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Studie über Jugendliche : Folge der Pandemie für Psyche und Bildung

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Alleine lernen zuhause, kaum Kontakte: Das hat viele Schüler in der Pandemie belastet. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat die psychischen Folgen untersucht.

Ein Mädchen liegt in einem Bett
Die Pandemie macht auch vielen Kindern und Jugendlichen psychisch sehr zu schaffen.
Quelle: dpa

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Kita- und Schulschließungen haben sich negativ auf die psychische Gesundheit, die Lernzeit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor, die am Mittwoch in Wiesbaden vorgestellt wurde.

Besonders gravierend war demnach der Anstieg von klinisch relevanten depressiven Symptomen wie Schwermut, Verzweiflung und Antriebslosigkeit bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren.

BiB: Offenhalten von Schulen prioritär

"Die Auswirkungen von Schulschließungen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sind offensichtlich gravierender als bisher angenommen", erklärte der stellvertretende Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), Martin Bujard. Davon seien speziell jugendliche Mädchen und junge Menschen mit Migrationshintergrund betroffen.

Das Offenhalten der Schulen sollte hohe Priorität haben, damit sich psychische Belastung und Lernrückstände nicht noch weiter verstärken können.
Martin Bujard, Direktor des BiB

Der Blick auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen müsse nach Einschätzung des Experten ebenso wichtig sein wie das Schließen von Bildungslücken. "Kontakte mit Gleichaltrigen, Lebensfreude und altersgerechte Erlebnisse in Sport, Freizeit oder Reisen sind daher zukünftig zentral, nicht nur Nachhilfeangebote", heißt es in der BiB-Publikation.

24 Stunden zu Hause, oft sieben Tage die Woche: keine Schule, kein Sport, keine Freunde. Kinder haben in der Corona-Krise Sorgen, sind einsam. Der Shutdown hat Folgen für die Psyche.

Beitragslänge:
28 min
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Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 habe ein Viertel der Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren eine "klinisch relevante Symptomatik von Depressivität" aufgewiesen, sagte Bujard. Im Jahr vor der Pandemie sei das lediglich bei zehn Prozent dieser Altersgruppe der Fall gewesen. Nach einer Hochrechnung betreffe der Anstieg rund 477.000 Jugendliche, vor allem Mädchen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Weiterhin gebe es Hinweise auf einen Anstieg von psychosomatischen Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten, fügte Bujard hinzu. Auch die Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung vieler Kinder und Jugendlicher sei durch die Kontaktbeschränkungen beeinträchtigt worden. Infolge der Pandemie und den damit verbundenen Schulschließungen habe sich die "gesundheitsbezogene Lebensqualität" bei hochgerechnet 1,7 Millionen Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren erheblich verschlechtert.

Lernzeit während der Schulschließungen reduziert

Wie Kerstin Ruckdeschel, Familienforscherin am BiB, erklärte, hat sich die Lernzeit während des Lockdowns erheblich reduziert. Während sie vor dem Lockdown rund 7,5 Stunden betragen habe, habe sie sich teilweise während der Schulschließungen halbiert. Teilweise hätten die Schülerinnen und Schüler aber angegeben, zu Hause konzentrierter lernen zu können.

Ruckdeschel betonte, es sei wichtig, Schülerinnen und Schüler nicht zu stark unter Druck zu setzen. Neben möglichst viel Präsenzunterricht seien vermehrte Sozialarbeit, Familienberatung sowie Sportangebote wichtig.

Angesichts der Zahlen sei es jedoch nicht gerechtfertigt, pauschal von einer "verlorenen Generation" zu sprechen, sagte Bujard. Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen seien trotz mancher Schwierigkeiten relativ gut durch die bisherigen pandemiebedingten Einschränkungen gekommen.

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