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Neue Corona-Variante - Omikron: Ansteckender, aber milderer Verlauf?

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Weltweit wächst die Sorge vor der kürzlich in Südafrika entdeckten Coronavirus-Variante Omikron. Was ist bisher darüber bekannt und wie gefährlich ist das veränderte Virus?

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Weltweite Sorge wegen neuer Corona-Variante
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In Bayern und in Hessen sind bereits Infektionen mit der Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. In zahlreichen Nachbarländern Deutschlands gibt es ebenfalls Fälle. Die Untersuchungen der neuen Variante stehen noch am Anfang. Was bislang bekannt ist:

Wie ansteckend ist Omikron?

Es lässt sich noch nicht sicher sagen, ob Omikron ansteckender ist als die bislang vorherrschenden Varianten. In Südafrika ist der Anteil der neuen Virusvariante an den Infektionen aber deutlich schneller gestiegen als der von Beta oder Delta - binnen weniger Tage auf mehr als 90 Prozent.

Infografik: Virusvarianten in Südafrika

Das Virus weise zwar Mutationen auf, mit dem sich der Erreger der Immunabwehr entziehen könnte, erklärte der Berliner Virologe Christian Drosten gegenüber ZDFheute. Der Grund für diese Annahme: "Die derzeit nachgewiesenen Infektionen finden in sehr großem Maße bei vorher bereits Genesenen statt."

Dennoch seien solche Veränderungen im Genom alleine noch "nicht ausreichend, um von einer besorgniserregenden Situation zu sprechen".

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer erklärt, dass sich kaum voraussagen lasse, wie gut sich welche Varianten wo verbreiten würden. "Beta hat sich zum Beispiel in Südafrika verbreitet - aber bei uns gar nicht. Dagegen hat es Delta mit Bravour geschafft, sich gegen alle anderen Keime durchzusetzen, sowohl in Deutschland als auch weltweit", so Stürmer.

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Was ist über den Verlauf bekannt?

Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium.

Dem "Telegraph" sagte sie, man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte.

Sie sei zum ersten Mal auf die Möglichkeit einer neuen Variante aufmerksam gemacht worden, als Anfang November Patienten mit ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen in ihre Praxis in Pretoria gekommen seien. Sie hätten unter starker Müdigkeit gelitten. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust beklagt.

Deutsche Experten beurteilen Berichte über mildere Omikron-Verläufe zurückhaltend. "Ich finde, daran ist noch nicht viel Substanz", sagte Drosten dem ZDF. Es seien gerade mal rund 1.000 Fälle nachgewiesen und deren klinischen Verlauf müsse man erstmal abwarten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte: "Ich glaube nicht an einen leichteren Verlauf."

Weltweit steigt die Zahl der Omikron-Fälle. Auch SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach ist besorgt.

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Wie wirken die vorhandenen Impfstoffe gegen die neue Variante?

Es wird befürchtet, dass die Impfstoffe gegen Omikron schlechter wirken können als gegen bisherige Varianten. Dennoch sind Experten überzeugt, dass der Schutz nicht komplett wegfällt.

Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich auch gegen die neue Variante schützen, insbesondere gegen schwere Krankheitsverläufe. Allerdings umgehe die neue Variante offensichtlich zumindest teilweise die Immunantwort des Körpers, erklärte er gegenüber dem ZDF.

Nach derzeitigem Ermessen sollte man davon ausgehen, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiterhin schützen.
Christian Drosten, Virologe

Dem Berliner Infektionsimmunologen Leif Erik Sander zufolge hat Omikron zwar viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können.

Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern.
Leif Erik Sander, Immunologe

Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper.

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sprach auf Twitter von einer "schlechten Nachricht", die "aber kein Grund zur Panik" sei. Durchbruchinfektionen in Südafrika hätten meist Geimpfte betroffen, deren Impfung sechs Monate zurückgelegen habe. Er gehe davon aus, dass die Impfung auch bei Omikron Schutz vor schwerer Krankheit biete.

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  • Biontech hat bereits eine Prüfung seines Vakzins eingeleitet und will es gegebenenfalls anpassen. Erste Ergebnisse sollen nach Angaben des Mainzer Pharmaunternehmens in spätestens zwei Wochen vorliegen.
  • Das US-Unternehmen Moderna kündigte an, eine spezielle Auffrischungsimpfung gegen die Omikron-Variante zu entwickeln.

Können die Antigen-Schnelltests eine Infektion mit Omikron nachweisen?

Die Virologin Sandra Ciesek, die sich mit dem Omikron-Verdachtsfall aus Hessen beschäftigt, hat in einem Tweet bestätigt, dass die Antigentests verschiedener Hersteller in der Lage sind, eine Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron anzuzeigen.

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