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Omikron belastet Kliniken - Großbritannien kämpft gegen den Kollaps

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Fast 190.000 Infektionen jeden Tag und chronischer Ressourcenmangel nach zwei Jahren Pandemie: Großbritanniens Gesundheitsversorgung kommt in der Omikron-Welle an ihre Grenzen.

Archiv: Mitarbeiter des Royal Papworth Hospital tragen Schutzkleidung, während sie Patienten auf der Intensivstation behandeln
In Großbritannien fehlt in der Omikron-Welle überall Gesundheitspersonal.
Quelle: dpa

Jeder fünfzehnte Einwohner in London hatte in der vergangenen Woche Covid. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass am Silvesterabend jeder Fünfte infiziert war. Am Samstag meldet die BBC gar, dass mehr als 150.000 Menschen seit Beginn im Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind.

Sicher ist: Mehr Infektionen gab es seit Beginn der Pandemie nicht. Die Krankenhäuser sind wieder so voll wie im Februar des vergangenen Jahres, prozentual aber werden viel weniger Menschen wegen Covid eingeliefert. Die Impfungen zeigen ihre Wirkung.

Vor allem der Booster, den bereits 61 Prozent der über zwölfjährigen Briten bekommen haben, verhindert schwere Verläufe bei Omikron. Einer am Freitag von der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA veröffentlichten Studie zufolge schützt die dritte Impfung bei über 65-Jährigen auch nach 3 Monaten noch zu 90 Prozent vor der Gefahr einer Hospitalisierung.

Eine Reihe von Krankenwagen steht vor dem Royal London Krankenhaus

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Hohe Inzidenzen und Personalmangel: Die Gesundheitssysteme in Europa geraten wegen der Corona-Variante Omikron an ihre Grenzen. Wie die Länder gegen die neue Welle kämpfen.

Vor allem bei Älteren steigen die Infektionszahlen

Gehen aber die Einweisungen in London allmählich zurück, steigen sie im Rest des Landes weiter. Vor allem in den älteren Bevölkerungsgruppen, die bisher von Omikron verschont geblieben waren. "Wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass dem Gesundheitssystem ein paar schwierige Wochen bevorstehen", sagt der britischer Gesundheitsminister Sajid Javid.

Und damit könnte er sogar noch grob untertreiben. Denn die schiere Zahl der Infizierten - im Schnitt waren es in der vergangenen Woche täglich fast 190.000, trotz eines landesweiten Testmangels - heißt immer noch, dass die Krankenhäuser voll sind.

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Fehlzeiten sind dramatisch gestiegen

Leer dagegen sind die Dienstpläne. Zwischen Weihnachten und Silvester sind die Fehlzeiten um 60 Prozent gestiegen. Infektionen und Isolierungen führen dazu, dass überall Personal fehlt.

Im Südwesten Englands dauert es im Schnitt 74 Minuten, bis eine Ambulanz kommt, statt der landesweit angestrebten 18 Minuten. Sollte die Aufnahme im Krankenhaus normalerweise 15 Minuten dauern, sind es nun 30 Minuten. Ein weiterer Grund ist, dass natürlich auch die Pflegeheime unterbesetzt sind, Krankenhauspatienten also nicht entlassen werden können.

Omikron hat Großbritannien fest im Griff. Das Gesundheitssystem gerät wegen Ausfällen beim Personal immer mehr unter Druck - viele Krankenhäuser riefen den Katastrophenfall aus.

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Militär und Feuerwehr helfen bei der Gesundheitsversorgung

In Northamptonshire sollen nun Feuerwehrleute Krankenwagen fahren, in Aberdeen und London ist bereits die Armee im Einsatz. Besonders beunruhigend ist, dass die Erschöpfung der Mitarbeiter auch nach Abflauen der Krise nicht sofort verschwunden sein wird.

Es ist erst die erste Woche des Jahres 2022 um, aber viele meiner Kollegen haben das Gefühl, es war schon ein sehr langes Jahr.
Amanda Pritchard von National Health Service England

Bereits im vergangenen Sommer haben 27.000 Angestellte des National Health Service (NHS), dem nationalen Gesundheitsdienst in Großbritannien, ihrem Job den Rücken gekehrt. Doppelt so viele wie im Sommer nach der ersten Corona-Welle.

Bald könnte jeder vierte Lehrer fehlen

Zu den nun wieder verschobenen Operationen wird in Zukunft noch die Zahl der zu behandelnden Long Covid-Patienten kommen. 1,3 Millionen Briten haben auch Monate nach der Erkrankung noch Symptome.

Psychosoziale Einrichtungen gehen in Anfragen unter, die Anzahl von Kindern mit therapeutischem Bedarf ist um mindestens 50 Prozent gestiegen. Deshalb sollen Schulen auch in der aktuellen Welle unbedingt offenbleiben.

Doch auch hier reißt Omikron tiefe Lücken in die Dienstpläne. Das Erziehungsministerium versucht, sich darauf vorzubereiten, dass bald jeder vierte Lehrer fehlen könnte. Zumal die Effekte von Silvesterfeiern und die Wiederaufnahme des Schulbetriebs erst in den nächsten Wochen durchschlagen werden.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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