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Schule im Shutdown - "Auf die konzentrieren, die es schwer haben"

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Gerade gibt es Zeugnisse - für ein Schuljahr im Shutdown. Wie aussagekräftig die sind und wie Lernrückstände aufgeholt werden sollen, erklärt Kultusministerkonferenz-Vize Prien.

Archiv: Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer der Sekundarschule Karl Marx auf einem Tisch.
Quelle: dpa

ZDFheute: Frau Ministerin, es gibt in einigen Bundesländern in den nächsten Tagen Zeugnisse. Sind die aussagefähig?

Karin Prien: Wir haben das erste Schulhalbjahr vollständig unter Corona-Bedingungen hinter uns. Ich kann für Schleswig-Holstein sagen, dass wir bis vor den Weihnachtsferien nahezu vollständig Regel-Betrieb unter Corona-Bedingungen hatten, so dass sich Lehrkräfte sehr wohl ein Bild darüber machen konnten, wie die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist. Insofern: Ja, die Zeugnisse haben natürlich auch in diesem Jahr Aussagekraft. Aber ich würde die Eltern darum bitten, wenn sie mit ihren Kindern über die Zeugnisse sprechen, diese besonderen Bedingungen in den Blick zu nehmen. 

ZDFheute: Viele Schüler werden den normalen Stoff nicht ernsthaft gelernt haben können, lautet eine allgemeine These. Sehen Sie das genauso? 

Prien: Das würde ich für das erste Schulhalbjahr so nicht sagen, wir haben uns ja sehr viel darum gekümmert, Lernrückstände bei ganzen Gruppen aber vor allem auch bei einzelnen Kindern und Jugendlichen aufzuholen. Wir werden in den nächsten Monaten jede Gelegenheit wahrnehmen, um Lernrückstände aufzuholen. 

ZDFheute: Die Schulen sind offen abhängig vom Infektionsgeschehen - das heißt regional können Schüler besser oder schlechter lernen. Welchen Plan hat die Kultusministerkonferenz um diese Unterschiede auszugleichen? 

Prien: Ganz gleich sind die Rahmenbedingungen ja nie und jetzt muss man in den nächsten Wochen einfach schauen, wie stark sie voneinander abweichen. Wenn sich erweisen sollte, dass die Ergebnisse insgesamt im Durchschnitt schlechter ausfallen, wird man darüber reden müssen, ob man den Schülerinnen und Schülern da entgegenkommt. Das wird etwas sein, über das wir uns weiter austauschen. Für die Schülerinnen und Schüler beim ersten und mittleren Schulabschluss haben wir für Schleswig-Holstein schon entschieden, dass wenn das im Durchschnitt schlechter aussieht als in den drei Pandemie-Vorjahren, dass wir dann einen entsprechenden Bonus geben werden. 

ZDFheute: Gibt es in der Kultusministerkonferenz einen Plan, wie es in diesem Jahr mit den Schulen weitergehen soll? 

Prien: Wir haben ja im Sommer gemeinsam einen Stufenplan erarbeitet, nachdem auch alle Bundesländer gearbeitet haben. Nun sind wir im Lockdown seit einigen Wochen und jetzt geht es darum, aus dem Lockdown wieder herauszukommen. Wir haben uns in Schleswig-Holstein weitergehende Gedanken gemacht und haben hier auch einen Stufenplan vorgelegt, der sich an den Inzidenzen aber auch am dynamischen Infektionsgeschehen orientiert. Ich gehe davon aus, dass wir auch in den nächsten Wochen weiter miteinander darüber im Gespräch sein werden. 

ZDFheute:  Schülerinnen und Schüler, die gewohnt sind, selbstständig zu arbeiten, werden mit dem Homeschooling keine großen Probleme haben. Wie helfen sie denen, die eine intensivere Betreuung durch die Lehrkörper benötigen?

Prien:  Das eine ist, dass wir die Abschlussklassen im Augenblick in den Schulen haben und in kleinen Gruppen beschulen, zumindest mit Präsenzangebot. Außerdem öffnen wir alle Schulen für die Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht gut lernen können, weil sie zum Beispiel keinen guten Internet-Anschluss haben oder andere Gründe dafür sprechen, dass sie in der Schule besser zurechtkommen.

Und natürlich werden wir, sobald die Schulen wieder weiter öffnen können, vor allem diese Schülerinnen und Schüler unterstützen, mit zusätzlichen Angeboten und zusätzlichem Personal. In Schleswig-Holstein haben wir allein 25 Millionen in diesem Schuljahr zusätzlich für Personalmaßnahmen ausgegeben, damit die Schülerinnen und Schüler besser unterstützt werden können. Wir müssen uns vor allem auf die konzentrieren, die es im Augenblick besonders schwer haben. 

Das Interview führte Henner Hebestreit.

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