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Wann endet die Pandemie? - Warum Herdenimmunität nicht vorhersehbar ist

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Die Herdenimmunität ist in der Corona-Pandemie mit einer großen Hoffnung verbunden: Es gibt ausreichend Geimpfte und Genesene, so dass der Rest geschützt ist. Funktioniert das?

In der Theorie klingt das Prinzip "einer für alle, alle für einen" gut. In der Realität stößt die Herdenimmunität bei Corona aber auf viele offene Fragen - aus mehreren Gründen. Eine ausführliche Erklärung mit Grafiken können Sie in unserer Story nachlesen (Lesezeit: 10 Minuten) - eine Kurzzusammenfassung (Lesezeit: 3 Minuten) finden Sie in diesem Artikel.

Ein Baumdiagramm stellt dar, wie Herdenimmunität funktioniert: Eine mit dem Coronavirus infizierte Person hat Kontakt mit drei Personen, steckt aber nur eine an, weil die anderen beiden durch eine Impfung geschützt sind. Alle weiteren Kontakte der geimpften Personen sind nun vor einer Ansteckung geschützt - egal ob sie selbst geimpft sind oder nicht.

Nachrichten | Panorama - Warum es erstmal keine Herdenimmunität gibt 

Wann kehrt wieder Normalität ein? Lange war die Hoffnung: Sobald genug Menschen immun sind, sind auch andere geschützt. Doch so einfach ist es mit der Herdenimmunität nicht.

Impfquote für Herdenimmunität noch weit entfernt

Für die Ursprungs-Variante des Coronavirus ist man lange davon ausgegangen, dass eine Herdenimmunität vorliegt, wenn etwa 70 Prozent der Bevölkerung immun sind. Aktuell sind gerade einmal rund sechs Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Bis spätestens Juni können laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Impfwillige mit einem Angebot rechnen.

Impfmüdigkeit könnte eintreten

Expert*innen warnen allerdings vor einer Impfmüdigkeit in der Bevölkerung - etwa wenn sich die Corona-Lage im Sommer entspanne und bei sehr niedrigen Inzidenzen das Gefühl eintrete, dass eine Schutzimpfung nicht mehr nötig sei.

Der Virologe Lars Dölken, Professor an der Julius-Maximilians-Universtität in Würzburg, warnt vor einem solchen Szenario, bei dem ein zu geringer Teil der Bevölkerung geimpft wäre, um auch Nicht-Geimpfte mitzuschützen.

Es liegt wirklich nur an uns. Wir müssen uns impfen lassen, es hilft alles nichts. Wenn es dafür eine Pflicht braucht, haben wir als Gesellschaft versagt.
Virologe Lars Dölken

Corona-Mutationen bereiten Sorge

Durch die Verbreitung von ansteckenderen Virus-Varianten muss ein immer größerer Anteil der Bevölkerung immun sein, um Herdenimmunität zu erreichen.

"Wenn wir bei der Impfquote am Ende nicht irgendwo in der Größenordnung von 80 Prozent landen, wird es nicht möglich sein, einen ausreichenden Bevölkerungsschutz zu erzielen, um Hygieneregeln zu lockern, zumal wenn infektiösere Varianten des Virus zirkulieren", sagt Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission.

Herdenimmunität muss global erreicht werden

Selbst wenn wir uns in Deutschland der Herdenimmunität nähern können, bleibt die Pandemie ein globales Problem. Gerade die Verbreitung von Virus-Varianten verdeutlicht, dass ohne eine ausreichende Immunität in der Gesamtbevölkerung immer wieder Ausbrüche möglich sind.  

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Frau hält ein Smartphone mit der geöffneten, neuen ZDFheute-App
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von Jan Schüßler

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