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Personalmangel : Besuch im Heim: Testpflicht bringt Probleme

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Nur wer negativ getestet ist, darf in Corona-Hotspots Pflegeheim-Bewohner besuchen. Aber: Es fehlt an Personal. Verbände warnen vor einem Besuchsverbot durch die Hintertür.

Eine Besucherin unterhält sich im Besuchsraum des Elisabeth-Roock-Haus mit ihrer Angehörigen.
Spagat zwischen Infektionsschutz und Besuchsregelungen: Pflegeheim.
Quelle: dpa

Die Bewohnerinnen und Bewohner schützen und doch Besuch ermöglichen: Es ist ein schwieriger Spagat für Pflegeheime. Das Problem: Die geforderten Schnelltests vor Besuchen sind noch nicht in allen Einrichtungen möglich, auch fehlt es an Personal. Entsprechend wird Kritik laut.

Hintergrund: Bund und Länder hatten beschlossen, dass in Corona-Hotspots nur noch Besucher in die Heime dürfen, die zuvor negativ auf Corona getestet wurden. Regeln müssen das die Länder in eigenen Verordnungen. Manfred Stegger, Vorsitzender des Pflegeschutz-Verbandes BIVA, aber mahnt: Schnelltests dürften "in vielen Fällen faktisch unmöglich sein", weil Testkits oder geschultes Personal fehlten.

Kostenfreie Corona-Tests in Pflege gefordert

"Coronatests dürfen kein Besuchsverbot durch die Hintertür darstellen", mahnt Stegger. Sämtliche Pflegeeinrichtungen müssten verpflichtet werden, Tests kostenfrei anzubieten. "Ansonsten wäre es Aufgabe der Besucherinnen und Besucher, diese Tests zu organisieren, was einem faktischen Besuchsverbot gleichkommen würde."

Für die Pflichttests in oder vor den Einrichtungen spricht sich auch Franz Müntefering aus, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). "Es kann den häufig selbst hochaltrigen Angehörigen nicht zugemutet werden, sich selbst immer wieder um einen solchen Test zu kümmern und dazu kreuz und quer durch ihre Stadt oder ihren Landkreis fahren zu müssen."

Verbände: Für umfassende Tests fehlt es an Personal

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hält die Test-Regelung ebenfalls für den richtigen Ansatz. Aber:

Es fehlen Menschen, die solche Tests durchführen.
Eugen Brysch, Stiftung Patientenschutz

Für dieses bekannte Problem hätten Bund und Länder keine Lösung angeboten, so Brysch weiter. Und wenn Antigentests "nicht direkt vor Einlass in ein Pflegeheim erfolgen, dann haben die Regierungschefs praktisch ein Betretungsverbot erlassen".

"Eine umfassende Testpflicht von Besuchern führt dazu, dass die Zahl der Besuche pro Tag beschränkt werden muss, weil es am Personal mangelt", mahnt Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB).

Hilfe von Bundeswehr oder Medizinstudierenden?

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe fordert personelle Unterstützung von außen. Eine Isolation der Heimbewohner müsse unter allen Umständen vermieden werden, so Verbandschefin Christel Bienstein. Der Vorsitzende des Deutschen evangelischen Verbands für Altenpflege, Wilfried Wesemann, schlägt vor, dass Kräfte von Bundeswehr, Hilfs- und Rettungsdiensten oder etwa Medizinstudierende helfen könnten.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) sieht jedenfalls keine Alternative zu den Schnelltests: "Es geht nicht um Totalabschottung, sondern um den besten Infektionsschutz", sagt der Vorsitzende Bernd Meurer. "Der Besuch der Heime muss deutlich eingeschränkt werden. Auf Mitarbeiter können wir faktisch nicht verzichten, auf viele Besuche müssen wir verzichten."

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