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Corona-Zahlen in Europa steigen - Urlaub im Risikogebiet? Was bei Reisen gilt

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Das Corona-Gefahr an vielen Urlaubsorten steigt, seit heute gelten auch Griechenland, die Niederlande und Teile Dänemarks als Risikogebiete. Was das für Reisende bedeutet.

Menschen am Strand von Mallorca
Kommt auf die Urlaubsregionen in Europa eine Stornierungswelle zu?
Quelle: Reuters

In ganz Europa steigen die Inzidenzen - und das mitten in der Urlaubssaison und den Sommerferien. Je nach Einstufung der Länder erschwert das nicht nur die Rückreise nach Deutschland, sondern sorgt auch am Urlaubsort häufig für Frust, wenn plötzlich Ausflüge nicht mehr möglich sind, Restaurants früher dicht machen und in Hotels strengere Maßnahmen gelten. Ganz abgesehen von der steigenden Gefahr, sich während der Reise zu infizieren.

Können Verbraucher auch kurzfristig auf die veränderte Lage reagieren und ihren Urlaub stornieren, wenn ein Land als Risikogebiet gilt? Und was ist, wenn vor die Möglichkeiten vor Ort deutlich eingeschränkt sind? Fragen und Antworten.

Wie ist die Corona-Lage in Europa?

Die Corona-Zahlen steigen fast überall. Aktuell weist die Bundesregierung drei Hochinzidenzgebiete in Europa aus: Großbritannien, Portugal und Zypern. Außerdem gelten sechs Staaten als einfaches Risikogebiet: Die Niederlande, Spanien, Andorra, Griechenland, die Türkei und Belarus. In weiteren Ländern gelten einzelne Regionen als Risikogebiet.

Am höchsten ist die Inzidenz zurzeit in:

  • Zypern: 576,9
  • Großbritannien: 448,3
  • Niederlande: 402,3
  • Spanien: 346,3
  • Malta: 261,6

Eigentlich müsste es wesentlich mehr Hochinzidenz- und Risikogebiete geben. Als Grenzwerte gelten Inzidenzen von 200 (Hochinzidenzgebiet) und 50 (einfaches Risikogebiet). Zusätzlich werden aber noch weitere Faktoren berücksichtigt. Außerdem arbeitet die Bundesregierung an einer neuen Einreiseverordnung - ab 1. August könnten die einfachen Risikogebiete ganz wegfallen.

Mein Urlaubsland ist Risikogebiet. Kann ich dann einfach kurzfristig stornieren?

Die Verbraucherzentrale erklärt dazu, dass im Falle einer Reisewarnung für ein Land oder eine Region bei gebuchten Pauschalreisen immer ein Stornierungsanspruch besteht. In der ersten Phase der Pandemie hat das Auwärtige Amt diese Warnungen in den meisten Fälle an die Einstufung als Risikogebiet (Inzidenz über 50) geknüpft.

Nun wird jedoch vorwiegend vor Reisen in Hochinzidenzgebiete gewarnt. Darunter sind in Europa momentan nur Portugal, Großbritannien und Zypern gelistet.

Generell gilt: Auch wenn bei Ein- und Rückreise mit einer Quarantäne zu rechnen ist, ist das ein triftiger Grund, die Reise zu stornieren. Bei der Rückreise nach Deutschland trifft das jedoch zwingend nur auf Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete zu. Bei der Rückreise aus Risikogebieten reicht Ungeimpften ein negatives Testergebnis, um die Quarantäne zu umgehen.

Welche Corona-Einreiseregeln gelten für Deutschland? - Infografik

Bei Individualreisen werden meistens dennoch Stornokosten fällig. Nämlich immer dann, "wenn der Flug tatsächlich durchgeführt wird oder auch ein Hotel, das gebucht wurde, weiterhin seine Leistungen anbietet", sagte Reiserechtsexperte Kay Rodegra ZDFheute.

Ausnahme: Sollte für das Land ein Einreiseverbot gelten, kann auch ein stattfindender Flug storniert werden.

Rücksacktouristin im Seoraksan National Park in Südkorea.
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Ab in die Welt - Individualreisen und Corona: Was ist möglich? 

Rucksack packen, One-Way-Ticket buchen und ab in die Welt - das war vor Corona. Die Pandemie macht individuelles Reisen nicht nur komplizierter, sondern oft auch teurer.

von Jenifer Girke

Keine Reisewarnung, aber erhebliche Einschränkungen am Urlaubsort. Was kann man in diesem Fall tun?

Sollte es zu massiven Einschränkungen am Urlaubsort kommen, kann man laut Verbraucherzentrale die Reise kostenlos stornieren. Gängige Maßnahmen wie eine Maskenpflicht im Hotel oder Beschränkungen im Restaurant wie der Verzicht auf ein Buffet sind jedoch keine ausreichenden Gründe, um die Reise kostenfrei stornieren zu dürfen. Fallen vereinbarte Leistungen wie Ausflüge oder der Zugang zu bestimmten Hotelbereichen, die im Preis enthalten waren, wegfällt, ist eine Teilerstattung eine Möglichkeit.

"Es gilt: Je gewichtiger die nicht erbrachte Reiseleistung ist - etwa die Schließung einer Hauptattraktion der geplanten Reise - , desto höher fällt die Minderung aus", so die Reiserechtlerin Kim Illmer im "Handelsblatt". Auch Individualreisende müssten nur dann nur die Leistung bezahlen, die auch erbracht wird.

"Wer jetzt noch in Risikogebiete reist, dem kann arbeitsrechtlich Ärger drohen", so Rossbeh Karimi, Fachanwalt für Reiserecht. Wer bereits gebucht habe, könne kostenfrei von seiner Reise zurücktreten.

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7 min
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Wie ist das Infektionsrisiko zu bewerten?

In den Urlaub fahren trotz hoher Corona-Zahlen? Das ist für Professor Hajo Zeeb eine sehr individuelle Risikoabwägung. Der Experte vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie sagte kürzlich zu ZDFheute:

Bei Hochinzidenzgebieten ist das so: Da würde ich nicht mit Kindern hinreisen, die nicht geimpft sind. Sonst müsste man sich wirklich krampfhaft an die Hygieneregeln halten.
Professor Hajo Zeeb

Wenn man komplett durchgeimpft ist, könne man das auch anders entscheiden, so Zeeb - man dürfe das Risiko aber nicht vernachlässigen.

Wie reagieren die Reisenden?

Einige Urlaubsländer in der EU bekommen schon die Auswirkungen der steigenden Fallzahlen zu spüren. In Spanien äußerte sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison. Es gebe einen "plötzlichen Rückgang" bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag unter Berufung auf den Vizepräsidenten des spanischen Tourismusverbandes Exceltur, José Luis Zoreda.

Reiserechtsexperte Kay P. Rodegra informiert.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Eine alte FFP2-Maske liegt auf dem Boden. Symbolbild

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Debatte über Corona-Lage 

Die Diskussion um das Ende der "epidemischen Lage" dauert an. Obwohl die Inzidenzen weiter steigen, will Gesundheitsminister Spahn den Ausnahmezustand Ende November aufheben.

23.10.2021
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Datengrafik-Teaser: RKI meldet steigende Inzidenzen
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Corona in Deutschland - Inzidenz von 100 - was bedeutet das? 

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Mai erstmals wieder bei 100. Wie verläuft die Kurve im Vergleich zum letzten Jahr und wie schätzen Virologen die Lage ein? Ein Überblick.

von Katharina Schuster
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