Sie sind hier:

Corona-Einkaufstourismus - Bundesländer: Kaum Appelle, keine Verbote

Datum:

Seit Montag gelten die neuen Corona-Schutzverordnungen der Länder. Öffnungen hängen ab von der jeweiligen 7-Tage-Inzidenz auf Landes- oder Kreisebene - mit Folgen beim Einkauf.

Corona-Lockerungen - Einzelhandel
Die Corona-Lockerungen im Einzelhandel locken Kunden auch in die Nachbarkreise.
Quelle: dpa

Mit der Abhängigkeit der Shutdown-Lockerungen von den 7-Tage-Inzidenzen in den Verordnungen der Bundesländer sollen die lokalen Corona-Lagen berücksichtigt werden. Damit könnte aber auch der Einkaufstourismus gefördert werden: Öffnet eine Region und eine andere wegen zu hoher Inzidenz nicht, könnten viele Bürger*innen von dort aus zum Shoppen in die Region mit den geöffneten Läden fahren.

Nur zwei Bundesländer appellieren gegen Einkaufstourismus

Lediglich die Corona-Verordnungen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sehen Aufforderungen beziehungsweise Empfehlungen vor, Einkaufstourismus zu unterlassen.

In manchen Städten in Deutschland haben nun viele Geschäfte wieder geöffnet. Corona-Schnell- und Selbsttests sollen vor Ansteckungen schützen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern fordert die Einwohner*innen auf, "keine Einrichtungen, Verkaufsstellen, Dienstleistungsbetriebe oder sonstige Stätten dieser Verordnung in einem anderen Landkreis oder in einer anderen kreisfreien Stadt aufzusuchen, die in ihrem eigenen Landkreis oder ihrer eigenen kreisfreien Stadt aufgrund der Infektionslage geschlossen sind."

Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns hat Aufforderung ignoriert

Zur Kontrolle waren am Montag Kräfte der Bereitschaftspolizei in Rostock eingesetzt. Laut Landesregierung ziehen Verstöße aber keine Bußgelder nach sich.

Schlagzeilen mit einem Verstoß hat diese Woche der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Renz (CDU), gemacht, der in Rostock ein Handyladekabel gekauft hatte, obwohl er in Güstrow wohnt.

Die Hansestadt Rostock erlaubt ihren Händlern wieder Geschäfte zu machen. Vorerst allerdings nur mit den eigenen Bürgern. Im Umland bleiben die Geschäfte zu - wegen dort hoher Inzidenzwerte.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Renz räumte seinen Fehler gegenüber der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ein. Der Kauf sei ein Fehler gewesen, den er bedauere, so Schwesig.

Auch in Sachsen keine Sanktionen bei Einkaufstour im Nachbarkreis

Allen Personen, die sich in Sachsen aufhalten, wird empfohlen "dringend auf Reisen, Besuche und Einkäufe zu verzichten, insbesondere wenn diese mit einem Übertreten der Landesgrenze des Freistaates Sachsen verbunden sind". Es handelt sich hierbei lediglich um eine Empfehlung. Ein Verstoß dagegen zieht deshalb keine Sanktionen nach sich.

In den Verordnungen aller anderen 14 Bundesländer gibt es keine Regelungen zu Einkaufstouren. In Baden-Württemberg ist die Öffnung des Einzelhandels an die Inzidenz auf der Kreisebene gekoppelt. Einkaufstourismus innerhalb des Landes ist damit besonders wahrscheinlich. Aktuell gibt es aber noch keine Regelungen.

Sachsen, Dresden: Ein Kunde schiebt in einem Baumarkt einen beladenen Einkaufswagen durch einen Gang.

Shopping-Wirrwarr in Ländern - Laden auf, Laden zu 

In vielen Bundesländern öffnen Läden - aber längst nicht überall und oft mit Einschränkungen. Den Durchblick behalten? Mancherorts schwer.

Baden-Württemberg will Absprachen treffen mit benachbarten Gebieten

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (B´90/Die Grünen) spricht von einer Öffnung auf "Probe". Das Sozialministerium teilte auf Anfrage lediglich mit, im Ministerpräsidentenkonferenz-Beschluss sei vorgesehen, "mit den benachbarten Gebieten mit höheren Inzidenzen gemeinsame Absprachen zu treffen, um eine länderübergreifende Inanspruchnahme der geöffneten Angebote möglichst zu vermeiden."

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass es für Gebiete mit höheren Inzidenzen auch strengere Maßnahmen gebe, um dem "Einkaufstourismus" zu entgegnen. Zudem appelliere Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an den gesunden Menschenverstand, so ein Sprecher der Landesregierung.

Hessen: Keine Regelung zu Einkaufstourismus nötig

Auch das Sozialministerium Hessen teilte mit, eine eigene Regelung sei aufgrund der Absprache zwischen den Ländern und den daraus folgenden möglichst einheitlichen Öffnungsschritten gerade nicht nötig.

Jetzt kann in einigen Bundesländern wieder in Geschäften eingekauft werden. Die Meinungen zu den Lockerungen gehen auseinander.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Bremen harmonisiert seine Regelungen mit Niedersachsen. Damit solle dem Einkaufstourismus kein Vorschub geleistet werden, so die Landesregierung in Bremen.

Thüringen setzt auf sehr vorsichtige Shutdown-Lockerungen

Thüringen setze wegen der hohen Zahlen nur sehr vorsichtige Öffnungen um und rechne deshalb nach Aussage des Gesundheitsministeriums auch nicht mit Einkaufstourismus im eigenen Land.

Bayern, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein teilten auf Anfrage mit, dass keine Regelungen in Kraft seien, die den Einkaufstourismus unterbinden sollen. Brandenburg äußerte sich dazu auf Anfrage nicht.

Die Autorin arbeitet in der ZDF-Redaktion Recht und Justiz.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.