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Hongkong oder "Staycation" - Wie man in Singapur jetzt Urlaub macht

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Reisen ins Ausland sind in Singapur verpönt. Stattdessen machen viele Urlaub zuhause, "Staycations". Doch ein weltweit einmaliges Reiseabkommen mit Hongkong könnte das ändern.

Daniella Lim (links), Joie Gn
Daniella Lim (links) und Joie Gn im Infinitypool des Marina Bay Sands Hotel in Singapur.
Quelle: ZDF

Sie stehen bis zur Brust im Wasser, wahrscheinlich im coolsten Pool von Südostasien. Doch zum Schwimmen sind die beiden Freundinnen nicht gekommen. Zu aufregend der Blick vom Rand des Infinitypools in 191 Metern Höhe auf die Skyline von Singapur, zu wichtig die Fotos für die Freunde auf Instagram. Und zu kostbar die Zeit, denn Daniella Lim und Joie Gn dürfen aufgrund von Corona-Restriktionen nur für eine Stunde ins Wasser. Also rein ins Nass, das Handy über den Kopf - und los geht der Selfie-Wahnsinn.

Marina Bay Sands und das Arts & Science Museum
In Singapur liegen "Staycations" im Trend.
Quelle: ZDF

"Staycation" im Luxushotel Marina Bay Sands

Daniella Lim und Joie Gn haben sich für ihre "Staycation" - so heißt der Urlaub zu Hause in Singapur - das Marina Bay Sands ausgesucht, ein Luxushotel mit 2.561 Zimmern, 10.000 Mitarbeitern und 60 Restaurants. Und eben mit einem 146 Meter langen Pool auf dem Dach der drei 55 Stockwerke hohen Hoteltürme. Superlative, die Daniella und Joie im Moment vollkommen unwichtig sind.

Wir sind einfach nur froh, weg von zu Hause zu sein. Wir haben Lagerkoller.
Daniella Lim

Für die drei Nächte zahlen sie mehr als 1.100 Euro. Doch ungetrübt sind die Kurzferien nicht. Überall werden Daniella und Joie an Corona erinnert. Der Pool ist nun aus Sicherheitsgründen in drei Abschnitte unterteilt, maximal 50 Hotelgäste dürfen zur selben Zeit in einen der Pool-Bereiche. Ihren Slot haben die beiden Frauen schon vor Tagen online reserviert; vor allem das Zeitfenster zum Sonnenuntergang ist äußerst begehrt.

Infinity-Pool auf dem Dach des Marina Bay Sands
Slots für den Infinitypool des Marina Bay Sands sind sehr beliebt.
Quelle: ZDF

Urlaubsreisen sind in Singapur zu Corona-Zeiten verpönt

Staycation ist beliebt in Singapur, die Hotels sind voll von Einheimischen, denn Urlaubsreisen sind verpönt. Wer dennoch das Land verlässt, muss bei Rückkehr zwei Wochen in eine streng kontrollierte Hotel-Quarantäne und die Kosten in Höhe von 1.250 Euro selbst tragen. [So eine Hotel-Quarantäne hat unser Autor auch schon mitgemacht. Lesen Sie hier seinen Erfahrungsbericht.]

Corona hat Singapur hart getroffen. 19 Millionen Touristen besuchten im vergangenen Jahr den Stadtstaat, davon 3,6 Millionen aus China, die umgerechnet zwei Milliarden Euro in der Stadt ausgaben. Seit dem 23. März lässt Singapur keine Urlauber mehr ins Land. Gelockert wurde die Regelung bislang nur für chinesische Touristen, doch deren Anzahl hält sich in Grenzen; die Chinesen müssen bei Rückkehr für zwei Wochen in Quarantäne. 

Abgestecktes Sand-Quadrat am Strand von Sentosa

Auch Bea Leon macht Staycation. Die Tennistrainerin aus Saragossa in Spanien sitzt auf der vorgelagerten Insel Sentosa allein am Strand in einem mit einer gelben Kordel abgesteckten Bereich. Sie sieht nicht besonders glücklich aus.

"Es ist wirklich nervig", sagt sie. Man käme sich in diesem Quadrat doof vor, aber zumindest habe man während der Woche den Strand für sich und stünde nicht in der Schlange vor den Absperrungen.

Bea Leon am Strand der Insel Sentosa
Bea Leon macht Urlaub am Strand der Insel Sentosa.
Quelle: ZDF

Singapur und Hongkong öffnen welterste "Travel Bubble"

Doch nun gibt es Hoffnung. Singapur öffnet in zwei Wochen mit Hongkong eine sogenannte "Travel Bubble". Erstmals können Singapurer nun reisen, ohne bei Ankunft oder Rückkehr in Quarantäne zu müssen. Die Infektionszahlen in beiden Städten sind gering, in Singapur liegen sie zurzeit bei täglich unter fünf - und das bei knapp sechs Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. [Diesen Erfolg führt Singapur auch auf seine Corona-App zurück.]

Es ist die erste Reiseblase weltweit ohne Restriktionen. Cathay Pacific und Singapore Airlines wechseln sich mit ihren Fliegern ab. Eigentlich sollte die Travel Bubble schon heute beginnen, sie wurde aber aufgrund steigender Infektionszahlen in Hongkong verschoben. Die Flieger sind ausgebucht, die Preise gehen durch die Decke. Das klingt nach Reisen fast wie in alten Zeiten, doch die Urlauber müssen bis zu drei negative Corona-Tests vorweisen.

Reisen aus Singapur für Hongkongs Hotellerie "wichtiges Signal"

Dennoch: Der Beginn der Reiseblase ist für Alex Wassermann ein wichtiges Signal. "Ich finde es gut, dass es endlich losgeht", sagt der Geschäftsführer der Hotelgruppe Miramar in Hongkong. "So kann man sehen, ob das Reisen wieder funktioniert."

Zwar profitiere seine Hotelgruppe vor allem von Geschäftsreisenden und Urlaubern aus China, aber: "Wenigstens geht es voran." Der Hotelmanager, der aus Weiden in der Oberpfalz stammt, schiebt lachend hinterher: "Bislang haben wir eine einzige Buchung aus Singapur erhalten. Immerhin."

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Menschen mit Mund-Nase-Schutz in einer U-Bahn in Moskau.

Epidemiologe schlägt Alarm - Warum Russland Corona nicht im Griff hat 

Die Corona-Zahlen in Russland sind besorgniserregend: Mehr als 32.000 Menschen haben sich binnen eines Tages neu infiziert, fast Tausend sind gestorben. Epidemiologen warnen.

von Anastasia Klimovskaya, Moskau
Klassenzimmer mit Schüler*innen und Schulranzen im Vordergrund; Berlin, 09.06.2021

Wochenbericht des RKI - Inzidenz bei Kindern lokal über 500 

Das Robert-Koch-Institut registriert viele Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz bei den 10- bis 19-Jährigen über 500.

von Petra Mertens und Andreas Hottmann (Grafik)
Karl Lauterbach

"maybrit illner" - Lauterbach: Zwei Fehler bei Impf-Erfassung 

  • Untertitel

Gesundheitsexperte Lauterbach lehnte erneut, trotz Fehlern bei der Impfquote, eine Impfpflicht ab. Bei Corona sei eine Herdenimmunität unerreichbar, sagte er bei "maybrit illner".

von Florence-Anne Kälble
Videolänge
67 min
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