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Chronischer Personalmangel : Notruf aus der Notaufnahme

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Zu wenig Personal, zu viele Patienten - immer häufiger müssen sich Notaufnahmen von den Notrufleitstellen abmelden, weil sie überlastet sind. Sie können keine Patienten aufnehmen.

Mehr Fälle in der Notaufnahme - gleichzeitig weniger Mitarbeitende, viele Personalausfälle wegen Corona. In der Urlaubszeit leiden Notaufnahmen besonders an Überlastung.

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Die Corona-Welle bleibt hartnäckig, die Hitzewelle ebenso - und der Krankenstand bei medizinischem Personal hoch. Wegen extremer Personalausfälle können manche Kliniken keine Notfall-Patienten mehr aufnehmen. Ganze Stationen werden vom Netz genommen.

Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) bei 320 Akut-Kliniken zeigt alarmierende Ergebnisse: 98 Prozent der Notfallzentren leiden unter Personalmangel, 66 Prozent berichten über eine gefährliche Überbelegung.

"Wirkliche Krisensituation in den Notaufnahmen"

Prof. Dr. med. Christoph Dodt, Chefarzt des Notfallzentrums der München Klinik Bogenhausen und Vorstand der DGINA, sieht eine Grenze des Machbaren mehr als erreicht.

Wir haben den Rand schon überschritten. Wir sind in einer wirklichen Krisensituation in den Notaufnahmen insgesamt.
Christoph Dodt, Vorstand DGINA

Notfallpatienten können laut Umfrage oft nicht weiterverlegt werden. Denn auch in den Stationen innerhalb des Krankenhauses fehlt Personal - und damit Betten. Andererseits aber haben die Notaufnahmen die gesetzliche Verpflichtung Patienten aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Akutversorgung aufrechterhalten wird.

In den Krankenhäusern fällt immer mehr Personal wegen einer Corona-Infektion aus. Deshalb werden bereits Stationen geschlossen.

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Stundenlange Wartezeiten, verzögerte Diagnostik

Wenn sie nun die Patienten aber nicht mehr "abverlegen" können und sie trotzdem weiter bekommen, bedeutet dies besondere Belastung für die selbst vom Personalmangel betroffenen Notaufnahmen, berichtet Dodt. Er habe zum Beispiel auch in der vergangenen Nacht für einen Oberarzt, der an Corona erkrankt ist, einspringen müssen.  

Mann mit Maske wird interviewt in Notaufnahme
Prof. Dr. med. Christoph Dodt ist Chefarzt des Notfallzentrums der München Klinik Bogenhausen und Vorstand der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA)
Quelle: ZDF

Die Folgen: Es staut sich in der Notaufnahme, lange Wartezeiten bis zu vier Stunden keine Ausnahme. Die verzögerte Diagnostik und verzögerte Behandlungsabläufe können wiederum in einigen Fällen auch Gefahren für den Patienten darstellen. Dodt sieht zwar eine Notfallversorgung weiterhin gegeben.

Aber es gibt sicher Einzelfälle, in denen in solchen Überlastungssituationen, in denen dann alle unter Stress sind, Dinge übersehen werden. Und dann ist die Patientensicherheit auch gefährdet.
Christoph Dodt, Vorstand DGINA

"Das muss man schon sagen", sagt Dodt weiter. "Und ich glaube, der Punkt ist tatsächlich erreicht." Der Mediziner sieht dringend Handlungsbedarf, die Notfallversorgung in ganz Deutschland stehe zu sehr unter Spannung.

Wir brauchen, damit wir die Situation bewältigen können, Kontingente für Notfallpatienten im Haus. (....) Und für die brauche ich garantierte Versorgungskapazität.
Christoph Dodt, Vorstand DGINA

Bessere Vergütung für Notfallbereich gefordert

Das sei ja auch der Auftrag, "aber es wird nicht gewährleistet", räumt Dodt ein. Gründe dafür seien dabei auch, dass bisher "die Notfallversorgung nicht ausreichend vergütet wird im Vergleich zu elektiven, planbaren Operationen". Da müsse nachgebessert werden. "Wir brauchen für diese besondere Situation auch besondere Ressourcen."

Dodt sieht auch die Krankenhäuser in der Pflicht. Man müsse vor allem Nachwuchs rekrutieren und, bis dieser einsetzbar sei, Verlegung innerhalb der Häuser ermöglichen, Priorisierungen zulassen sowie - gerade auch für den Notfallbereich - feste Kontingente garantieren.

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