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#Corona-Protokolle - Wie Menschen mit der Corona-Krise leben

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Therapeutin, Kassierer, Unternehmer - jeder muss mit der Pandemie irgendwie zurechtkommen. In unseren Corona-Protokollen erzählen sie von ihren Sorgen, Nöten. Und Hoffnungen.

In einer Sondersendung präsentieren wir Gesichter hinter den Zahlen – Betroffene der Pandemie, Corona-Opfer.

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88 min
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Volker, 61, Supermarktverkäufer in Eckersweiler, Rheinland-Pfalz

"Wenn es um Lebensmittel geht, sind den Kunden die Abstandsregeln völlig egal. Wenn jeder auf den anderen achten würde, müssten wir uns keine Sorgen machen. Aber der Egoismus ist so groß. Das sage ich, obwohl wir ein Familienunternehmen sind und persönliche Beziehungen zu vielen Kunden und Kundinnen haben. Ich arbeite seit 39 Jahren hier.

Man merkt vielen Menschen eine riesige Anspannung und Gereiztheit an. Die Mehrzahl hat die Nase voll, der Zustand ist Routine geworden.

Normalerweise drehe ich nach einem Arbeitstag gern noch eine Runde durch den Markt und gehe selbst einkaufen. Für mich bedeutete das immer Entspannung - bis jetzt. Mir fehlt die Spontanität an allen Ecken und Enden, das ist das Belastende. Es gibt keine Perspektive."

Christina Jochim, 34, Psychotherapeutin

"Aktuell bin ich Behandlerin aber gleichzeitig auch Betroffene. Denn ich leide, wie meine Patient*innen, natürlich auch unter dem Lockdown, auch mir fehlen soziale Kontakte. Das ist eine völlig neue Situation, die wir so aus der Psychotherapie nicht kennen.

Viele Teenager leiden wegen der Corona-Pandemie immer häufiger an ernsten psychischen Beschwerden. Grund dafür ist unter anderem die Vereinsamung zuhause.

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Eigentlich sind wir sehr gut geschult darin, Privates und Berufliches zu trennen, doch momentan ist das schwer. Das Problem ist aktuell zudem, dass auf die ohnehin vorhandenen normalen psychischen Belastungen jetzt noch die psychischen Folgen der Pandemie hinzukommen.

Wir haben schon immer mehr Anfragen als Behandlungsplätze - das ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Problem. Nur jetzt wird dieses Problem sichtbar."

Christian Sievers über den Einfluss der Pandemie auf unser Leben

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Lea Hsu, 26, Mitarbeiterin im Gesundheitsamt Köln

"Eigentlich wollte ich mir als Medizinstudentin im Herbst bereits Zeit für mein Staatsexamen nehmen und ab Oktober nicht mehr in der Kontaktpersonenermittlung des Gesundheitsamtes arbeiten. Aber irgendwie bleibe ich doch dabei. Ich glaube, weil ich mich meinen Kolleginnen und Kollegen verpflichtet fühle und weil unser Job Leben rettet.

Wenn ich nach einer langen Schicht nach Hause kam und hungrig war, haben meine Mitbewohner mir das ein oder andere Mal ein Drei-Gänge-Menü gezaubert.

Besonders mitgenommen haben mich Fälle, in denen ich mit den Angehörigen verstorbener Covid-Patienten telefonieren musste. Das war definitiv nicht leicht. Vor allem dann, wenn ich Angehörige trotzdem in Quarantäne schicken musste."

Cymin Samawatie, Jazz-Sängerin, Dirigentin und Komponistin

"Am 9. März 2020 kam ich nach einer zehntägigen Recherchereise für ein Musikprojekt mit indischen Musiker*innen aus Bangalore zurück nach Berlin. Am Flughafen war bereits sichtbar, dass sich etwas verändert hatte. Im Laufe des März trudelte dann eine Konzertabsage nach der anderen rein.

Die Komponistin in mir bemühte sich darum, positiv zu bleiben. Immerhin verdiene ich noch einen Teil meines Einkommens und mich erreichte schnell die Soforthilfe II. Zugleich stieg der Frust.

Ich schrieb meine ersten Regiepläne, komponierte für Sicherheitsabstand und ließ mich auf digitale Prozesse ein. Die stetigen Änderungen der politischen Auflagen wie Abstände in Instrumentengruppen erschwerten das.

Im Oktober gab es dann einige Auftritte vor Publikum. Meine Gastmusiker*innen aus Bangalore waren jetzt digital dabei. Mittlerweile kann ich kaum noch kreativ auf die Pandemie reagieren. In der Kulturpolitik geht es mir für die leidende freie Szene zu langsam voran."

#Corona-Protokolle: Pflegekräfte - "Schon am Limit, bevor es Corona gab" 

Fast ein Drittel der Pflegekräfte denkt aktuell über den Berufsausstieg, kurz "Pflexit", nach. Vier Pflegekräfte erzählen, was ihren Alltag so schwierig macht.

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von Karen Grass

Jürgen Burggraf und Volker Thomann, Einzelhändler aus Mainz

"Wir betreiben seit 2003 ein Geschäft für Fahrrad-, Snowboard- und Laufbedarf. Noch nie war unser Unternehmen in solch einer Krise. Im Sommer liefen die Geschäfte nach dem ersten Shutdown noch sehr gut. Viele Menschen haben sich Fahrräder gekauft, es war deutlich mehr los als in den Sommermonaten der Vorjahre. Doch durch den zweiten Shutdown sind wir so richtig in Schwierigkeiten geraten.

Das größte Problem sind die Kredite, die wir für den Ankauf der Ware aufnehmen mussten. Wir haben dort zunächst von den günstigen Corona-Krediten profitiert. Doch die Kredite müssen getilgt werden, aber dafür gibt es natürlich keine Hilfen vom Staat. Und da wir fast nichts verkaufen, haben wir ein echtes Problem.

Da häuft sich gerade ein Schuldenberg von über 150.000 Euro an. Wir verstehen zwar, dass die Pandemie weiter gefährlich ist - besonders mit Blick auf die Mutanten. Aber wir haben ein gutes Hygienekonzept, können regulieren, wie viele Kunden den Laden betreten und verhindern, dass sie sich zu nah kommen."

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Ein Ärztin verabreicht einer Patientin eine Impfung gegen das Coronavirus.

Nachrichten | heute - Steigende Corona-Neuinfektionen  

Immer lauter wird der Ruf nach mehr Drittimpfungen. Anspruch auf eine dieser sogenannten Booster-Impfungen haben ältere Menschen und Risikogruppen.

26.10.2021
von Heike Slansky
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Impfstoff von Biontech/Pfizer (Symbolbild)

Vektor, mRNA oder Ganzvirus - Was ist eigentlich ein Totimpfstoff? 

Joshua Kimmich hat die Debatte um Impfstoffarten neu angeregt. Was unterscheidet mRNA- von Vektorimpfstoffen? Und was ist ein Totimpfstoff, auf den manche warten? Ein Überblick.

von Jan Schneider
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