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Boom durch Corona - Pandemie setzt neue Trends bei Schönheits-OPs

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Die Corona-Krise hat für viele Branchen große finanzielle Einbußen gebracht. Das gilt nicht für die aesthetische Chirurgie. Die Pandemie rückt den Fokus auf neue Körperpartien.

Archiv: Ein Chirurg setzt sein Skalpell an einem Augenlid einer Frau an
Schönheits-OPs nahmen zu im vergangenen Jahr
Quelle: dpa

Die Behandlungen seien riskant, die Ärzte windig und die Ergebnisse in vielen Fällen nur so naja - so lauten oft die Meldungen. Doch seit Beginn der Corona-Krise erlebt die ästhetisch-plastische Chirurgie neuen Zulauf: Die Zeit im Homeoffice und der Kontaktbeschränkungen gibt wohl diskret Raum für Veränderungen am Körper.

Denn Eingriffe mit einer Auszeit im Anschluss fallen im Sozialleben wenig auf, so Chirurgen. Auch blaue Flecken, Schwellungen, Rötungen, wie sie nach den meist minimalinvasiven Operationen üblich sind, ließen sich mit weniger Aufwand als in normalen Zeiten kaschieren, wie zum Beispiel die Nachwehen von Lippenkorrekturen unter Mund-Nasen-Schutzen.

Shutdowns führten zu neuen ästhetischen Wünschen

Und noch etwas habe sich verändert, resümiert der Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), Dennis von Heimburg:

Die Art der Nachfrage nach ästhetischen Behandlungen hat sich in der Corona-Krise verändert.
Dennis von Heimburg, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die Shutdowns sorgten etwa für den Wunsch nach strafferen Augenpartien. In Maskenzeiten schauen sich Menschen mehr in die Augen. Video-Konferenzen führten außerdem dazu, dass sich viele länger selbst betrachten und mehr angesehen werden.

Problemzonenkorrektur durch Homeoffice

Insgesamt gebe es ein neues Körperbewusstsein in der Krise, sagt Facharzt Murat Dagdelen. Das Interesse an Fettabsaugungen steige, nicht zuletzt weil einige in der Homeoffice-Zeit zugelegt hätten. Für die Zunahme der Verschönerungswünsche in der Corona-Krise sieht er einen einfachen Grund:

Die Patienten haben mehr Zeit, sich mit ihrem Äußeren zu beschäftigen.
Murat Dagdelen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

"Es sind vermehrt Leute, die vorwiegend oder häufig zu Hause arbeiten," ergänzt Dagdelen.

Zunehmend Lehrer und Angestellte in den Praxen

Insgesamt gab es laut VDÄPC seit Beginn der Pandemie Veränderungen bei den Berufsgruppen, die Schönheits-OPs durchführen lassen. Andrea Fornoff, Leiterin der Klinik für Plastische Chirurgie in Stuttgart-Degerloch, sagt, dass etwa mehr Lehrerinnen und Lehrer und Menschen, die in der Verwaltung tätig seien, Termine bei ihr machten. "Also Leute, die ein gesichertes Einkommen haben." Eine weitere Beobachtung:

Es gibt aber daneben auch die breite Schicht derer, die es sich jetzt nicht mehr mal eben so leisten können, etwa Friseurinnen und Friseure oder Beschäftigte aus der Gastronomie.
Andrea Fornoff, Leiterin der Klinik für Plastische Chirurgie in Degerloch

Es müsse eben finanziell und organisatorisch gut zu machen sein, sagt Fornoff. Viele Patienten nutzten wohl ihre Reisekasse und leisteten sich eine Schönheits-OP statt in den Urlaub zu fahren.

Männer entscheiden sich schneller für Schönheits-OPs

Die Plastische Chirurgin Fornoff hat zudem beobachtet, dass sich Männer schneller entscheiden als Frauen. "Wenn sich Männer in der Sprechstunde vorstellen, dann haben sie häufig schon den Entscheidungsprozess durchlaufen und beschlossen, das jetzt durchzuziehen."

Frauen dagegen "sind da oft abwartender, stellen sich eher zurück und warten, bis sie das Gefühl haben, keine anderen Pflichten mehr zu haben und sich das jetzt gönnen zu können".

Unverändert mehr Frauen mit asthetischen Anliegen

Ein zentrales deutsches Register für Schönheitsoperationen gibt es nicht. Hochgerechnet aus den Rückmeldungen der Fachärzte sind es aber Hunderttausende jährlich in Deutschland. Und nach wie vor dominieren Frauen und ihre Nachfrage den Markt. Nur etwa 10 bis 15 Prozent der Behandlungen werden an Männern vorgenommen.

Und noch etwas ist auch in Zeiten der Corona-Krise unverändert: Studien zufolge verschweigt eine Mehrheit der Patientinnen und Patienten nach wie vor gegenüber Kollegen und Freunden, dass sie eine Schönheits-OP gehabt haben.

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