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Prognose von Wissenschaftlern - Darum kommt wohl ein harter Lockdown

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Wissenschaftler haben errechnet: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wird ohne harten Lockdown nicht zurückgehen. Bis Weihnachten drohen täglich 18.000 neue Fälle.

Reichen die Corona-Maßnahmen? Ein Blick auf die Infektionszahlen.

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Die Prognosen sind ernüchternd. Trotz des Teil-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen seit Anfang November werden sich die Infektionszahlen auch in den kommenden Tagen bis Heiligabend auf einem konstant hohen Niveau bewegen - das ergibt eine Berechnung des Covid-19-Infektionsgeschehens von Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes. Ein harter Lockdown wird deshalb immer wahrscheinlicher.

Die Simulation zeigt, dass bis zu den Weihnachtsfeiertagen in gut zwei Wochen mit täglich rund 18.000 Neuinfektionen zu rechnen sei. Das entspräche einer bundesweiten Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche) von 150. "Die Zahlen sind sehr erschrecked", sagt Thorsten Lehr, der Leiter der Forschergruppe, im Gespräch mit ZDFheute.

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Betten auf Intensivstationen füllen sich weiter

Der Teil-Lockdown seit Anfang November konnte zwar ein exponentielles Wachstum stoppen. Doch die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt bereits wieder: Es wurden heute den fünften Tag in Folge mehr Fälle bekannt als im Vergleich zum jeweiligen Wochentag der Vorwoche. Dazu kommt: Durch eine seit Anfang November geltende neue Teststrategie des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Dunkelziffer der unerkannten Infektionen vermutlich höher als noch im Oktober.

Für die Belegung der Intensivstationen verheißen die neuen Zahlen nichts Gutes. 4.257 Covid-Patienten werden derzeit nach Zahlen des Intensivregisters intensivmedizinisch versorgt - Tendenz stark steigend. Generell gilt: Die Belegung in den Krankenhäusern folgt der Infektionslage um etwa zwei Wochen zeitversetzt. Und Covid-Patienten bleiben oft länger auf der Intensivstation als andere Patienten. Werden sie beatmet, dauert die Behandlung nach Angaben des RKI im Schnitt fast zwei Wochen. Dementsprechend steigt die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, auch dann noch weiter, wenn die Zahl der Neuinfektionen ihren Höhepunkt vorerst erreicht hätte.

Kompletter Lockdown unausweichlich?

Einige Ministerpräsidenten planen inzwischen über Weihnachten für einige Tage einen harten Lockdown wie im Frühjahr, Sachsen will schon ab kommenden Montag nur noch lebensnotwendige Läden offen halten. Unterstützung erhalten die Politiker von Seiten der Wissenschaft: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt einen harten Lockdown nach Weihnachten bis zum 10. Januar.

"Der Lockdown ist dahingehend notwendig, weil wir jetzt mit einer relativ hohen Geschwindigkeit wie in einem Auto auf eine Mauer zurasen", erklärt Thorsten Lehr.

Die Frage wird halt einfach nur sein: Wann bremsen wir und wie hart bremsen wir? Das leichte Bremsen hat bisher nicht funktioniert.
Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes

Man müsse schauen, schnell zu bremsen, um noch vor der Wand zum Stehen zu kommen, bevor das Gesundheitssystem überlastet werde, so Lehr.

DIW-Präsident: Besser kurzer und härterer Lockdown

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält einen kurzen und härteren Lockdown aus wirtschaftlicher Sicht für besser als einen lang anhaltenden Lockdown, wenn dieser die zweite Infektionswelle schneller beenden und einen Neustart der Wirtschaft ermöglichen kann.

Ähnlich sieht es - wenn auch aus anderen Gründen - der Virologe Alexander Kekulé: Er hält die zuletzt beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns für nicht sinnvoll. Maßnahmen wirkten am stärksten, wenn sie gerade beschlossen würden, sagte Kekulé im Podcast von MDR-Aktuell. Wenn die Politik der Meinung ist, dass man nicht auf dem richtigen Weg sei, "dann muss man aber jetzt schärfere Maßnahmen ergreifen und nicht bis 11. Januar warten".

 

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