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Corona - Für etliche Länder entfällt Reisewarnung

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Pünktlich zur Reisezeit lockert die Regierung die Reisebestimmungen - obwohl die Sorge vor der Delta-Variante wächst. Das stößt auf Skepsis.

Liegestühle an einer Bucht
Die Regierung hebt die Reisewarnung für Risikogebiete mit einer Inzidenz unter 200 auf.
Quelle: picture alliance / Sven Simon

Die Delta-Variante greift um sich, gleichzeitig rät die Bundesregierung ab Donnerstag nicht mehr grundsätzlich von touristischen Reisen ins Ausland ab. Auch Reisewarnungen für die mehr als 80 ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete eingestuften Staaten werden aufgehoben - darunter die gesamte Türkei sowie Urlaubsgebiete in Spanien und Kroatien.

Außenminister Heiko Maas verteidigt die Lockerungen: "Die Zeit der Pauschalbeurteilungen muss vorbei sein", so der SPD-Politiker. "Dort, wo es positive Entwicklungen gibt, gibt es auch keinen Grund, Restriktionen aufrechtzuerhalten."

Maas hatte zu Beginn der Pandemie am 17. März 2020 eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Im September wurde die Warnung dann auf Risikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 beschränkt. Aber auch für alle nicht als Risikogebiet eingestuften Länder riet die Bundesregierung bis zu diesem Mittwoch weiter von Urlaubsreisen ab.

Reisewarnung erst ab Inzidenz von 200

Damit ist jetzt Schluss: Ab Donnerstag gibt es in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts drei Kategorien von Ländern:

  • Die Reisewarnung gilt erst ab einer Inzidenz von 200 (Hochinzidenzgebiete) und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben (Virusvariantengebiete). Das sind weltweit nur 40 von insgesamt rund 200 Ländern. In Europa gibt es gar keine Hochinzidenzgebiete mehr. Nur Großbritannien und Portugal sind derzeit noch als Virusvariantengebiet eingestuft.
  • Für die EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz gilt in Deutschland folgende Regelung: Soweit sie nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch "um besondere Vorsicht gebeten". Das betrifft 26 Länder. Ausnahmen sind einzelne Regionen in Spanien, Irland, Kroatien und Schweden.
  • Zwischen diesen beiden Kategorien gibt es weit mehr als 100 weitere Länder außerhalb der EU, die entweder Risikogebiete sind oder als "risikofrei" gelten. Soweit dort Einreisebeschränkungen oder Quarantänepflichten nach der Einreise bestehen, rät das Auswärtige Amt von Reisen dorthin ab. Soweit alle Einreisehindernisse in einem dieser sogenannten Drittstaaten aufgehoben sind, gilt nur der Rat zur besonderen Vorsicht.

"Wer jetzt noch in Risikogebiete reist, dem kann arbeitsrechtlich Ärger drohen", so Rossbeh Karimi, Fachanwalt für Reiserecht. Wer bereits gebucht habe, könne kostenfrei von seiner Reise zurücktreten.

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Mehrheit lehnt Entschärfung ab

Die Entscheidung für die Neustrukturierung fiel schon vor knapp drei Wochen, als die Delta-Variante in Deutschland noch nicht so heiß diskutiert wurde. "Mit dem Sommer kehren Hoffnung und Zuversicht nach Deutschland zurück", sagte Maas seierzeit, appellierte aber auch ans "Reisen mit Vernunft und Augenmaß".

In der Bevölkerung kommt die Aufhebung der Reisewarnungen für Risikogebiete nicht besonders gut an. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa nannten 48 Prozent diesen Schritt falsch. Nur 38 Prozent halten ihn für richtig. Große Unterstützung gibt es dagegen mit 71 Prozent für die Testpflicht für alle Flugpassagiere bei Einreise nach Deutschland.

Mitarbeiter einer Fluggesellschaft warten am Flughafen Frankfurt. Archivbild

Verschärfte Reiseauflagen - Das sind derzeit Corona-Hochinzidenzgebiete 

Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regierung viele Länder als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Auch für Virusvarianten-Gebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

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