Sie sind hier:

Debatte um Kinder-Dunkelziffern - Schulen offenlassen - ja oder nein?

Datum:

Ist die Sars-CoV-2-Dunkelziffer unter Schülern doch geringer als angenommen? Darüber streiten Experten. Virologin Ciesek fordert, erst mal Infektionen bundesweit zu erfassen.

Schüler in einem Klassenzimmer
Mit Maske und geöffnetem Fenster: Momentan sind die Schulen bundesweit noch offen.
Quelle: obs

Seit Monaten wird diskutiert, welche Rolle eigentlich die Schulen beim Infektionsgeschehen spielen. Dort soll es eine hohe Dunkelziffer unerkannter Corona-Fälle geben. Eine neue Studie von Kinderärzten und Kinderkliniken will belegen, dass die vielleicht viel kleiner ist als bisher angenommen.

Mit steigenden Infektionszahlen sind auch die Schulen wieder in den Fokus gerückt. Doch Schulschließungen wie im Frühjahr will die Politik unbedingt vermeiden. Stattdessen gibt es viele Vorschläge, etwa die Halbierung von Klassen oder eine generelle …

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Wie sehr das Thema Eltern und Schüler, aber auch Lehrer und Erzieher beschäftigt, zeigt das breite Echo auf einen Tweet der Frankfurter Professorin Sandra Ciesek.

Übertragungsrisiko vor allem an weiterführenden Schulen minimieren

Die Virologin bringt etwas Ruhe in die mittlerweile aufgeheizte Debatte und erachtet "vor einer kompletten Schließung von Schulen und Kindergärten eine bundesweit einheitliche systematische Erfassung der Infektionsfälle in Schulen" als sinnvoll.

"Maßnahmen sollten sich zudem an den regional erfassten Inzidenzzahlen orientieren."
Sandra Ciesek, Virologin

"In Regionen mit sehr hoher Inzidenz kann es sinnvoll sein", so Ciesek weiter, "den Präsenzunterricht so zu gestalten, dass besonders bei Kindern und Jugendlichen an weiterführenden Schulen das Übertragungsrisiko minimiert wird - durch Verkleinerung der Klassen und MNS-Pflicht auch im Unterricht".

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Das betreffe dann "vor allem die älteren Kinder beziehungsweise Jugendliche, die auch zu Hause bei einer Mischung aus Präsenz- und E-Learning-Elementen schulisch profitieren können, zumindest mehr als etwa Grundschulkinder" .

Ciesek: Differenziert analysieren

Überhaupt sollten Corona-Fälle an Schulen "nach Alter, Anzahl und Ort (Stadt/Land) differenziert analysiert werden". Das würde helfen, so Ciesek weiter, "das Ausmaß der durch SARS betroffenen Schulen zu verstehen und dabei helfen, gezielte Maßnahmen einzuleiten".

Der Dank der User ist ihr sicher. Das zeigen über 1.700 Likes in kurzer Zeit und ein dickes "Danke für Ihr unermüdliches Erklären" einer Followerin.

Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts ist klar: Bei einer kritischen Inzidenz rät es zu geteilten Klassen und Maskenpflicht. Die Länder entscheiden aber häufig anders.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Lauterbach: Auf jeden Fall geteilte Klassen

Für halbierte Klassengrößen spricht sich ausdrücklich auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach aus. Die Dunkelziffer-Studien beruhten auf Daten der letzten Monate, in denen gutes Wetter und Ferienzeit herrschten, sagt er im ZDF. "Diese alten Daten tun nichts zur Sache. Wir habe seit zwei Wochen ein großes Problem. Die Fallzahlen steigen nach oben".

Das Argument, dass geteilte Klassen auch mehr Lehrer erforderten, die es momentan nicht gebe, lässt Lauterbach nicht gelten: Die Sicherheit von Eltern, Schülern und Lehrer müsse vorgehen.

"Und wenn wir das ernst nehmen, müssen wir überlegen, wie wir das schaffen", so Lauterbach weiter. "Dass Schulteilungen durchaus möglich sind, zeigt sich wanders. Dänemark schafft das, viele Provinzen in Kanada schaffen das, an der Uni hier in Köln zum Beispiel schaffen wir das, auch viele Betriebe schaffen das."

Ich bin überrascht, dass das in Deutschland nicht gehen soll.
Kai Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Fachärzte: "Lasst die Schulen offen"

Auch die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin als Dachverband der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften forderte am Wochenende bereits in einer Stellungnahme: "Lasst die Schulen offen".

Die Eindämmung der Pandemie durch die Verhinderung der Übertragungen hat ihren Schwerpunkt in der Kontrolle der Risikokontakte unter Erwachsenen.
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin

Die Verantwortung, so die Fachärzte, "liegt bei Eltern, Betreuern, Lehrern und der gesamten erwachsenen Bevölkerung, ihre ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor Ansteckungen zu schützen und ihnen durch ihr hygienebewusstes Verhalten den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen zu ermöglichen".

Schulen seien auch im aktuellen Stadium der 2. Welle keine Hotspots der Pandemie.

Länderchefs beraten am Mittwoch

Am Mittwoch wollen sich die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Corona-Regeln befassen. Zuletzt hatte es dabei wieder vermehrt Forderungen gegeben, die Lage an den Schulen verstärkt in den Blick zu nehmen.

Schulkinder laufen mit Abstand die Treppe hoch

Kinderärzte: -
Ansteckungsgefahr an Schulen wird überschätzt
 

Das Corona-Infektionsrisiko in Kitas und Schulen ist nach einer Analyse von Kinderärzten wohl deutlich geringer als angenommen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

In ihrer Beschlussvorlage für die Beratungen am Mittwoch plädieren die Länderchefs dafür, dass ab der siebten Klasse das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend werden soll in solchen Regionen, in denen die Zahl der Neuinfektionen den Wert von 50 je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen "deutlich" übersteigt.

Infektionsfreie Schulen sollen aber davon ausgenommen werden können. Über Homeschooling sollen die Länder nach dem Willen der Ministerpräsidenten selbst entscheiden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.