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Biontech-Chef zu mRNA-Impfstoff - "Handelt sich nicht um Genmanipulation"

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Biontech-Chef Ugur Sahin erklärt, warum durch den mRNA-Impfstoff keine Erbgut-Veränderungen zu erwarten sind - und warum er zunächst keinen Einfluss auf die Infektionszahlen hat.

Der mRNA-Impfstoff nutze eine natürliche Form der genetischen Informationsübertragung, erklärt der Vorstandsvorsitzende von Biontech, Ugur Sahin, im heute journal.

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Biontech-Gründer Ugur Sahin hat im ZDF bekräftigt, dass der neuartige mRNA-Impfstoff seiner Firma keine genetischen Veränderungen hervorruft. "Es handelt sich nicht um Gene oder um Genmanipulation", sagte er. Der Vorteil der völlig neuen Substanz sei, dass die genetische Information in Form eines instabilen Moleküls übertragen werde. Die RNA sei Bestandteil des menschlichen Körpers. Sahin bestätigte:

Das ist eine natürliche Form der Informationsübertragung. Dadurch sind keine Veränderungen des Erbguts zu erwarten.
Ugur Sahin

Zunächst keinen Einfluss auf Neuinfektionen

Zugleich dämpfte er die hohen Erwartungen an den Impfstoff. Das Wichtigste sei, die hohen Infektionszahlen durch die bestehenden Corona-Maßnahmen zu reduzieren. Denn auch mit dem Impfstoff habe man momentan keine Möglichkeit, die Infektionszahlen zu beeinflussen. "Dafür werden zu wenige Personen am Anfang immunisiert", erklärte der Forscher.

Geimpfte Menschen hätten jedoch eine 20mal geringerere Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken. "Wenn jeder geimpft wird, gibt es eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine Infektion zu bekommen", sagte Sahin. Das werde aber noch dauern: Mittelfristig werde der Impfstoff einen Einfluss auf den Krankenhausaufenthalt haben, langfristig könne er zu einer Reduktion der Sterblichkeit der geimpften Gruppe führen.

Der Biontech-Impfstoff allein würde für Deutschland nicht ausreichen: "Es ist wichtig, dass andere Impfstoffe zugelassen werden."

Mutation kann dem Impfstoff nichts anhaben

Sahin geht nicht davon aus, dass eine Mutation des Coronavirus wie in Großbritannien den Impfstoff überrollen könnte. Es sei ein normaler evolutionärer Prozess, dass das Virus versuche, in einer Infektion effizienter zu werden. Es würden sich die Viren durchsetzen, die besonders effektiv infizieren.

Das bedeute aber nicht gleich, dass die Immunität durch einen Impfstoff direkt beschränkt würde. "Wir haben damit gerechnet, dass sich das Virus weiterentwickelt, und haben dementsprechend eine sehr große Sequenz ausgewählt", fasst Sahin zusammen.

Arzneimittelchef im Interview - Neuer Corona-Impfstoff: Was man wissen muss 

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