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Interview

Immunologe Watzl - "Delta infiziert auch gerade die Jüngeren"

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Spätestens im Herbst wird sich die Delta-Variante in Deutschland ausbreiten, warnt Immunologe Watzl im ZDF. Mit seiner Empfehlung, Kinder impfen zu lassen, ist er nicht allein.

Die Erfahrung zeige, dass gerade Jüngere sich mit der Variante infizieren, warnt Prof. Watzl von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

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Angesichts der Ausbreitung der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus warnt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, vor den Ansteckungsrisiken auch für Kinder. "Delta infiziert auch gerade die Jüngeren, weil die Älteren durch die Impfungen auch geschützt sind", sagte er im ZDF Morgenmagazin. "Bei den Kindern ist halt das Problem, dass sie zwar ein geringes Risiko haben für einen schweren Verlauf, aber auch sie werden infiziert."

Der Dortmunder Immunologe prognostiziert, dass im Herbst, wenn "sich die Delta-Variante bei uns auch ausbreiten wird", es vor allem in Schulen und Betreuungseinrichtungen zu Ausbrüchen kommen werde. "Die kann man entweder durch die Impfungen kontrollieren oder durch andere Lüftungskonzepte."

Von daher kann ich nur jedem empfehlen: Überlegen Sie es sich, ob Sie Ihre Kinder nicht doch impfen lassen wollen.
Immunologe Carsten Watzl

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"Müssen möglichst viele Leute vollständig impfen"

"Wir sehen aktuell, dass sich die Delta-Variante bei uns auch ausbreitet", sagte Watzl im ZDF. "Sie hat nach dem letzten Robert-Koch-Institut-Bericht einen Anteil von 15 Prozent." Da der RKI-Bericht in der Regel die Zahlen von vor etwa zwei Wochen wiedergebe, dürften derzeit 30 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen sein. Im Juli werde die 50-Prozent-Marke überschritten, so Watzl. "Das einzig Gute ist, dass das noch auf sehr niedrigem Niveau passiert." Da die Inzidenzen derzeit niedrig seien, starte man sehr niedrig.

"Wir müssen möglichst viele Leute vollständig impfen", sagte Watzl im ZDF weiter. "Aber wir haben damit noch etwas Zeit. Wenn wir in dem Tempo weitermachen, sind wir im September durch." Wenn mehr Impfstoff vorhanden sei, könnte dies sogar noch früher der Fall sein. "Uns muss es bis dahin gelingen, dass die Delta-Varianten-Ausbreitung bei uns auch niedrig bleibt."

Lauterbach: Stiko soll Empfehlung für Kinder-Impfungen überdenken

Mit der Empfehlung, Kinder impfen zu lassen, stehlt Immunologe Watzl nicht allein da. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. Der "Rheinischen Post" sagte er:

In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht.
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach 

Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

"Die Angaben der Stiko beziehen sich immer auf alte Varianten", kritisierte Lauterbach. "Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung."

Müller will Impfungen für Kinder vorantreiben

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will Impfungen für Kinder vorantreiben. Im ZDF forderte er Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, "mit der Stiko zu klären, ob man nicht anhand einer größeren Datenbasis" eine Impfempfehlung auch für Kinder aussprechen könne.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) fordert Gesundheitsminister Jens Spahn im ZDF auf, mit der STIKO über eine Impfempfehlung auch für Kinder zu sprechen.

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