untergebracht. Nun wird geprüft, ob die neue Variante darunter ist - erste Untersuchungen deuten darauf hin.

Am Mittag meldete Großbritannien seine ersten beiden Omikron-Fälle, am Abend wurden Fälle in Italien und Tschechien bekannt. Gestern bereits wurde ein Fall in Belgien bestätigt, weitere in Israel und Hongkong.

Infografik: Neue Variante B.1.1.529 "besorgniserregend"

Virologe: Einzelfälle von Omikron in den Griff bekommen

Virologen fürchten, Omikron könnte noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante und die existierenden Impfstoffe weniger wirksam machen.

Was bedeutet die Entdeckung der Variante in Deutschland für die ohnehin angespannte Lage hierzulande, wo die Inzidenz bereits jetzt von Tag zu Tag neue Rekordwerte erreicht?

Wir können die neue Variante nicht aufhalten, wir können die Verbreitung nur verzögern und Zeit gewinnen, die Situation in den Griff zu bekommen.
Martin Stürmer, Virologe an der Frankfurter Universität

Alle, die jetzt aus der Region Südafrika einreisen, seien potenzielle Variantenträger und müssten in Quarantäne und sich testen lassen, so Stürmer. "Alles hängt jetzt davon ab, wie gut es gelingt, die Einzelfälle in den Griff zu bekommen - denn jeder Einzelfall hat das Potenzial, größere Infektionsketten in Gang zu setzen."

Im Fall des Reiserückkehrers aus Hessen könnte diese Nachverfolgung der Kontakte schwierig werden: Die mutmaßlich mit Omikron infizierte Person war bereits vor einer Woche - am vergangenen Sonntag - über den Flughafen Frankfurt nach Deutschland eingereist. 

Die WHO stuft die neue Corona-Variante B.1.1.529 als "besorgniserregend" ein. Das teilte die UN-Behörde nach Beratungen mit Experten mit. Wie geht es weiter?

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Fünf bis zehn Prozent aller positiven Proben werden sequenziert

Doch könnte es nicht sein, dass Omikron bei uns schon vor dem ersten offiziell bestätigten Fall verbreitet war - und das nur bislang nicht bemerkt wurde, weil nicht genug sequenziert wurde? Stürmer winkt ab: "Deutschlandweit müssen zwischen fünf und zehn Prozent aller positiven Proben sequenziert werden", erklärt er - so auch in seinem Labor.

Wir hätten definitiv gemerkt, wenn die neue Variante hier im Rhein-Main-Gebiet zuvor schon aufgetreten wäre.
Martin Stürmer, Virologe an der Frankfurter Universität

"Insgesamt haben wir für die Region einen guten Überblick. Und im Moment sind unsere Proben zu 100 Prozent die Delta-Variante."

Unklar, ob sich Omikron stark verbreiten wird

In Südafrika ist die Omikron-Variante vermutlich für einen steilen Anstieg der Neuinfektionen in der Provinz Gauteng verantwortlich. Ob sie sich auch bei uns durchsetzen wird, wissen die Experten zurzeit aber noch nicht.

"Wie gut sich welche Varianten wo verbreiten, kann man kaum voraussagen. Beta hat sich zum Beispiel in Südafrika verbreitet - aber bei uns gar nicht. Dagegen hat es Delta mit Bravour geschafft, sich gegen alle anderen Keime durchzusetzen, sowohl in Deutschland als auch weltweit", sagt Stürmer.

Nun bleibt also nur, neue Fälle so gut wie es geht zu isolieren - und zu beobachten, ob sich die neue Variante gegen Delta durchsetzen kann. "Sie hat das Potenzial, eine hochgefährliche Variante zu werden", so Stürmer. "Es steht uns möglicherweise ein viel heißerer Winter bevor, als wir uns das wünschen."

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