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80 Prozent voll geimpft? - Warum das RKI verschiedene Impfquoten meldet

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Laut offiziellem Impfquotenmonitoring sind 75 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen Corona geimpft. Nun nennt eine RKI-Studie rund 80 Prozent. Woher kommt der Unterschied?

Eine Umfrage des Robert-Koch-Instituts lässt nun aufhorchen: Demnach liegt die Corona-Impfquote unter den Erwachsenen in Deutschland merklich höher, als von den Ämtern erfasst.

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Wie viele Menschen sind in Deutschland bereits gegen das Coronavirus geimpft? Auf diese einfache Frage gibt es wie so oft komplizierte Antworten.

Das offizielle Digitale Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht von aktuell 75,6 Prozent vollständig geimpften Erwachsenen in Deutschland aus. Eine am Mittwoch veröffentlichte neue Erhebung des RKI, die sechste Covimo-Studie, kommt hingegen auf 80 Prozent vollständig Geimpfte - etwa fünf Prozentpunkte Differenz, in manchen Teilbereichen sogar noch mehr. Das könnte fast dreieinhalb Millionen voll Geimpfte mehr bedeuten, als zuvor angenommen.

Verschiedene Methoden führen zu unterschiedlichen Zahlen

Das Digitale Impfquotenmonitoring basiert auf Daten, die dem RKI von Impfzentren, Krankenhäusern oder niedergelassenen Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Die Daten treffen teils verzögert oder lückenhaft ein - nur die Hälfte der Betriebsärzte meldet etwa durchgeführte Corona-Schutzimpfungen.

"Man will den Impfärzten das Impfen so einfach wie möglich machen - auf der anderen Seite fehlen uns dann aber Daten. Das ist immer eine Abwägung", sagt Professor Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, ZDFheute.

Dem gegenüber stehen die Covimo-Erhebungen des RKI. Darin befragt das RKI regelmäßig 1.000 Erwachsene repräsentativ zu ihrem Impfstatus. Die neuen, höheren Werte kommen aus dem sechsten dieser Berichte.

Diese Erhebungsmethode hat ihre eigenen Schwächen: Menschen mit schlechten Sprachkenntnissen werden beispielsweise weniger gut erreicht. Außerdem kann niemand überprüfen, ob Befragte darüber gelogen haben, geimpft zu sein, weil gesellschaftlich erwartet wird, dass man sich impfen lässt.

Welche Impfquote ist glaubwürdig?

Beide Zählweisen können die tatsächliche Quote also nur annäherungsweise bestimmen. Das sagen Watzl wie auch das RKI selbst.

Die Covimo-Befragung gibt selbst an, dass sie die Quote eher überschätzt. Aber es ist auch klar, dass das Impfquotenmonitoring die Zahlen auf jeden Fall unterschätzt.
Prof. Carsten Watzl, Deutsche Gesellschaft für Immunologie

Das RKI verwies gegenüber dem ZDF darauf, dass bereits frühere Covimo-Berichte abweichende Quoten berechnet hätten. Es sei "keine neue Nachricht".

Experte Watzl betont aber: "Es ergibt sich eine Diskrepanz von teils zehn Prozent. Das ist ein Unterschied, den man ernst nehmen muss."

Er empfiehlt die Zahl der insgesamt ausgelieferten Impfdosen als Richtwert: "Wenn sie alle verimpft wurden, kommt man auf etwa 4,5 Prozent mehr Vollgeimpfte als das Impfquotenmonitoring aktuell angibt." Also etwa 80 Prozent vollständig Geimpfte.

Der Gesundheitsminister und der RKI-Chef raten dazu, sich gegen Corona und die Grippe impfen zu lassen. Zusammen könnten die Krankheiten zum Problem für Krankenhäuser werden.

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Warum ist es wichtig, welche dieser Zahlen stimmt?

Ob 75 oder 80 Prozent aller Erwachsenen vollständig geimpft sind, macht für Watzl einen deutlichen Unterschied.

Eine höhere Quote ist immer auch ein Puffer für Lockerungen. Mit fünf Prozent Impfquote mehr kämen wir so langsam in den Bereich, wo man auch mit Lockerungen durch den Winter kommen könnte.
Prof. Carsten Watzl, Deutsche Gesellschaft für Immunologie

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich erfreut über die Nachricht. Die Impfkampagne sei noch erfolgreicher als gedacht, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Das gibt uns zusätzliche Sicherheit für Herbst und Winter. Wir wollen mit Umsicht und Vorsicht Schritt für Schritt zurück in Freiheit und Normalität."

Die erreichten Impfquoten machten es möglich, draußen auf bestimmte Corona-Regeln zu verzichten - insbesondere das Tragen medizinischer Schutzmasken. In Innenräumen seien Zutrittsvorgaben für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) mit der Option für 2G nur für Geimpfte und Genesene aber weiterhin wichtig, erklärte Spahn.

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