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Oxfam-Bericht - Corona-Krise verschärft soziale Ungleichheit

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Weltweit droht laut der Organisation Oxfam aufgrund der Corona-Pandemie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit. Milliardäre profitieren, die Ärmsten werden abgehängt.

Die Organisation Oxfam warnt vor einer Verschärfung der weltweiten sozialen Ungleichheit durch die Corona-Krise. Anlass der Studie ist das Weltwirtschaftsforum von Davos.

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Weltweit droht in allen Ländern gleichzeitig aufgrund der Corona-Pandemie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Hilfsorganisation Oxfam. Der globale Süden ist härter betroffen als der Norden.

Vor dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, das in diesem Jahr online als "Davos Agenda" stattfindet, gibt die Hilfsorganisation alljährlich einen eigenen Report zu sozialer Ungleichheit heraus mit dem Titel "The Inequality Virus".

Ungleichheit herrscht in fast allen Ländern

Zum ersten Mal seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen vor über einem Jahrhundert droht eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit in fast allen Ländern:

Während die 1.000 reichsten Menschen Verluste in der Corona-Krise in nur neun Monaten wettmachten, könnte es mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis sich die Ärmsten von den wirtschaftlichen Folgen erholt haben.
"The Inequality Virus", Oxfam

Für den Bericht hat Oxfam nach eigenen Angaben 295 Wirtschaftsforscherinnen und -forscher aus 79 Ländern befragt. 87 Prozent der Wissenschaftler, darunter Ungleichheitsforscher wie der US-Ökonom Jeffrey Sachs und der Franzose Gabriel Zucman, erwarteten als Folge der Pandemie in ihrem Land eine "Zunahme" oder einen "starken Anstieg" der Einkommensungleichheit.

Blick in eine Textilfabrik in Dhaka/Bangladesch.

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Oxfam: Streben nach Gewinnmaximierung ist das Problem

Für diesen Fall prognostiziere die Weltbank zudem, dass noch 2030 mehr Menschen in Armut leben werden als vor der Pandemie. Als Hauptursache für die wachsende Ungleichheit benennt Oxfam das aktuelle Wirtschaftssystem, das vor allem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sei.

Die Hilfsorganisation fordert deshalb eine "Demokratisierung der Wirtschaft", um die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern. Demnach sollten Unternehmen "so reguliert werden, dass die Interessen aller von Unternehmensentscheidungen Betroffenen berücksichtigt werden".

Faire Verteilung der Gewinne nötig

Nötig seien "ein effektives, gemeinwohlorientiertes Kartellrecht und sektorspezifische Regulierungen, die eine gerechte Verteilung von Gewinnen innerhalb der Lieferkette und die Einhaltung fairer Handelspraktiken sicherstellen".

Gemeinwohlorientierte Unternehmen sollten besonders gefördert werden. Zudem müssten kurzfristig "Unternehmen und Superreiche angemessen an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligt" werden.

Mehr Steuergelder von den Reichen

Diese Steuergelder sollten eingesetzt werden, um insbesondere in Ländern des Südens Menschen in Armut zu unterstützen und öffentlich finanzierte Systeme für Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung auszubauen, von denen vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen profitieren.

Geld sei dafür weltweit genug da, hieß es weiter. Wären die Extragewinne der 32 globalen Konzerne, die im vergangenen Jahr trotz Pandemie die größten Zuwächse hatten, mit einer einmaligen Steuer belegt worden, wären 104 Milliarden US-Dollar zusätzlich verfügbar, erklärte Oxfam.

Weiter forderte die Organisation:

Die Corona-Pandemie muss ein Weckruf sein, extreme Ungleichheit und Armut endlich bei der Wurzel zu packen.
"The Inequality Virus", Oxfam
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