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Hotels leerer, Kliniken voller - Delta-Variante setzt Tourismus in Portugal zu

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Erst seit Kurzem reisen wieder mehr Touristen nach Portugal, jetzt macht die Delta-Variante dem Land zu schaffen. Die Hotels leeren sich, die Kliniken melden mehr Corona-Patienten.

In Portugal macht die Delta-Variante schon 50 Prozent der Neuinfektionen aus. Seit dem Wochenende verlassen deutsche Urlauber eilig das Land, bevor das RKI ab Dienstagmorgen das gesamte Land wieder als Virusvariantengebiet eingestuft.

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Als die deutschen Urlauber in Portugal zu Hunderten vorzeitig die Koffer packen, setzt an der Algarve trotz Temperaturen von knapp 30 Grad das große Zittern ein. Joao Fernandes, Chef der regionalen Tourismusbehörde, spricht von einem "schweren Schlag", einer "kalten Dusche".

Grund seiner Sorge: Das Robert-Koch-Institut hat das Land als Virusvariantengebiet eingestuft - und so treten viele deutsche Touristen eilig die Rückreise an, um noch vor Dienstag wieder zu Hause zu sein und so eine Quarantäne zu umgehen.

Zahl der Covid-Patienten steigt wieder

Vor einigen Wochen hatte bereits Großbritannien das südliche EU-Land auf die Schwarze Liste gesetzt und damit für Bestürzung gesorgt - denn von nirgendwo kommen mehr Urlauber nach Portugal. Nun fürchtet Fernandes, dass die Schweiz, Österreich und viele andere dem deutschen Beispiel folgen werden, wie er dem Radiosender TSF sagt.

Aber nicht nur das Gastgewerbe macht sich Sorgen. Während sich die Hotels leeren, werden die Krankenhäuser immer voller. Die Zahl der Patienten mit Covid-19 stieg am Sonntag abermals um 30 auf 477. Davon lagen 116 auf der Intensivstation. So hoch waren diese Werte zuletzt Mitte April gewesen.

Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hat Portugal inzwischen mit einer 14-Tage-Inzidenz von gut 124 Infektionen pro 100.000 Einwohner den höchsten Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei 25.

Vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante werden Urlaubsreisen im Sommer wieder schwieriger. Ein Blick nach Portugal, Russland und Großbritannien.

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Delta-Variante: Explodierende Zahlen in Lissabon

Besorgniserregend ist vor allem die Lage im Großraum Lissabon, wo seit Wochen rund zwei Drittel aller landesweiten Ansteckungen verzeichnet werden - obwohl nur etwa 27 Prozent der 10,3 Millionen Bürger Portugals dort leben. Die besonders ansteckende Delta-Variante macht in Lissabon bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle aus, Tendenz stark steigend.

Während die Dynamik bei den Fallzahlen hoch ist, bleibt eines wie gehabt: Für kaum ein anderes Land bedeutet die Pandemie eine solche Achterbahnfahrt wie für Portugal. "Ein Wechselbad der Gefühle. Wir sind mal die Besten, mal die ganz Bösen", sagt Café-Betreiber Nuno in Lissabon.

Vielleicht werden wir bei guten Nachrichten zu nachlässig - und bei schlechten sehr diszipliniert.
Nuno, Café-Betreiber

Tatsächlich wurde Portugal anfangs als "Musterschüler" in den Himmel gelobt, während etwa der Nachbar Spanien zu Beginn der Pandemie rasch im Corona-Strudel versank. Doch das Blatt wendete sich: Im Winter wies Portugal plötzlich im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Neuinfektionen und Todesfälle auf als jedes andere Land der Erde.

Wer hat Schuld an der Situaton in Portugal?

Für die Opposition und viele Medien ist klar, wer verantwortlich für die aktuelle Lage ist: die linke Regierung. Ihren Zorn zog sich Ministerpräsident António Costa vor allem mit der Entscheidung zu, das Champions-League-Finale zwischen Manchester City und dem FC Chelsea Ende Mai von London nach Porto zu verlegen - und rund 16.500 britische Fußballfans ins Land zu lassen. Die ließen nicht nur die Maskendisziplin auf den Straßen schleifen, sondern betranken sich teils hemmungslos, während die Portugiesen noch sehr viele Restriktionen beachten mussten.

Auch im Ausland wurden kritische Stimmen laut, die einen Zusammenhang mit den explodierenden Fallzahlen in Lissabon sehen. Am Rande des EU-Gipfels warnte der Sozialist Costa vorige Woche die europäischen Nachbarn vor der grassierenden Delta-Mutante:

Ich fürchte, Portugal ist nicht die letzte Grenze, die diese Variante überquert.
António Costa, Ministerpräsident Portugal

Im August werde sie 90 Prozent aller Neuinfektionen in der EU ausmachen.

Portugal-Urlauber am Strand Carcavelos bei Lissabon

Virusvariantengebiet ab Dienstag - Hunderte deutsche Urlauber verlassen Portugal 

In Portugal und Russland spitzt sich die Corona-Lage wegen der Delta-Variante wieder zu: Viele Urlauber aus Deutschland verlassen Portugal. Auch in Moskau steigen die Zahlen rasch.

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Wenige Meter bis zu meinem Zimmer. Drei Wochen Quarantäne, eingesperrt in einem chinesischen Luxushotel im Namen der Virusbekämpfung. Chinas Botschaft: Die Gefahr kommt von außen.

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