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Schnelltest-Strategie - Verschenkt Deutschland eine Chance?

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Minister Spahn sträubt sich, doch einige Wissenschaftler sagen: Corona-Schnelltests für jedermann könnten helfen, das Virus einzudämmen. Erste Prüfungen stimmen optimistisch.

Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch könnten helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Fehlerquote ist zwar höher als bei Labortests, ein Großteil der Infizierten könnte durch Schnelltests aber dennoch entdeckt werden.

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Claudia Denkinger ist Infektiologin an der Universität Heidelberg. Sie testet den Corona-Schnelltest: An einer Drive-In-Teststation nahe Heidelberg überprüft Denkinger, wie zuverlässig diese Tests sind. Jeder, der für einen vom Gesundheitsamt verordneten PCR-Test anrollt, macht zusätzlich noch den Schnelltest.

Das Ergebnis: Auch Schnelltests fischen die meisten Infizierten aus den Testpersonen, mit einer etwas höheren Fehlerquote als Labortests. "Wir haben gezeigt, dass die guten Tests vier aus fünf positiven Fällen rausziehen können und von denen, die hohe Viruslast haben, da können sie neun aus zehn rausziehen. Von den Personen, die für die meisten Ansteckungen verantwortlich sind", erklärt die Infektiologin.

Immer häufiger fordern Wissenschaftler, mehr Schnelltests einzusetzen. Bisher ist die Politik sehr zurückhaltend - obwohl es Studien gibt, die Hoffnung machen.

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Corona-Schnelltests: Nur sehr geringe Fehlerquote

Dabei - so das Ergebnis dieser ersten größeren Studie von der Uniklinik Heidelberg und der Charite Berlin - macht es offenbar kaum einen Unterschied, ob sich Probanden selbst testen oder getestet werden. Bei neueren Schnelltests, zeigt uns die Infektiologin, reicht ein Abstrich im Nasenflügel. "Das ist ähnlich wie Nase popeln", beschreibt Denkinger.

Schnelltests für den Hausgebrauch - für sie und viele andere Wissenschaftler eröffnet das neue Möglichkeiten, ergänzend zu Shutdown, Maske und AHA-Regeln. Gerade an Orten, wo Menschen notgedrungen Kontakte haben, in Schulen, Kindergärten oder Schlachthöfen, könnten sich Betroffene mehrmals pro Woche selbst testen.

Kitas und Schulen können ab heute eigenständig Schnelltests nutzen. Doch wie zuverlässig sind Antigen- und PCR-Tests überhaupt? Das fragen wir Mikrobiologin Bettina Löffler.

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Virologin Sandra Ciesek hat das für eine Studie ausprobieren lassen. Sie hat Lehrer*innen mit Schnelltests versorgt. Mehrmals pro Woche haben die sich selbst getestet. Ja, es gab das ein oder andere falsche Ergebnis. Aber: Die Tests haben Infizierte aufgespürt, schon bevor sie Symptome entwickelten.

Wir konnten verhindern, dass einige Lehrer, die von ihrer Infektion nichts wussten, in die Schule gegangen sind. Das kann natürlich helfen, Infektionsketten zu durchbrechen.
Virologin Sandra Ciesek

Gerade in Gegenden mit hohen Fallzahlen hat der häufige Einsatz von Schnelltests den Sinn, Infizierte aufzuspüren bevor sie Symptome entwickeln, findet die Virologin.

Spahn will keine Tests "für zu Hause"

Doch der Gesundheitsminister winkt ab – noch gäbe es keine zertifizierten Tests für zu Hause. "Deswegen bin ich zurückhaltend, entgegen aller rechtlichen Regeln Schnelltests, die wir aktuell haben, einfach zu einem Heimtest zu machen für jedermann. Sonst hat es das Risiko von falschen Ergebnissen und von falschem Sich-in-Sicherheit-wiegen", sagte Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Tübingen setzt auf kostenlose Schnelltests und hat 7-Tage-Inzidenz von unter 50. "Ich glaube, dass dieses Konzept durchaus auf andere Städte übertragbar wäre", soNotärztin Federle.

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Anderslautende Berichte über die Genehmigung angeblicher Schnellstests für jedermann daheim ohne Arzt , die am Wochenende die Runde machten, dementiert das Gesundheitsministerium. Die Schnelltests seien noch nicht richtig ausgereift, betont die Presseabteilung des Gesundheitsministeriums.

Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in einem Pflegeheim in den Händen. Lehrer und Erzieher sollen sich künftig selbst auf das Coronavirus testen.

Corona-Selbsttest -
Schnelle Einschätzung für zu Hause
 

Antigen-Schnelltests dürfen derzeit nur mit einer Schulung durchgeführt werden, dabei ist die Selbstanwendung offenbar fast genauso zuverlässig.

von Julia Jäger

Ja, da seien Risiken beim Selbsttesten – aber es fehle generell an einer Schnellteststrategie für Deutschland, findet Notärztin Lisa Federle. In Tübingen zeigt sie seit Monaten, wie das funktionieren könnte. Jeder, der möchte, bekommt einen kostenlosen Schnelltest – finanziert durch Spenden. Die Inzidenz ist unter 50 gesunken, Federle hat für ihre Strategie Preise gewonnen, wurde von Politiker*innen eingeladen. Aber das war's.

Schnelltest-Strategie würde bei Virus-Mutation helfen

"Das ist eine absolut verschenkte Chance, weil wir haben so viele Schnelltests, das wir das schnell in Angriff nehmen könnten. Diese Schnellteststrategie wäre jetzt besonders wichtig. Durch die neue Mutation wissen wir gar nicht, was auf uns zukommt. Gerade jetzt heißt es testen, testen, testen", sagt Federle.

Die südafrikanische Corona-Variante könnte sich stärker in Deutschland ausbreiten als die bisher hauptsächlich verbreitete Variante. Das berichten Wissenschaftler in Fachartikeln.

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Infektiologin Denkinger von der Uniklinik Heidelberg findet, dass auch Selbsttesten unter kontrollierten Bedingungen sinnvoll wäre.

Die Chancen von Schnelltests sind größer als die Risiken, was haben wir zu verlieren?
Infektiologin Claudia Denkinger

Sie würde im ersten Schritt Schulen, Kindergärten, Polizeidienststellen und Schlachthöfe mit Schnelltests versorgen und die Menschen auffordern, sich zwei Mal pro Woche zu testen. Wichtig sei dann ein Ansprechpartner, falls das Ergebnis positiv ist. Eine Schnellteststrategie könne den Menschen eine Perspektive geben, sagt die Wissenschaftlerin. Jenseits ständiger Verbote.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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Corona-Mutation: Was sie so gefährlich macht
 

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