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Streitthema Schulöffnungen - Mediziner und Lehrer warnen vor dritter Welle

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Intensivmediziner haben vor einer Öffnung von Schulen und Kitas vor Anfang März gewarnt. Ministerpräsidentin Schwesig, Lehrerverband und Kinderkommission fordern klare Strategien.

Schüler einer 12. Klasse eines Gymnasiums nehmen am Unterricht teil und tragen Mundschutze.
Präsenzunterricht Ja oder Nein - ein politisches Streitthema.
Quelle: Sven Hoppe/dpa (Archiv)

Die Kultusministerkonferenz spricht sich vor den Bund-Länder-Beratungen über die nächsten Schritte in der Corona-Politik für eine schrittweise Öffnung von Schulen und Kitas ab kommender Woche aus. Lehrerverbände sowie Intensivmediziner warnen vor den Virus-Mutanten und einer dritten Infektionswelle.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat eine klare Öffnungsperspektive für Schulen und auch für die Wirtschaft verlangt. "Wenn wir den Shutdown noch bis 1. März verlängern, müssen wir gleichzeitig sagen: Was wird in welchen Schritten geöffnet? Ab welcher Inzidenz?", sagte Schwesig der "Bild".

Mediziner: Gefahr einer dritten Welle

Schwesig sagte, sie sei deshalb dafür, eine Perspektive aufzuzeigen:

Die Leute sind am Anschlag und fragen: Wie lange soll das noch so weitergehen?
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern

Intensivmediziner haben hingegen vor einer Öffnung von Schulen und Kitas vor Anfang März gewarnt. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wir sehen die Gefahr, dass sich durch die Mutationen unbemerkt eine dritte Welle aufbaut".

Im aktuellen Shutdown sind die Schulen geschlossen. Unterricht findet trotzdem statt – digital. Aber: Nicht jeder Haushalt ist gut ausgestattet. Die Leidtragenden sind die Schüler.

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Marx: Shutdown mindestens noch bis Anfang März

Marx weiter: "Wir müssen den Lockdown in dem jetzt bestehenden Umfang mindestens bis Anfang März fortführen. Auch der Präsenzunterricht an den Schulen sollte bis dahin weiter ausgesetzt und Kitas geschlossen bleiben."

Das sei für die Kinder und die Eltern eine unglaublich Belastung, sagte Marx. "Schulen und Kitas tragen jedoch in großem Maße zur Verbreitung des Virus bei, was durch die Mutationen noch verschärft wird." Das habe man in Großbritannien gesehen.

Für Schulöffnungen braucht es einen konkreten Plan

Die Erfahrungen aus Großbritannien, Irland und Portugal zeigten, dass die Infektionszahlen umgehend in ein exponentielles Wachstum übergehen, wenn zu früh geöffnet werde, fügte Marx hinzu. Der Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen sagt:

Wir müssen Zeit gewinnen, auch um mehr Menschen impfen und damit schützen zu können.
Gernot Marx, DIVI

Auch der Deutsche Lehrerverband hat vor den Bund-Länder-Beratungen zur Vorsicht beim Thema Schulöffnungen gemahnt. "Gerade angesichts der schwer kalkulierbaren Gefahren durch die Virusmutation müssen wir bei der Öffnung der Schulen vorsichtig vorgehen", sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das Coronavirus hat die größte Störung des Bildungssystem verursacht und acht Millionen Schüler und Schülerinnen zu den großen Verlierern der Pandemie gemacht.

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Streitthema: Wann öffnen die Schulen?

Wie der Lehrerverband fordert auch der Vorsitzende der Kinderkommission im Bundestag, Norbert Müller, ein klares politisches Konzept für Schulöffnungen. Eine solche Strategie müsse "verbindliche Testungen und frühere Impfungen für das Personal in allen Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder beinhalten", sagte der Linken-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder beraten am Mittwoch über das weitere Vorgehen. Für kontroverse Debatten dürfte auch die Frage der Öffnung von Schulen und Kitas sorgen. Einigkeit besteht darin, dass diese Einrichtungen prioritär öffnen sollen. Unklar ist aber, wann das geschehen soll.

Schulchaos ohne Ende

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