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Immunsystem gegen Omikron : Antikörper nicht einzige Waffe des Körpers

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Von Killerzellen und anderen Helfern: Das Immunsystem setzt beim Kampf gegen Virus-Infektionen auf diverse Schutz-Mechanismen. So funktionieren sie bei der Omikron-Variante.

Ein Mann mit einer schützenden Gesichtsmaske geht an einer Illustration eines Virus vorbei, aufgenommen am 30.04.2021 in Oldham (Großbritannien)
Gegen Viren hat der Körper eine ganze Reihe von Abwehrmechanismen. (Symbolbild)
Quelle: Reuters

Im Kampf gegen die Coronavirus-Variante Omikron steht eine entscheidende Komponente des menschlichen Immunsystems im Mittelpunkt des Interesses: die Antikörper. Diese Y-förmigen Proteine waren zuletzt wieder im Blickpunkt: Corona-Impfungen mit den vorhandenen Impfstoffen produzieren offenbar nicht so viele Antikörper gegen die stark mutierte Omikron-Variante wie gegen frühere Corona-Varianten - zumindest nicht ohne Booster-Impfung.

So reagiert das Immunsystem auf eine Infektion

Antikörper heften sich an die Spike-Proteine an der Oberfläche der Coronaviren und hindern sie auf diese Weise daran, menschliche Zellen zu befallen. Doch auch wenn Antikörper bei der Abwehr einer Covid-19-Erkrankung bedeutsam sind, sind sie nicht die einzige Waffe unseres Körpers gegen das Virus.

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Vielmehr gebe es "eine komplexe und koordinierte Antwort" auf die Bedrohung, wie der Immunologe Roger Shapiro von der Harvard University hervorhebt. In den ersten Minuten und Stunden nach dem Kontakt mit dem Virus versetzen Signalproteine das Immunsystem des Körpers in Alarmbereitschaft.

"Das ist wie ein Flächenbombardement im ganzen Gebiet und hoffentlich schadet man dem Eindringling so gut es geht", sagt John Wherry, Immunologe an der Universität von Pennsylvania.

Als erste sind die sogenannten Neutrophilen zur Stelle, die 50 bis 70 Prozent unserer weißen Blutkörperchen ausmachen. Sie kämpfen zwar schnell gegen Erreger, sterben aber auch schnell ab. Dann gibt es unter anderem noch die hungrigen Makrophagen, die Krankheitserreger verschlingen und entscheidende Bestandteile der Erreger ausscheiden, um die natürlichen Killerzellen im Körper, NK-Zellen genannt, auf den Erreger abzurichten.

Generäle und Killerzellen helfen dem Körper

Wenn die ersten Gegenmaßnahmen des Immunsystems das Virus nicht gänzlich unschädlich gemacht haben, kommt die sogenannte adaptive Immunabwehr ins Spiel. Wenige Tage nach der Infektion nehmen die B-Zellen, ein bestimmter Typ weißer Blutkörperchen, die Arbeit auf und stellen Antikörper her. Auch eine Corona-Impfung trainiert die B-Zellen, insbesondere in den Lymphknoten in unseren Achselhöhlen nahe der Einstichstelle der Impfspritze. Dort wird ein Vorrat von B-Zellen angelegt, die auf das Coronavirus abgerichtet sind.

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Die entscheidenden Partner der B-Zellen sind die T-Zellen, die grob in T-Helferzellen und T-Killerzellen eingeteilt werden können. Die T-Killerzellen seien "wie Mörder", sagt Harvard-Experte Shapiro. "Sie gehen hin und greifen die Zellen an, die infiziert wurden." Diese Abwehrreaktion kann den Körper anstrengen. T-Killerzellen lösen Reaktionen aus, die entzündliche Proteine hervorbringen, sogenannte Zytokine. Je nach dem Tempo dieser Reaktion bekommt ein geimpfter Mensch mit einem Impfdurchbruch milde, erkältungsähnliche Beschwerden oder moderate grippeähnliche Symptome. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ist jedenfalls deutlich reduziert.

Die T-Helferzellen seien hingegen "wie Generäle", ergänzt Shapiro. Sie ordneten die Truppen, regten die B-Zellen an, ihre Produktion von Antikörpern hochzufahren, und führten die T-Killerzellen zu den befallenen Zellen.

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Abwehrsysteme profitieren von Booster-Impfung

Wegen seiner zahlreichen Mutationen, insbesondere am Spike-Protein, entwischt die Omikron-Variante möglicherweise leichter den bereits vorhandenen neutralisierenden Antikörpern. Dadurch ist eine Corona-Infektion mit Symptomen wahrscheinlicher.

Die gute Nachricht ist allerdings, dass sich die T-Zellen nicht so schnell durch mutierte Omikron-Viren täuschen lassen. Sie seien weiterhin in der Lage, die wesentlichen Bestandteile des Virus in befallenen Zellen ausfindig machen können, wie Wherry erläutert. Eine Booster-Impfung kurbelt die Produktion von Antikörpern noch einmal deutlich stärker an und scheint auch die B- und T-Zellen weiter zu trainieren. "Omikron ist besorgniserregend, aber das Glas ist immer noch halbvoll", sagt Wherry. Das Coronavirus werde auch in seiner neuen Version "nicht vollständig unseren Gegenreaktionen entgehen".

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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