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Corona-Fallzahlen : Welche Folgen Ostern haben könnte

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Die Mallorca-Flüge nehmen zu, an Ostern planen viele Menschen private Treffen. Gleichzeitig breitet sich das Virus schnell aus. Was bedeutet das für das Infektionsgeschehen?

Reisende kommen auf Mallorca an
Osterurlaub zum Beispiel auf Mallorca könnte Folgen für das Infektionsgeschehen haben. (Symbolbild)
Quelle: reuters

Über Ostern haben die gemeldeten Fallzahlen geringe Aussagekraft. Das liegt daran, dass rund um die Osterfeiertage meist weniger Corona-Tests gemacht und gemeldet werden. Doch welche Auswirkungen könnte das Osterfest nachträglich auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den nächsten Wochen haben?

RKI: Gesundheitsgefährdung "sehr hoch"

Das Robert-Koch-Institut warnt bereits seit Mitte März davor, dass Deutschland in den Tagen und Wochen nach Ostern Zahlen wie in der zweiten Welle um Weihnachten erreichen könnte. Im Lagebericht von Freitag bewertet das RKI die Gesundheitsgefährdung als "sehr hoch".

Die "anhaltende Viruszirkulation in der Bevölkerung" erfordere eine "konsequente Umsetzung kontaktreduzierender Maßnahmen und Schutzmaßnahmen sowie massive Anstrengungen zur Eindämmung von Ausbrüchen und Infektionsketten".

Ausbreitung der britischen Virus-Variante bereitet Sorge

Als besonders besorgniserregend sieht das RKI die rasche Ausbreitung anderer Virus-Varianten. Die britische Variante B.1.1.7. macht mittlerweile fast 90 Prozent des Infektionsgeschehens in Deutschland aus. Sie ist leichter übertragbar und gilt besonders für Kinder und Jugendliche als gefährlich.

Aufgrund der schnellen und weiten Ausbreitung dieser Variante müsse davon ausgegangen werden, dass die Inzidenz von Covid-19-Fällen in Deutschland weiterhin stark steigen werde, so das RKI.

Experten für deutliche Kontaktbeschränkung

Intensivmediziner und Virologen sehen das genau so. Immer wieder warnen sie - auch unabhängig von Ostern - vor steigenden Zahlen und fordern einen harten Shutdown, um die dritte Welle zu durchbrechen. Um einen solchen harten Shutdown werde man nicht herumkommen, sagte zuletzt auch der Berliner Virologe Christian Drosten.

Timo Ulrichs, Epidemiologe von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin fordert von der Bevölkerung zu Ostern ein Verhalten "als hätten wir eine Osterruhe". Das sagte der Wissenschaftler im Interview bei "radioeins".

Man könnte die Ostertage dazu nutzen, die Kontakte zu reduzieren, "wo es geht", schlug Ulrichs vor. Das Schülerinnen und Schüler über Ostern zuhause sind, sei ein Vorteil. "Das sollte jedoch nicht zu neuen Kontakten führen", mahnte der Epidemiologe.

Auch der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk vom Uniklinikum Halle (Saale) hatte bereits vor unzureichenden Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung an Ostern gewarnt. Selbst die zunächst vorgesehene Osterruhe von fünf Tagen hatte Mikolajczyk als zu kurz bezeichnet. Eine epidemiologisch sinnvolle Ruhezeit müsse deutlich länger dauern, sagte der Wissenschaftler vergangene Woche gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Mallorca-Urlaube und private Treffen stellen Risiko dar

Trotz aller Appelle der Bundesregierung, auf das Reisen angesichts hoher Corona-Zahlen zu verzichten, werden Branchenschätzungen zufolge über Ostern rund 40.000 Deutsche ihren Urlaub auf Mallorca verbringen. 54 deutsche Urlaubsflieger landeten allein am Gründonnerstag in Palma, vergangenes Wochenende waren es 129. Das RKI mahnte am Samstag erneut, nicht notwendige Reisen zu unterlassen:

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Und auch private Treffen, ein Umfeld, in dem laut RKI derzeit ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht, werden wohl über Ostern eine Gefahr für die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens darstellen. Das alles könnte dazu führen, dass Ostern nicht nur einen längeren harten Shutdown zur Folge hat, sondern auch sehr hohe Infektions- und Todeszahlen, sowie eine Überlastung der Intensivstationen.

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